Bekommt der Neue Zeit? Katzer rechtfertigt Trainer-Entlassungen
Hoff Thorup soll Zeit bekommen, die seine Vorgänger als Rapid-Trainer nicht mehr bekamen. Markus Katzer erklärt diesen Widerspruch.
von Johannes Bauer
Mit Johannes Hoff Thorup tritt der vierte Trainer in der Amtszeit von Markus Katzer als Geschäftsführer Sport beim SK Rapid an. So will er Rapid formen>>>
Nach Robert Klauß und Peter Stöger der dritte, den der ehemalige Verteidiger selbst in diese Position setzt.
Die Zeit des Deutschen endete nach einer Unserie im Frühjahr trotz des Einzugs ins Viertelfinale der UEFA Conference League, obwohl die Entwicklung unter Klauß bis dahin lange überzeugen konnte. Doch irgendwann fehlten die Ergebnisse und die Ideen, aus der Krise zu kommen.
Die kurze Amtszeit von Peter Stöger geriet überhaupt zu einem Missverständnis, nach dem mit dem Dänen wieder eine Rückkehr zur dezidiert offensiven Philosophie stattfinden soll.
Zeit, die Klauß und Stöger nicht bekamen
Der Däne soll trotz der schwierigen Ausgangslage und wichtigen Aufgaben in den ersten Wochen die nötige Zeit bekommen, ein langfristiges Projekt umzusetzen, verspricht Katzer - der sich nach den beiden Trainer-Entlassungen auch für dieses Versprechen rechtfertigen muss.
"Die Ergebnisse sind nie egal. Wichtig ist, dass wir den Erfolg nicht von den ersten Ergebnissen abhängig machen und in eine Unruhe stürzen, wenn die nicht passen sollten. Wir werden nicht nervös, wenn das nicht auf Anhieb funktioniert", appelliert er.
Warum Stöger entlassen wurde
In Katzers Amtszeit sei eine Spielidee kreiert worden, der die Bestellungen von Klauß und nun Hoff Thorup folgten.
Stögers Einsetzung sollte dem Konzept eines "Managers" entsprechen, der die Kommunikation mit seiner ruhigen Art leitet und führt, während die Spielidee seinen Assistenten Thomas Sageder und Stefan Kulovits umgehängt wurde. Das scheiterte krachend.
"Manchmal funktionieren gewisse Dinge nicht. Unsere Entscheidungsfindung basierte nicht nur auf den Ergebnissen, sondern der Art und Weise, wie sich unser Fußball entwickelt hat, der dann mit unserer Spielidee nichts mehr zu tun hatte. Darum ist es gegangen und nicht nur um Ergebnisse, weil ich auch nichts davon halte, dass man alle sechs Monate den Trainer auswechselt", unterstreicht der Sportdirektor.
Auch wurde Stöger entlassen, weil keine Überzeugung mehr herrschte, dass das Ruder noch herumgerissen werden kann.
Klauß wurden die Saisonziele zum Verhängnis
Klauß sei daran gescheitert, dass nach vielen guten Entwicklungen die Saisonziele in Gefahr gerieten: "Das war der Grund, warum wir gesagt haben, dass wir eine neue Energie für die letzten Spiele brauchen."
Auch, wenn die langfristige Zusammenarbeit mit einem Trainer immer das Ziel sei: "Es gibt einfach gewisse Kriterien, die man beachten muss, wenn sich Dinge verändern."