Sturm: Zuversicht nach Pleite gegen Salzburg

 

Das Punktekonto des SK Sturm Graz hat beim 1:2 gegen den FC Red Bull Salzburg keinen Zuwachs bekommen, dafür die Zuversicht.

Es kommt selten vor, gerade bei Traditionsklubs, dass die Verlierer-Mannschaft mit Applaus verabschiedet wird - das Sturm-Publikum honorierte die Leistung gegen den souveränen Tabellenführer jedoch ebenso wie Trainer Heiko Vogel.

Die Performance nährt die Hoffnung, dass sein Versprechen, es trotz Fehlstarts in den Europacup zu schaffen, haltbar ist:

"Ich habe gesagt, dass wir das schaffen, weil ich natürlich an die Qualität der Mannschaft glaube. Wir haben gegen Salzburg leider keinen Punkt geholt, aber eine sehr couragierte Leistung gezeigt. Das macht Mut für die kommenden Aufgaben. Man kann nicht erwarten, dass man gegen Red Bull die notwendigen Punkte holt. Die haben wir bei anderen Gegnern liegen gelassen und müssen wir gegen die kommenden Gegner holen."

Krisensitzung nur aufgebauscht?

Nach zehn Liga-Spielen halten die Steirer bei mageren 13 Punkten. Eine Ausbeute, die durchaus für Unruhe im Umfeld sorgte. Auch das Verhältnis von Sportchef Günter Kreissl und Vogel soll schon besser gewesen sein. Die Aussprache des Vorstands mit den beiden sportlich Verantwortlichen betrachtet der Deutsche jedoch als überhöht dargestellt:

"Wir haben uns am Freitag getroffen - das war für mich eine Sitzung, wie sie eigentlich unabdingbar ist. Es war ein super progressiver und konstruktiver Austausch. Man muss ja auch nicht immer einer Meinung sein. Das waren wir letzte Saison auch nicht, als wir super performt haben."

Heiko Vogel

"Die Medien interpretieren ja immer in Dinge hinein. Wir haben uns am Freitag getroffen - das war für mich eine Sitzung, wie sie eigentlich unabdingbar ist. Es war ein super progressiver und konstruktiver Austausch. Man muss ja auch nicht immer einer Meinung sein. Das waren wir letzte Saison auch nicht, als wir super performt haben. Es geht auch nicht um einzelne Personen. Der Verein wird immer größer sein als einzelne Personen. Es ging auch nicht um mich. Ich sehe mich als Trainer und mir macht es sauviel Spaß, diese Mannschaft zu trainieren. Ich kriege ja mit, was ich Woche für Woche und Tag für Tag mit meinen Jungs erlebe, die mussten nichts beweisen. Die müssen einfach kontinuierlich weiterarbeiten, dann kommen die Erfolge und Punkte von alleine."

Auch Kreissl war nach dem Salzburg-Match bemüht, die Stimmung als "positiv" darzustellen. Es sei gut, wenn es hin und wieder Reibung gebe, man könne nicht immer alles zu 100 Prozent gleich sehen:

"Wenn du als Traditionsklub die Erwartungen nicht erfüllst - vor allem die externen, aber auch die internen, wir haben uns in dem einen oder anderen Bereich natürlich auch mehr erhofft -, muss man sich zusammensetzen und das Ganze analysieren. Das haben wir gemacht. Das ist in der Thematik, wie es medial aufgearbeitet wurde, ein bisschen aufgebauscht worden."

Mut, Mut und nochmals Mut

Dass das Punktekonto nach der Länderspielpause Zuwachs bekommen muss, steht außer Frage. Nach der Leistung gegen Salzburg darf sich Vogel jedoch ein wenig sicherer im Sattel fühlen, weil man gesehen hat, was seine Mannschaft unter seiner Anleitung zu leisten imstande wäre - vor allem in der letzten halben Stunde, als man vehement auf den Ausgleich drängte und selbiger auch verdient gewesen wäre.

"Die zweite Halbzeit war Fußball in aller Bitterkeit, wie man es auch erlebt. Fußball setzt Emotionen frei, ist ein Spektakel. Ich glaube, dass es für die Zuschauer ein hochklassiges Spiel war. Wir haben Salzburg alles abverlangt und sind auch an Cican Stankovic und der Salzburger Vehemenz im Verteidigen gescheitert. Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Ich glaube, dass alle Wechsel ihre Wirkung gezeigt haben. Wir haben das System umgestellt, auf gnadenlose Offensive gesetzt und uns leider nicht belohnt", bedauert Vogel.

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Der Plan des 42-Jährigen war es, Salzburg in der ersten Halbzet das Spiel zu überlassen. Mit der Umsetzung war er nur bedingt zufrieden. Zwar habe man bis auf den "Wahnsinns-Schuss von Gulbrandsen" zum 0:1 gut verteidigt, die eigenen Ballbesitzphasen zur Entlastung jedoch nicht gut genug ausgespielt.

"Ich habe meiner Mannschaft vor dem Spiel gesagt: Wenn wir etwas holen wollen, brauchen wir Mut, Mut, nochmals Mut, Überzeugung und Präzision. Das war in der ersten Halbzeit ein klarer Faktor, den wir nicht hatten gegenüber den letzten 30 Minuten, in denen wir das hatten", analysiert Vogel.

Sazburg macht es geil, Sturm hält geil dagegen

Die im System adaptierte Aufstellung von Salzburg-Coach Marco Rose habe ihn "überhaupt nicht überrascht. Die können aufstellen, wie sie wollen, das ist immer eine Bomben-Mannschaft."

Vogels Hoffnung, dass die Doppelbelastung der "Bullen" trotz Rotation irgendwann Wirkung zeigen würde, ging jedoch auch nicht auf: "Sie haben einige Spiele in den Knochen und es geht ja auch nicht immer um den physischen Reiz, der dann kommt. Wenn ich sehe, wie sie performen: Zehn Spiele in der Liga, zehn Siege. Sie marschieren durch die Europa League mit sensationellen Auftritten gegen Gegner, die auch eine sehr hohe Qualität haben. Ich habe gehofft, dass sie mental irgendwann vielleicht mal nicht hochfahren können. Viele sagen immer: Es ist ein Wahnsinn, was Red Bull macht - ja, sie machen es auch einfach richtig geil! Und wir haben richtig geil dagegengehalten. Deswegen bin ich superstolz auf meine Jungs. Das macht mir einfach irrsinnig viel Freude für die nächsten Aufgaben."

In besagten Aufgaben gilt es nun jene Punkte zu holen, die man zuletzt nicht eingefahren hat. "Seit ich hier bin, erlebe ich immer wieder etwas Neues. Jetzt ist es eine ganz eigene Phase, in der wir uns befinden", meint Kreissl.

Kreissl hat keine größeren Sorgen

Die letzten Spiele im Cup bei der Austria, gegen den LASK und nun gegen Salzburg seien von der Leistung her gut gewesen: "Aber wir haben leider zu wenig mitgenommen. Wir schaffen es nicht, das Momentum hundertprozentig auf unsere Seite zu bringen. Wenn wir so weiterarbeiten, sind wir aber auf einem sehr guten Weg, dass das bald pasieren wird."

Vor allem die letzten 30 Minuten empfand der Geschäftsführer Sport als "wirklich beeindruckend. Ich habe mir 12, 13 wirkliche Toraktionen notiert. Wir haben das Publikum mitgenommen, es war unglaubliche Leidenschaft. Die Spieler haben um den Sieg gefightet. Es ist derzeit eine Phase, in der wir nachher trotzdem traurig sagen müssen, dass wir uns davon nichts kaufen können. Aber auf diesen Leistungen in den letzten drei Spielen können wir definitiv aufbauen."

Das Wort Ergebniskrise gefällt Kreissl nicht. Für ihn geht es darum, Selbstvertrauen aus den Leistungen in die Länderspielpause mitzunehmen:

"In meiner Funktion nehme ich das Wort Krise nicht so gern in den Mund, aber es ist so, das wir aus den knappen Spielen unter dem Strich zu wenig mitgenommen haben. Wir müssen uns einfach für den Aufwand, den wir betreiben, belohnen! Aber ich glaube, dass wir uns keine größeren Sorgen machen müssen, wenn du drei Spiele hintereinander solche Leistungen zeigst."

Textquelle: © LAOLA1.at

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