Und so war es schließlich auch, die Tore von Justin Forst und Giacomo Vrioni kamen zu spät. Dass die Wattener in der zweiten Hälfte nochmal Moral zeigten, lag auch an einer "deftigen Ansprache", wie es Silberberger formulierte. "Es ist ein Flipchart durch die Kabine geflogen."
Dies zeigte Wirkung, "In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft dann Charakter gezeigt, aber der Anschlusstreffer ist zu spät gefallen. Zum Schluss ist es schon nochmal eng geworden, aber in Summe haben wir das Spiel in 10 Minuten verloren."
Liegt nach dem Erreichen der Meistergruppe in der Vorsaison vielleicht zu viel Druck auf der Mannschaft? Der Coach verneinte dies zwar nicht, meinte aber: "Der Druck wird halt nicht weniger, weil in der Qualifikationsgruppe hast du lauter solche Halbzeiten wie die erste Halbzeit."
Meistergruppe nicht mehr in Reichweite: "Sind jetzt genau da, wo wir hingehören"
Dass die WSG einen Top-6-Platz nicht mehr erreichen kann, steht mehr oder weniger fest. Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf Austria Klagenfurt, das als letztes Team über dem Strich steht, am Sonntag allerdings noch gegen den SCR Altach (14:30 Uhr im LIVE-Ticker) im Einsatz ist.
Mit Drucksituationen müssen die Tiroler also schleunigst umgehen können, sonst könnte es in einem möglichen Abstiegskampf plötzlich ganz heikel werden. Das wusste auch Silberberger: "Wer mit dem Druck nicht umgehen kann, das wird dann schon eine Geschichte. Dann hast du schon zwei schlaflose Nächte vor dem Spieltag."
Daher empfahl er seinen Spielern: "Ich glaube schon, dass die Mannschaft hier gut beraten ist, da ein bisschen cleverer und cooler zu agieren."
Denn über die bisherige Saison gesehen, "haben wir im Endeffekt zu viel liegengelassen. Wir sind schwer aus den Startlöchern gekommen am Anfang der Saison mit fünf Unentschieden, wo wir eigentlich in Führung waren."
Deshalb stehe die WSG "jetzt genau da, wo wir hingehören", sparte Silberberger nicht mit Kritik.