"Sie haben erst dann gut gespielt und haben das Tor gemacht. Da bekommt man als Mannschaft einfach einen Aufschwung und dann war das Momentum schnell auf ihrer Seite. Dann gab es auch kleine Unaufmerksamkeiten unsererseits und dann steht das 3:2", erklärte Sahin-Radlinger seine Sichtweise.
Am Schluss habe sich "jeder noch richtig reingehauen, damit wir die 3 Punkte daheimlassen", war der 29-Jährige "überglücklich". Aber: "Das nächste Mal müssen wir das einfach besser machen."
Ibertsberger bewies mit Nene ein goldenes Händchen
Dabei sah es für das neben Red Bull Salzburg bislang einzige zuhause ungeschlagene Team der Bundesliga nach einem lockeren Erfolg aus. Salzburg-Leihgabe Nene Dorgeles sorgte mit zwei Treffern in den ersten neun Spielminuten nicht nur für ein perfektes Startelf-Debüt, sondern auch für reichlich Verunsicherung bei der WSG.
Noch vor der Begegnung meinte Coach Robert Ibertsberger über Nene Dorgeles: "Ich erwarte mir von ihm ein richtig hohes Tempo. Ich glaube schon, dass er eine gute Waffe sein kann gegen die Verteidigung der WSG."
Seine Schnelligkeit konnte der junge Malier blendend ausspielen, ließ auch sein immens hohes Talent aufblitzen. "Der Start war richtig gut, das war auch der Matchplan", freute sich Ibertsberger über einen starken Start ins Spiel.
"Wir wollten diesen einen Spieler mehr vorne haben und das haben wir dann auch genau so umsetzen können. Dieser Start war enorm wichtig, weil die WSG musste dann mehr aufmachen." Als Ante Bajic kurz vor dem Halbzeitpfiff auf 3:0 stellte, schien die Partie eigentlich gegessen.
"Da war ich schon sauer und musste die Mannschaft wachrütteln"
Doch der Neo-Trainer wusste im Nachgang der Begegnung bereits, warum es am Schluss so eng wurde: "Es hat einfach die letzte Konsequenz gefehlt. Bevor es eigentlich am Schluss noch so eng geworden ist, hätten wir das vierte Tor machen müssen."
Ibertsberger ärgerte sich: "Wir sind richtig gut in die zweite Halbzeit rein gestartet und hatten unzählige Chancen. Vor dem 3:1 hatten wir auch eine unglaubliche Möglichkeit, wo die WSG mit ihrem letzten Mann auf der Mittellinie steht und wir bringen den Ball einfach nicht über die Torlinie. Das sind dann einfach solche Sachen."
Schon in Hälfte eins, kritisierte der ehemalige Austria-Trainer, "haben wir da einfach nicht gut gespielt. Da war ich schon sauer und musste die Mannschaft wachrütteln, mir war das nicht gut genug. Wir haben 3:0 geführt und sind dann fahrlässig umgegangen."
Letzten Endes "wird es einfach eng und das hätten wir uns deutlich ersparen können", so Ibertsberger.
Schlussphase nagte am Nervenkostüm, aber Meistergruppe-Traum lebt
Dem 45-Jährigen war anzusehen, dass die Schlussphase an seinem Nervenkostüm nagte. "Ich muss das jetzt mal sitzen lassen, weil das zum Schluss war schon nicht ohne. Das hat mich maßlos geärgert."
Dennoch gilt es das Positive festzuhalten. Mit nunmehr 27 Zählern und jeweils drei Punkten Vorsprung auf den SK Rapid, der am Sonntag noch in Graz (17:00 Uhr im LIVE-Ticker) antritt, und dem LASK, belegen die Innviertler Rang fünf und befinden sich voll im Kampf um die Meistergruppe.
Schon am kommenden Wochenende bei Austria Klagenfurt können die "Wikinger" einen Riesenschritt in Richtung Top-6-Platz tätigen. Daher "ist die Freude jetzt schon auch da, auch bei den Spielern", hielt Ibertsberger fest.
"Es hat ein bisschen gedauert, aber wir haben jetzt zuhause 3:2 gewonnen und sind voll dabei im Rennen um die Meistergruppe. Wir haben jetzt eine Riesenmöglichkeit, das in den nächsten zwei Spielen wirklich zu schaffen."