Für wen zahlte sich Wechsel zu RB Salzburg aus?

Für wen zahlte sich Wechsel zu RB Salzburg aus? Foto: © GEPA
 

Romano Schmids Wechsel zu Werder Bremen ist derzeit in aller Munde!

Der Ex-Sturm-Youngster war einer von vielen Bundesliga-Kickern, die bei RB Salzburg den nächsten Entwicklungsschritt machen wollten - allerdings mit überschaubarem Erfolg.

Über die Jahre angelte sich RBS einige der besten heimischen Talente und "schwächte" damit auch - bewusst oder nicht - die Konkurrenz.

Doch für welche österreichischen Hoffnungsträger zahlte sich ein Wechsel innerhalb der Bundesliga zu RB Salzburg schlussendlich aus? LAOLA1 verschafft einen Überblick - von Andreas Ivanschitz bis hin zum aktuellen Fall von Schmid.

Hierbei fließen alle heimischen Spieler ein, die zum Zeitpunkt des Wechsels unter 25 Jahre alt waren und von einem direkten Bundesliga-Konkurrenten nach Salzburg wechselten.

Schon ältere Spieler wie Roman Wallner oder Roland Kirchler werden somit nicht berücksichtigt, auch nicht Akteure wie Stefan Lainer oder Stefan Ilsanker, die in der Bullen-Schmiede ausgebildet wurden und nur kurze Zeit bei anderen Vereinen (in diesem Fall Ried bzw. Mattersburg) Erfahrungen sammelten, ehe sie in die Mozartstadt zurückkehrten.

Eingangs werden jene Klubs angeführt, von denen die Spieler zu RB Salzburg wechselten.

Hier ist unsere Plus-/Minus-Liste:

SK STURM GRAZ:

Romano Schmid (Wechsel zu RBS: 19.8.2017, Ablöse: 600.000 Euro, damaliges Alter: 17)

Der Anlassfall für diese Story! Das Riesentalent durchlief alle Ausbildungsstufen bei Sturm Graz, spielte mit 15 erstmals bei den Profis und wurde jüngster Bundesliga-Torschütze der Geschichte. Mit 17 dann der Wechsel zu RBS, wo er in eineinhalb Jahren lediglich einen Kurzeinsatz bei den Profis absolvierte und sonst für Liefering kickte - zu wenig für seine Anlagen. Deshalb will ihm nun Werder Bremen die Chance geben, auf höchstem Niveau zu spielen.

Marco Djuricin (Wechsel zu RBS: 8.1.2015, Ablöse: 2,50 Mio. Euro, damaliges Alter: 22)

Glücklich wurde der Sohn von Ex-Rapid-Trainer Goran Djuricin in Salzburg nicht. Dabei lief das erste halbe Jahr gar nicht so schlecht, 6 Tore in 21 Pflichtspieleinsätzen - auch wenn drei davon in der der 1. ÖFB-Cup-Runde gegen Deutschlandsberg glückten. Danach wurde jedoch nicht mehr mit ihm geplant, der Stürmer drei Mal verliehen (Brentford, Ferencvaros, Grasshoppers), ehe er im Sommer endgültig in die Schweiz wechselte.

Jakob Jantscher (Wechsel zu RBS: 1.7.2010, Ablöse: 1,30 Mio. Euro, damaliges Alter: 21)

Mit 21 wollte der Mittelfeldspieler bei Salzburg den nächsten Schritt machen, die Bilanz ist zwiegespalten. Zwei Saisonen war er gefragt, wurde 2011/12 sogar als Mittelfeldspieler ex aequo mit Teamkollege Stefan Maierhofer Torschützenkönig. Und trotzdem verlieh ihn Salzburg darauf an Dinamo Moskau. Da er nach seiner Rückkehr nicht gesetzt war, wechselte er nach Nijmegen.

Christoph Leitgeb (Wechsel zu RBS: 4.7.2007, Ablöse: 1,70 Mio. Euro, damaliges Alter: 22)

Für ihn hat sich der Wechsel zu den Bullen definitiv ausgezahlt - zum Leidwesen von Sturm damals -, auch wenn die letzten Erfolgserlebnisse aufgrund vieler Verletzungen schon zurückliegen. War über Jahre Leistungsträger und Führungsspieler, wurde 8 Mal Meister und 5 Mal Cupsieger und absolvierte 321 Pflichtspiele für RBS (20 Tore).

Ronald Gercaliu (Wechsel zu RBS: 1.1.2006, Ablöse: 1,00 Mio. Euro, damaliges Alter: 19)

Eine durchwachsene Zeit! War anfangs kein Thema, wurde nach nur einem halben Jahr zurück an Sturm verliehen, dann an die Austria. Erst zweieinhalb Jahre nach seinem Wechsel bekam er eine Saison lang Einsatzzeiten, ehe er nach Wr. Neustadt wechselte. Ein großes Sprungbrett war Salzburg definitiv nicht.

SK RAPID WIEN:

Stefan Stangl (Wechsel zu RBS: 1.7.2016, Ablöse: 1,65 Mio. Euro, damaliges Alter: 24):

Der nun 27-jährige Steirer ist mittlerweile seit Sommer 2018, als der bis 2020 datierte Vertrag aufgelöst wurde, vereinslos - die Nachwehen eines verpatzten Wechsels zu RB Salzburg. Dabei machte er nie ein Hehl daraus, dass ihn mehr Geld anspornte, sportlich jedoch war kein Happy End eingeplant. RBS sorgte mit dem Transfer für die nominell beste Linksverteidigung Österreichs damals mit Ulmer und Stangl, doch Letzterer konnte sich nie durchsetzen und kam in zwei Jahren nicht über 13 Einsätze hinaus, plus halbjähriger Leihe zur Austria.

Marcel Sabitzer (Wechsel zu RBS über Leipzig: 2.7.2014, Ablöse: 2,00 Mio. Euro, damaliges Alter: 20):

Anders war die Geschichte beim Sohn von Herfried Sabitzer. Auch wenn der Offensivspieler offiziell von Rapid an Leipzig verkauft wurde, war er einen Tag später leihweise Salzburg-Spieler und somit direkter Konkurrent. In einem Jahr machte er in 51 Pflichtspielen 27 Tore, stieg danach mit Leipzig auf, gehört dort seither zu den Führungsspielern und wurde Österreichs Fußballer des Jahres 2017. Salzburg hat Sabitzer sichtlich gut getan.

Andreas Ivanschitz (Wechsel zu RBS: 10.1.2006, Ablöse: st4,00 Mio. Euro, damaliges Alter: 22):

Der wohl bekannteste Fail, der durch seinen Wechsel zu Salzburg am meisten Staub aufgewirbelt und die Rapid-Fans gegen sich aufgebracht hat. Der Rest ist bekannt: Der Ex-ÖFB-Teamkapitän hatte nur 13 Einsätze im Salzburg-Dress, wurde nach einem halben Jahr an Panathinaikos verliehen, legte danach aber trotzdem mit Stationen bei Mainz, Levante, Seattle und Pilsen eine eindrucksvolle Karriere hin, die vor wenigen Wochen endete. Geholfen hat ihm der Salzburg-Wechsel aber nicht sonderlich.

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SV RIED:

Robert Zulj (Wechsel zu RBS: 6.1.2014, Ablöse: unbekannt, damaliges Alter: 21):

Der Offensivspieler spielte sich in Ried in die Notizblöcke diverser Klubs, Salzburg stach die Konkurrenz beim 21-Jährigen aus. Im Nachhinein gesehen nicht die beste Entscheidung. 17 meist kurze Einsätze mit 3 Toren in einem halben Jahr - und dann war RBS schon wieder abgehakt, da beide Seiten mehr erwartet hatten. Danach lief es bei Greuther Fürth gut, bei Hoffenheim weniger, nun ist er bei Union Berlin.

Andreas Ulmer (Wechsel zu RBS: 28.1.2009, Ablöse: 600.000 Euro, damaliges Alter: 23)

Daumen hoch! Auch der Linksverteidiger schlug den Weg vom Innviertel ins nicht weit entfernte Salzburg ein - eine lange Beziehung begann. Der nunmehrige Kapitän spielt nun seit zehn Jahren für die Bullen und mauserte sich zum Top-Abwehrspieler. Ein gelungener Transfer, gekrönt mit 8 Meistertiteln und 5 Cupsiegen.

FK AUSTRIA WIEN:

Florian Klein (Wechsel zu RBS: 1.7.2012, ablösefrei, damaliges Alter: 25):

Vom LASK zur Austria und dann zu Salzburg - ein kontinuierlicher Aufstieg innerhalb Österreichs. Hatte zwei Jahre mit besseren und schlechteren Phasen, aber immerhin 61 Pflichtspieleinsätzen. Zudem ermöglichte die Zeit den Wechsel zum VfB Stuttgart.

Franz Schiemer (Wechsel zu RBS: 1.7.2009, ablösefrei, damaliges Alter: 23):

Auch Schiemer war einer jener Spieler, die sich langfristig bei Salzburg etablieren konnten. Über Ried und Austria gekommen, hielt es ihn sechs Jahre als Spieler in der Mozartstadt, ehe er mit 28 Jahren früh sein Karriereende aufgrund zahlreicher Verletzungen bekanntgab. Wenn er fit war, ging er stets voran und war in der damaligen RBS-Elf ein wichtiger Bestandteil. In 159 Spielen erzielte er 16 Tore.

ADMIRA WACKER:

Christopher Dibon (Wechsel zu RBS: 1.7.2012, ablösefrei, damaliges Alter: 21):

Es war ein großer Schritt für den aufstrebenden Verteidiger, der sich im Endeffekt nicht lohnte. "Salzburg war der größte Fehler", bestätigte Dibon Jahre später im LAOLA1-Interview, weil die Hoffnungen nicht erfüllt wurden. Nur 7 Einsätze schauten heraus. Überraschend kam, dass RBS einer Leihe an Rapid und einem späteren Verkauf zustimmte. Die Wiener haben aber in letzter Zeit zu wenig vom verletzungsanfälligen Innenverteidiger.

Marc Janko (Wechsel zu RBS: 1.7.2005, Ablöse: 350.000 Euro, damaliges Alter: 22):

Mittlerweile ist der Noch-immer-ÖFB-Teamstürmer 35 Jahre alt, doch seinen ersten großen Wechsel hatte er mit 22 von der Admira zu Salzburg. Dort schoss er fünf Jahre alles in Grund und Boden. Die Quote von 83 Toren in 126 Spielen spricht Bände. Am bemerkenswertesten war die Saison 2008/09, als er mit 39 Toren (!) Torschützenkönig wurde. RBS war für Janko ein großer Schritt zur internationalen Karriere.

SV MATTERSBURG:

Patrick Farkas (Wechsel zu RBS: 1.7.2017, ablösefrei, damaliges Alter: 24):

Oft wurde die Frage gestellt, warum der frühere SVM-Kapitän nicht den nächsten Schritt wagt? Nach Jahren der Treue folgte dann 2017 der Wechsel nach Salzburg - bisher keine Erfolgsstory. Farkas musste sich stets hinter Ulmer und Lainer anstellen und kam in eineinhalb Jahren nur auf 22 Pflichtspieleinsätze - noch dazu ist er seit Mai mit einem Kreuzbandriss out.

SK AUSTRIA KÄRNTEN:

Stefan Hierländer (Wechsel zu RBS: 7.7.2010, ablösefrei, damaliges Alter: 19):

Ein Riesentalent reifte in Kärnten heran, und Salzburg bekam den Zuschlag. Hierländer war aber erst 19 Jahre jung, die vier Jahre bei RBS waren jedoch entscheidende in seiner Entwicklung. Kam zwar in jeder Saison an die 20 Bundesliga-Einsätze, so richtig Stammspieler war er jedoch nie. Ging aber seinen Weg über Leipzig und ist nun seit zweieinhalb Jahren bei Sturm Graz und dort Kapitän.

SV GRÖDIG:

Cican Stankovic (Wechsel zu RBS: 1.7.2015, Ablöse: 1,25 Mio. Euro, damaliges Alter: 22):

Als eines der größten heimischen Torhüter-Talente gehandelt, angelte sich RBS trotz Konkurrenz den Keeper. Doch drei Jahre lang wurde er links liegen gelassen, war somit auch kein Thema fürs ÖFB-Team. In Salzburg hatte Alex Walke den Vortritt, auch weil kleine Patzer die Chancen von Stankovic zunichte machten. Seit Sommer ist er aber die Nummer 1 und kann die bisher durchwachsene Bilanz (56 Einsätze in dreieinhalb Jahren) noch aufbessern.

FC WACKER INNSBRUCK:

Wolfgang Mair (Wechsel zu RBS: 1.7.2005, Ablöse: 800.000 Euro, damaliges Alter: 25):

Lang, lang ist es her! Nämlich in der ersten Transferphase in der Red-Bull-Ära wurde Wolfi Mair von Wacker abgeworben. Das Gastspiel dauerte nur ein Jahr lang an. In 25 Einsätzen gelang kein einziges Tor. Mit Konkurrenz wie Alexander Zickler oder Christian Mayrleb war es jedoch auch schwierig.

SC AUSTRIA LUSTENAU:

Ramazan Özcan (Wechsel zu RBS: 1.7.2006, Ablöse: 250.000 Euro, damaliges Alter: 22):

Bei den Vorarlbergern machte "Rambo" erstmals auf sich aufmerksam, in Salzburg kam er in eineinhalb Jahren aber nur auf zwei Einsätze, ehe er nach Hoffenheim verliehen wurde. Timo Ochs hieß damals die unumstrittene Nummer 1.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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