Was Rapid wollte, ist nun LASKs Trumpf

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LASK gegen Rapid ist in den vergangenen Jahren zum unerbittlichen Duell hinter RB Salzburg geworden - auf und abseits des Platzes.

Seit der Installierung von Martin Bruckner als SCR-Präsident ist die Schärfe von Vorgänger Michael Krammer in Wortgefechten mit LASK-Oberhaupt Siegmund Gruber gewichen, die beiden Klubs begegnen sich wieder respektvoller als in manch eskalierender Situation zuvor.

Sportliche Widersacher bleiben sie aber allemal. Im direkten Duell am Sonntag in Pasching (ab 17 Uhr im LIVE-Ticker) könnten die Linzer wieder punktemäßig mit Rapid gleichziehen. Dabei haben die Stahlstädter mit Andreas Gruber ein wahres Ass im Ärmel. Rein aus psychologischen Gründen läuft mit ihm ein Spieler auf, den Rapid seit Sommer gerne in den eigenen Reihen begrüßt hätte.

Doch der LASK bekam den Zuschlag und profitiert von dieser Verpflichtung auf allen Linien. Der Ex-Mattersburger hat nämlich bewiesen, dass seine Entwicklung weiter voranschreitet und er auch bei einem Top-Klub eine gewichtige Rolle einnehmen kann - so wie es auch Rapid gerne gehabt hätte, sich die Hütteldorfer Gruber aber laut Kühbauer nicht leisten konnten.

Überragende Statistiken auf größerer Bühne

Sportlich untermauerte der 25-jährige Steirer schon in der vergangenen Saison mit zwölf Toren in 20 Liga-Partien, welches Potenzial in ihm steckt - und das bei einem meist defensiver eingestellten Team, das gerade noch den Klassenerhalt fixieren konnte, bevor die große Bombe platzte und das Aus für den SVM bedeutete. Grubers Vertrag im Burgenland wäre im Sommer aber sowieso ausgelaufen.

Kein Wunder also, dass danach die großen Kaliber in der Bundesliga Schlange standen. Das System des LASK ist eine komplett andere Welt, das es erst einmal zu verstehen gilt. Detaillierte Abläufe sind im pressingorientierten Offensivspiel Trumpf, große Eingewöhnungszeit benötigte der Außenbahnspieler dennoch nicht.

Insgesamt kam der Neuzugang in 24 Pflichtspielen zum Einsatz, wenngleich auch nur zwei Mal über 90 Minuten, nur einmal wurde er im abschließenden Dezember-Spiel bei der Austria geschont. Die Bilanz: 24 Einsätze, 9 Tore, 8 Assists - und das in seiner Premierensaison im Trikot der Schwarz-Weißen. 4 Tore und 3 Assists entfallen auf die Bundesliga, 1/1 auf die Europa League, 2/3 auf die El-Quali und 2/1 auf den ÖFB-Cup.

Zum Vergleich: Vor seiner SVM-Zeit schaffte Gruber in drei Saisonen beim SK Sturm Graz nicht den Durchbruch, brachte es in 65 Einsätzen auf insgesamt lediglich 6 Tore und 6 Assists. Diese hat er in Linz bereits nach einem halben Jahr klar übertroffen. In Mattersburg waren es dann inklusive seiner Parade-Saison 23 Tore und 18 Assists in 85 Spielen.

Chance beim LASK sofort genützt

Gruber zählt zwar nicht zu den absoluten Dauerläufern im eingespielten System von LASK-Trainer Dominik Thalhammer, doch mit seinen Stärken verschafft er den Linzern neue Möglichkeiten im Offensivspiel.

Sein Doppelpack beim klaren 3:0 gegen den WAC unter der Woche war der beste Beweis dafür. Vor allem das zweite Tor nach Traumpass von Kapitän Gernot Trauner stellte unter Beweis, was für ein gefährlicher Faktor Gruber im Umschaltspiel sein kann. "Ein guter Quarterback, der die Tiefe gut sieht", lachte Gruber bei "Sky" über den "Touchdown-Pass" von Trauner. "Es war ein super Ball von ihm. Ich bin überglücklich, dass ich vorbeigekommen bin. Es war schon eng mit dem spitzen Winkel, aber ich bin überglücklich, dass ich getroffen habe."

Nur drei Mal stand er in seinen 24 Einsätzen nicht in der Startelf, 19 Mal wurde er ausgewechselt. Bis zu den vorzeitigen Abgängen liefert Gruber jedoch das, was von ihm erwartet wird. Dabei profitierte er im Sommer mit Sicherheit auch vom Abgang von Dominik Frieser und dem Fehlen von Thomas Goiginger aufgrund dessen Kreuzbandrisses, was seinen schnellen Einstieg noch forcierte.

Trotz unterschiedlicher Außenbahn-Lösungen durch die Rückkehr von Goiginger Ende der Herbstsaison, Husein Balic oder Dominik Reiter hat sich Gruber seinen Startplatz erarbeitet und diesen auch gefestigt.

Wie und wo hätte Gruber bei Rapid gespielt?

Somit wird er auch höchstwahrscheinlich am Sonntag gegen Rapid von Beginn an auflaufen. Schon in der vierten Bundesliga-Runde gastierte er mit dem LASK in Wien und stand beim 0:3 71 Minuten auf dem Platz. Damals war jedoch noch nicht abzusehen, welchen großen Einfluss Gruber auf das LASK-Spiel haben wird.

Für Trainer Kühbauer wären jedenfalls sowohl Gruber als auch Balic Wunschspieler gewesen, allerdings sollen diese in Corona-Hochzeiten zu teuer für Rapid gewesen sein.

Dabei war Gruber ablösefrei zu haben, anscheinend jedoch durch Handgelder und Gehalt in der damaligen Situation nicht leistbar - für den LASK schon. Doch Rapid hat den verpassten Transfer gut weggesteckt, wenn man sich die Leistungen und Platz zwei vor Augen führt.

Thorsten Schick wächst in Grubers Rolle auf der rechten Außenbahn über sich hinaus, auf links, wo Gruber auch spielen kann, hätte er Rapid aber mit Sicherheit helfen können, da Kelvin Arase nicht konstant genug ist, das Comeback von Philipp Schobesberger erst in den kommenden Wochen spruchreif wird und Marcel Ritzmaier so wie Taxiarchis Fountas zentral besser aufgehoben wären.

Aktuell ist Gruber aber für den LASK Gold wert - möglicherweise auch am Sonntag gegen Rapid.

Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid ist bei Rieds Marco Grüll offenbar wieder im Rennen

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