Derby: Der neue Wiener Jugendstil

Derby: Der neue Wiener Jugendstil
 

Im Heimspiel gegen Kroatien sowie in den beiden Duellen mit Aserbaidschan hat U21-Teamchef Werner Gregoritsch jeweils sieben Spieler eingesetzt, die bei den beiden Wiener Bundesligisten Rapid und Austria unter Vertrag stehen. Auch U19-Teamchef Martin Scherb und U18-Teamchef Hermann Stadler setzten im Herbst regelmäßig auf grüne und violette Talente.

Die meisten dieser Spieler sammeln aber nicht (nur) bei den Amateur-Teams in der Admiral 2. Liga Spielpraxis, sie sind im Herbst auch schon in der Admiral Bundesliga eingesetzt worden. Teilweise haben sie sich Stammplätze erobert.

Beim SK Rapid waren aufgrund der Doppelbelastung durch den Europacup in den vergangenen Monaten vermehrt ganz junge Kräfte gefragt. Die Austria wiederum hat aus der finanziellen Not eine sportliche Tugend gemacht und der Jugend mehr als nur eine Chance gegeben. Bei Rapid sind es ausschließlich Österreicher, bei der Austria gibt es nur zwei Ausnahmen.

Vor dem großen Wiener Derby (So., ab 17 Uhr im LIVE-Ticker>>>) sieht sich LAOLA1 genauer an, wie es um all jene Kicker beim SCR und FAK, die U21-spielberechtigt sind, steht:

Die U21-Bilanz im Vergleich:

Rapid Austria
eingesetzte Spieler 12 11
Spielminuten 5.039 6.610
Spielminuten relativ 16,8% 32,8%
Tore 2 10
Tore relativ 4,0% 35,7%
Assists 3 9
Torbeteiligungen relativ 5,0% 67,9%
Startelf 50 72
Startelf relativ 15,2% 32,7%

Wenngleich der SK Rapid mit einem Dutzend eingesetzten U21-Spielern einem mehr Spielpraxis bei den Profis gegeben hat, spielen die jungen Austrianer mannschaftsintern eine viel größere Rolle. In absoluten Zahlen wird das gar nicht so deutlich, weil die Hütteldorfer durch den Europacup und ihr Weiterkommen im ÖFB-Cup um zehn Partien mehr bestritten haben als die Veilchen.

Vor allem in der Offensive spielen sich die Veilchen-Talente mehr und mehr in den Vordergrund - mehr als ein Drittel der Treffer wurde von U21-berechtigten Spielern erzielt, zählt man die Assists dazu, waren die U21-Kicker sogar an mehr als zwei Drittel der Tore beteiligt. Rund jeder dritte Kicker in der Startelf ist 21 Jahre oder jünger.

Bei Rapid sammeln die U21-Spieler in Relation halb so viele Spielminuten wie die jungen Veilchen, rund 15 Prozent der Startplätze werden von den Youngsters besetzt.

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

DIE ENTDECKUNGEN

Sie haben die Fans mit ihrem Aufstieg in Staunen versetzt:

LEOPOLD QUERFELD

Foto: © GEPA

In den Tagen vor Weihnachten feiert Querfeld seine Volljährigkeit.

Sein Debüt bei den SCR-Profis durfte er schon Anfang November im Alter von 17 Jahren, 10 Monaten und 15 Tagen feiern. Weil in der Innenverteidigung akut Not am Mann war und sich rasch nach Spielbeginn auch noch Martin Moormann verletzte, wurde der Teenager in Zagreb ins kalte Europacup-Wasser geworfen und schwamm.

Ziemlich genau ein Jahr davor debütierte der Abwehrspieler bei den Amateuren in der 2. Liga und ist seither aus der Innenverteidigung des Zweier-Teams nicht mehr wegzudenken. Viele Beobachter bescheinigen ihm, der 2012 von Union Mauer in den Hütteldorfer Nachwuchs wechselte, von all den talentierten SCR-Innenverteidigern das größte Potenzial.

ZIAD EL SHEIWI

Foto: © GEPA

Dass der junge Wiener hochtalentiert ist, ist in violetten Insiderkreisen nicht erst seit gestern bekannt.

Doch in der Vorsaison verstellten ihm der bei den Profis längst abgemeldete Christoph Martschinko und der klubintern seit längerem als nicht Kampfmannschafts-tauglich abqualifizierte Lukas Prokop in der Linksverteidigung der Young Violets den Weg.

Also hat der 17-Jährige die Admiral 2. Liga, abgesehen von den ersten beiden Monaten dieser Saison, kurzerhand übersprungen und bewiesen, dass er in der Bundesliga locker mitspielen kann. Mit seiner Dynamik und seinem Kämpferherz hat er die Gunst der violetten Anhängerschaft längst gewonnen.


DIE JUNGEN ROUTINIERS

Sie dürfen noch U21 spielen, haben aber trotzdem schon jede Menge Erfahrung gesammelt:

EMANUEL AIWU

Foto: © GEPA

Mit seinen 90 Bundesliga-Spielen schafft es Emanuel Aiwu locker in die Top 80 aller aktuellen Liga-Profis. Wenn nichts schiefgeht, wird es nur zwei Handvoll Kicker in der Bundesliga-Geschichte geben, die bei ihrem "100er" jünger waren.

Das Debüt des Tirolers in der höchsten Spielklasse ist lange her - im Mai 2018 setzte ihn Ernst Baumeister im Admira-Trikot erstmals ein. Seit seinem Wechsel nach Hütteldorf ist der U21-Teamkapitän aus der Startelf eigentlich nicht mehr wegzudenken.


VESEL DEMAKU

Foto: © GEPA

Der Niederösterreicher hat eine bewegte Jugend hinter sich - Altenmarkt/Triesting, Rapid, Admira, Salzburg. Im Sommer 2017 ist der Defensivspieler dann sesshaft geworden, in Wien-Favoriten.

Hätte der U21-Teamspieler nicht insgesamt fast ein ganzes Jahr wegen Schulterverletzungen verpasst, hätte er schon weit mehr als 71 Pflichtspiele für die violetten Profis auf dem Buckel.

Seit dieser Saison scheint das ständige Pendeln zwischen Young Violets und Kampfmannschaft endgültig der Vergangenheit anzugehören.

ALLE EINGESETZTEN U21-SPIELER

Foto: © GEPA

Leo Greiml (20) war bei Rapid bis zu seiner Verletzung gesetzt. Neuzugang Jonas Auer (21) hatte es anfangs schwer, kam zuletzt aber vermehrt zu Spielzeit. Chelsea-Leihgabe Thierno Ballo (19) blieb noch einiges schuldig und konnte erst einen Scorerpunkt anschreiben.

Martin Moormann (20) wiederum gilt als eine der großen Entdeckungen der Hütteldorfer in dieser Saison. Der Innenverteidiger kämpfte in der Vergangenheit mit einer hartnäckigen Schambeinverletzung, startet nun aber so richtig durch. Andersrum ist es bei Lion Schuster (21) gelaufen, der gut begonnen hat, dann aber durch eine Knieverletzung ausgebremst wurde.

Benjamin Kanuric (18), Mario Dijakovic (19), Moritz Oswald (19), Lukas Sulzbacher (21) und Oliver Strunz (21) haben Einsatzminuten im nur ein- bzw. zweistelligen Bereich.

Foto: © GEPA

Eric Martel (19), Leihgabe von RB Leipzig, hat sich längst zum Fixstarter und Leistungsträger gemausert, rückte im Herbst sogar einmal in die DFB-U21 auf. Der zweite Leipziger Leihspieler, Noah Ohio (18), besticht zwar durch seine Schnelligkeit und hat auch schon drei Mal getroffen, aber noch viel Luft nach oben. Die beiden sind übrigens die einzigen eingesetzten U21-Legionäre der beiden Wiener Klubs.

Zwei Tore und einen Assist hat Muharem Huskovic (18) schon angeschrieben, der Angreifer wächst mehr und mehr in die Rolle des Startelf-Spielers. Selbiges gilt für Matthias Braunöder (19) im defensiven Mittelfeld.

Auch Aleksandar Jukic (21) und Leonardo Ivkic (18), der die Young Violets praktisch komplett übersprungen hat, stehen immer wieder in der ersten Elf von Trainer Manfred Schmid. Can Keles (20) kriegt ebenfalls vermehrt Chancen. Esad Bejic (20) und Romeo Vucic (18) durften erste Erfahrungen sammeln.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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