Thomas Sabitzer als heiße Transfer-Aktie des KSV

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Ein Tor und zwei Assists beim 4:1 des Kapfenberger SV gegen FC Wacker Innsbruck II - in der 26. Runde der HPYBET 2. Liga betrieb Thomas Sabitzer wieder einmal Werbung in eigener Sache.

Mit elf Toren ist der Stürmer gleichauf Zweiter der Torschützenliste, und das im jungen Alter von 18 Jahren.

Dass Sabitzer in der kommenden Saison nicht mehr beim KSV auf Torejagd gehen wird, erscheint allen Beteiligten klar zu sein.

Im Gespräch mit LAOLA1 meint Trainer Kurt Russ: "Mich freut, dass er sehr viele Anfragen hat. Ich wünsche ihm, dass er im Sommer einen super Transfer machen kann."

Sabitzers Gala gegen Wacker Innsbruck II:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

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Der Rat an Sabitzer

Der Cousin von ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer soll bei einigen Bundesligisten auf dem Zettel stehen, gegen Innsbruck soll ihm etwa Altach genauer auf die Beine geschaut haben. Für den KSV sollte eine entsprechende Ablöse drinnen sein.

Russ selbst spricht von fünf, sechs Vereinen, für die Sabitzer interessant sei. Die Hoffnung seines aktuellen Trainers ist, dass angesichts der Qual der Wahl die richtige Entscheidung getroffen wird:

"Für ihn ist alles möglich, nur muss er halt aufpassen. Ich habe ihm geraten, dass er zu einem Verein geht, bei dem er eine Riesen-Chance hat, dass er eingesetzt wird. Es hat keinen Sinn, wenn er irgendwo hingeht und dann zweite Wahl ist. Dann wirst du als junger Spieler gebrochen. Junge Spieler brauchen das Gefühl, dass sie wichtig sind für eine Mannschaft und helfen können. Das wäre mein Rat an ihn, aber ich glaube, dass er auf einem guten Weg ist und ein Management hinter sich hat, das ihn sicher gut beraten wird. Man kann ihm nur gratulieren."

Gratulieren kann sich auch Kapfenberg, das Talent bestens gefördert zu haben. 2016 übersiedelte der Angreifer nach vier Jahren in der Jugend des SK Sturm Graz zu den Obersteirern, für die er im Sommer 2017 noch 16-jährig sein Zweitliga-Debüt feierte.

Das "Griss" beflügelt Sabitzer

Vergangenen Sommer überlegte der Teenager laut Russ, ob er überhaupt bei den "Falken" bleiben soll, da er nur wenig Einsatzzeit bekam: "Ich habe ihm gesagt, er soll es trotzdem probieren, wenigstens ein halbes Jahr, und es sich anschauen. Dann sieht er, ob er Chancen kriegt oder nicht. Am Anfang hat es geheißen, er ist eher ein Stürmer, der über die Seite kommt. Aber für mich ist er im Zentrum sehr wertvoll geworden und er hat sich klar durchgesetzt."

Sabitzer versäumte im bisherigen Saisonverlauf nur drei Spiele. Schon im Herbst netzte er fünf Mal, so richtig explodiert ist er jedoch in den vergangenen Wochen. Seit Anfang April erzielte er in sieben Liga-Spielen fünf Tore.

Laut Russ habe er noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht: "Er ist selbstsicherer geworden. Das hat damit zu tun, dass sehr viel 'Griss' um ihn entstanden ist - nicht nur wegen des Namens, sondern auch seine Leistungen haben dazu beigetragen. Es ist wichtig, wenn du ein Stürmer bist, Tore machst und merkst, dass du der Mannschaft helfen kannst. Er ist wirklich nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft. Für mich hat er auch ein Ziel im Kopf. Das merkt man bei ihm und er setzt auch alles richtig um."

Besagtes "Griss" hemmt Fußballer bisweilen, wenn sie mit dem Kopf zu sehr bei potenziellen Transfers sind. Bei Sabitzer sei dies anders:

"Ich glaube, das beflügelt ihn, weil er merkt, dass sehr viel für ihn möglich ist. Ich hoffe, dass das andere Burschen von mir auch sehen, weil sich einige gut weiterentwickelt haben. Daran sieht man, dass man auch aus Kapfenberg sehr weit kommen kann. Das zeigen auch die jüngsten Beispiele, die den Weg nach oben geschafft haben."

Russ "hofft" auf weitere Abgänge von jungen Leistungsträgern

Joao Victor nutzte beispielsweise den KSV als Sprungbrett zum LASK und geht nun zum VfL Wolfsburg. Ex-Kapfenberger Florian Flecker steht vor einem Transfer von Hartberg zu Union Berlin.

Ob Russ davon ausgeht, dass er neben Sabitzer weitere Akteure verliert? "Irgendwie hoffe ich das, denn dann wissen wir, dass wir alle gut gearbeitet haben. Und natürlich ist es für die Spieler eine Auszeichnung, wenn sich Vereine bei ihnen melden und auskundschaften, wie es bei ihnen weitergeht. Ich kann nur jedem raten, dass man hart trainieren muss, damit man solche Chancen bekommt. Unser Ziel ist ja, dass wir Spieler weiterbringen, darauf liegt unser Hauptaugenmerk. Natürlich hoffen wir auch, dass wir dadurch ein bisschen Geld bekommen. Das ist wichtig, um die nächsten Talente zu holen und jene Spieler, die aus unserer Akademie kommen, weiterzubringen."

Russ rechnet damit, dass er neben Sabitzer zwei, drei weitere Leistungsträger verlieren wird. Mit Matthias Puschl und Paul Mensah könnten sich weitere Offensivkräfte in die Notizblöcke anderer Klubs gespielt haben.

Mensah hält der KSV-Coach jedoch für kein fertig geformtes Talent: "Paul ist ein Instinktfußballer, der bezüglich Taktik doch noch ein bisschen lernen muss. Das hat er zuvor halt nie gelernt. Es ist nicht so einfach, alles in einem Jahr zu begfreifen, aber man sieht, dass er in manchen Spielen sensationell ist. Er hat sehr viel, was gut ist, aber schon auch noch ein paar Schwächen. Dennoch glaube ich, dass er der Nächste sein wird. Puschl ist aus Gleisdorf zu uns gekommen, hat sich super entwickelt, ist körperlich viel robuster und besser geworden und hat jetzt auch Topspiele geliefert. Bei ihm muss man schauen, wie weit es geht."

Die familiären Vorbilder

Gespannt sein darf man, wie weit es Sabitzer schafft. Cousin Marcel schaffte es mit RB Leipzig in die Champions League. Onkel Herfried, Marcels Vater, schaffte es ebenfalls ins ÖFB-Nationalteam.

Ist es hilfreich, um sich im Fußball-Geschäft zu etablieren, wenn man in der Familie Vorbilder hat, die das Geschäft kennen? "Ich glaube schon", meint Russ, stellt jedoch klar, dass es am Ende an Thomas Sabitzer selbst liegen würde:

"Es ist ja trotzdem so, dass der Spieler selbst seine Leistung bringen muss, die Scouts schauen ja ihm auf die Füße - wenn du einen Namen hast, aber nicht kicken kannst, wirst du trotzdem nicht die Möglichkeit haben, dass du irgendwo hinkommst. Für die Medien ist der Name natürlich interessant, und das ist auch gut. Aber im Prinzip hängt es nur von ihm ab. Aber das setzt er um, er ist ruhig und weiß, was er will. Er ist sehr weit für sein Alter. Ich hoffe, dass er das Richtige für sich finden wird."

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Textquelle: © LAOLA1.at

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