Ried: "Werden mental nicht einbrechen!"

 

Wer in die Bundesliga aufsteigen möchte, sollte eigentlich nicht bereits über die Amateur-Mannschaften der Bundesligisten stolpern.

Aufstiegsaspirant Nummer eins Ried kassiert nach der Heimniederlage gegen die Young Violets am vergangenen Freitag auch im Oberösterreich-Derby beim FC Juniors überraschend eine Niederlage (Spielbericht >>>).

"Es schmerzt sehr", offenbart Ried-Kapitän Marcel Ziegl die Gefühlslage nach Spielende im ORF-Interview.

Ziegl: "Saison ist ein Marathon, kein Sprint"

Der langersehnten Vorfreude auf den Re-Start der HPYBET 2. Liga wich zumindest in Ried pure Ernüchterung. Seit dem Neustart lassen die Innviertler Ergebnisse zu wünschen übrig. Nur zwei der fünf Runden konnte die von Gerald Baumgartner trainierte Mannschaft für sich entscheiden. Der Acht-Punkte-Polster auf Austria Klagenfurt schrumpfte auf zwei Zähler.

Ob eine Rieder Negativspirale droht? "Die Situation ist gefährlich. Aber wir stehen schon die gesamte Saison unter Druck. Egal ob jetzt oder vor einem halben Jahr", meint Ziegl und blickt auf die bisherigen Leistungen zurück, wo einem verkorksten Saisonstart eine imposante Siegesserie folgte. "Eine Saison ist aber auch ein Marathon und kein Sprint. Es ist jeder gefordert. Wir werden mental jetzt nicht einbrechen", nimmt der 27-jährige Mittelfeldspieler seine Teamkollegen in die Pflicht.

Die Ried-Niederlage im VIDEO:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Dazu zählt: Fehler abstellen, denn die ursprüngliche Devise vor dem Derby lautete "hinten sicher stehen und vorne die Chancen verwerten". Dass der Matchplan in die Hose ging, ist einem Fehler von Kennedy Boateng geschuldet. Sehr zum Ärgernis von Ziegl.

"Wir schießen uns das erste Gegentor durch den verunglückten Rückpass selber", schiebt das Ried-Urgestein die Schuld aber nicht ausschließlich dem 23-jährigen Defensivmann zu. "Über eine gefühlte Stunde hatten wir fünf 'Hunderter' und sind sogar lange in Überzahl. Wir werden 'Boa' (Boateng, Anm.) ins Boot holen. Ich denk' mit morgen ist die Sache abgehakt."

Von Konsequenzen hält auch Ried-Coach Baumgartner nichts. "Es gibt hier keinen Vorwurf an irgendeinen Spieler von uns, weil sie 90 Minuten alles versucht haben."

Baumgartner: "Paar krasse Fehlentscheidungen"

Viel eher haderte der Oberndorfer mit dem Schiedsrichtergespann, das sich "ein paar krasse Fehlentscheidungen" leistete. "Die Gelb-Rote von Grüll war kein Ausschluss für mich, da Grüll zum Ball geht und der Torhüter durchzieht. Es war auch ein, zwei Mal kein Abseits von uns", erklärte Baumgartner seine Sicht der Dinge.

Der Übeltäter für das akute Formtief ist für den 55-Jährigen bereits gefunden: Corona. "Die Jungs sind nach der langen Pause noch nicht so fit wie wir das wollen", sagt Baumgartner und relativiert rasch: "Aber das soll keine Ausrede sein, schließlich sind wir selber Schuld."

Zwei Pleiten in Serie sind für Ried in der laufenden Spielzeit komplettes Neuland. Der Platz an der Sonne musste aufgrund des GAK-Erfolgs bei Austria Klagenfurt aber nicht geräumt werden. "Wir sind vorne! Die Niederlage lassen wir so stehen, werden jetzt gut regenerieren und uns auf Freitag konzentrieren."

Dort wartet mit Blau Weiß Linz nämlich das nächste Prestige-Duell auf die SV Ried.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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