Teams nehmen Stadion-Brand mit Humor

 

Das Spiel zwischen Wacker Innsbruck und Austria Klagenfurt wird wohl noch länger in Erinnerung bleiben.

Das liegt allerdings nur zum Teil daran, dass die Tiroler dank einer starken Vorstellung, die in einem 2:0-Sieg resultierte (Spielbericht >>>), in der Tabelle wieder an den Kärntnern vorbeizogen und gleichzeitig wieder die Pole Position im Aufstiegskampf einnehmen - viel mehr wird man an die hitzigen Szenen der ersten Halbzeit denken, wenn man sich dieses Spiel in Erinnerung ruft.

Ein Stadion-Brand, ausgelöst von Feuerwerkskörpern, legte das Spiel nämlich geschlagene 20 Minuten lahm. Auslöser des Brandes war ein Feuerwerk außerhalb des Stadions, das der Fanklub "Verrückte Köpfe" zur Feier des 30-jährigen Bestehens abschoss. Eine Lautsprecherbox fing Feuer, woraufhin die Feuerwehr den Brand löschen musste.

Unglaubliche Szenen, die man in einem Fußballspiel nicht allzu oft sieht, wie auch Wacker-Cheftrainer Daniel Bierofka nach dem Spiel meint: "Ich glaube, die Fans wollten etwas Feuer unters Dach bringen", nimmt der Deutsche die lange Unterbrechung im ORF-Interview mit Humor.

Pacult: "Angeblich war da ein Nest oben"

"Ich glaube, das war gut gemeint. Sie wollten uns unterstützen, leider ist dann einer hängen geblieben unterm Dach. Das habe ich so auch noch nie erlebt. Die Feuerwehr war ja auch gleich da, von dem her ist nichts passiert", spielt Bierofka die Sache mit einem Lächeln runter.

Auch Peter Pacult, Trainer der Kärntner, lächelt die Sache weg, dürfte allerdings nicht so gut informiert gewesen sein, welcher Gegenstand letzten Ende Feuer fing. "Angeblich war da ein Nest oben, dann muss es aber ein großes Adlernest gewesen sein", scherzt Pacult. "Das ist natürlich dumm gelaufen mit der Pyrotechnik. Ich kenne das von anderen Vereinen auch."

Wacker-Profi Stefan Meusburger, der am Freitag von der Tribüne zusehen musste, will die Fans etwas in Schutz nehmen. "Aussehen tut es schon cool", spricht Meusburger die bengalischen Feuer an.

"Wenn man dann die Folgen sieht, ist es aber vielleicht doch nicht so gut ausgegangen. Fans sind cool und auch so Pyrotechnik-Aktionen sind cool anzuschauen. Uns Spielern taugt das auch, aber wenn dann sowas passiert... Sie machen das auch nicht mit Absicht, ist halt leider so", so der Wacker-Akteur.

Bierofka: "Müssen jetzt durchbeißen"

Am Ende konnte das Spiel nach dem Feuerwehr-Einsatz aber doch fortgesetzt werden, was vor allem Wacker Innsbruck, die das Spiel letztlich mit 2:0 gewannen, in die Karten spielte.

"Ich bin stolz auf die Mannschaft, vor allem, wie sie erste Halbzeit aufgetreten ist, mit einer unheimlichen Selbstverständlichkeit, vor allem im Ballbesitz, wie wir uns die Chancen herausgespielt haben. Das war wirklich sehr gut. Leider haben wir es in der zweiten Halbzeit verpasst, den Umschaltmoment auszunützen. Das ist vielleicht eine kleine Sache, die ich der Mannschaft vorwerfen kann", so Wacker-Coach Bierofka.

Mit dem Sieg ist Wacker Innsbruck somit auch wieder im Fahrersitz, wenn es darum geht, das eigene Schicksal im Kampf um den Aufstieg selbst in der Hand zu haben. "Wenn man unsere Entwicklung sieht, vom Beginn der Saison und wie wir heute aufgetreten sind, ist da schon ein Riesen-Unterschied. Das macht micht stolz. Was am Ende des Tages dabei rauskommt, wird man sehen. Es sind noch viele Spiele, wo wir uns durchbeißen müssen", sagt der Deutsche.

"Das ist brutal wichtig für das Selbstvertrauen, dass wir jetzt an Klagenfurt vorbeiziehen. Wir haben aber noch einige wichtige Spiele vor uns. Jedes Spiel wird entscheidend sein", legt Fabio Viteritti, Torschütze zum 1:0 am Freitag, nach.

Klagenfurt glaubt weiter an Aufstieg

Auf Seiten der Klagenfurter trauert man vor allem den vielen vergebenen Top-Chancen der zweiten Halbzeit nach, erste Hälfte hat man - da ist man sich im Lager der Kärntner einig - verschlafen.

"Wir mussten reagieren in der Halbzeit. Das ist uns auch geglückt, wir haben die zweite Halbzeit dann auch dementsprechend gestalten können, vor allem den Anfang", so Klagenfurt-Coach Peter Pacult nach dem Spiel.

"Schade um das Abseitstor, da wäre Wacker sicher nervös geworden", spricht Pacult den vermeintlichen Anschlusstreffer von Patrick Greil an. "Leider ist uns der Anschlusstreffer nicht geglückt. Wir haben heute einiges liegen gelassen, was nicht notwendig war."

"Wir können uns nichts vorwerfen, wir haben alles investiert. Das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir müssen hoffen, dass Innsbruck noch was liegen lässt. Einfach wird es nicht, aber wir glauben an uns", beschreibt Philipp Hütter die aktuelle Situation.

Der Glaube seines Trainers, Peter Pacult, ist ebenfalls noch nicht gebrochen. "Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass dieses Spiel nicht entscheidend sein wird. Es gibt noch fünf schwere Spiel für beide Mannschaften, wo man hellwach sein muss. Es wird bis zum Schluss eng, beide Mannschaften müssen ihre Hausaufgaben machen."


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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