Fallmann: Vom Experten zurück auf Trainerbank

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In der HPYBET 2. Liga geht es schön langsam in die heiße Phase. Während sich die WSG Wattens und die SV Ried wohl den Aufstieg untereinander ausmachen, könnte der Kampf um den Klassenerhalt nicht enger sein.

Zwischen dem FC Wacker II auf Platz fünf und dem ersten Abstiegsplatz liegen gerade einmal neun Punkte.

Mittendrin, eben genau auf diesem ersten Rang der Abstiegszone, rangiert der SKU Amstetten mit Neo-Coach Jochen Fallmann.

Die Herbstrunde begleitete Fallmann noch als Experte bei LAOLA1, analysierte in der Winterpause alle 16 Teams.

Im Interview erklärt er, wie sich seine Sichtweise als Trainer durch die Tätigkeit als Co-Kommenator verändert hat, worauf es im Abstiegskampf ankommt und wie er es findet, dass sein Vorgänger sein Nachfolger als Experte ist.

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LAOLA1: Herr Fallmann, vom LAOLA1-Experten zurück auf die Trainerbank, hat die Umstellung gut funktioniert?

Fallmann: Da gab es überhaupt kein Problem, das hat tadellos funktioniert. Ich konnte gleich wieder von der Experten-Sichtweise auf die eines Trainers wechseln.

LAOLA1: Hilft ihnen die Erfahrung als Experte eigentlich jetzt als Trainer in der Gegneranalyse?

Fallmann: Ja, absolut. Diese Sichtweise eines Experten, oder vielleicht sogar die eines Journalisten, war komplett neu für mich, das war eine ganz neue Sichtweise, die ich da kennenlernen durfte. Ich merke jetzt schon als Trainer, dass ich manche Situationen anders sehe und beurteile.

"Wenn man in so einer negativen Spirale ist, dann ist es wichtig, den Spielern einen einfachen Plan und simple Grundprinzipien mitzugeben."

Fallmann über seinen Ansatzpunkt

LAOLA1: In der Winterpause haben Sie noch alle Zweitliga-Teams analysiert, auch ihre jetzige Mannschaft. Hat das dazu beigetragen, dass sich der SKU für Sie als Trainer entschieden hat?

Fallmann: Ob es die Entscheidung für mich als Trainer beeinflusst hat, weiß ich nicht. Aber die Verantwortlichen des SKU Amstetten haben natürlich, auch durch diese Analysen gewusst, dass ich die Liga und die Vereine gut kenne. Aber ich glaube, entscheidend waren meine Erfahrungen als Trainer. In den Gesprächen haben wir dann schnell gemerkt, dass es für beide Seiten passt. Aber, dass ich die Liga so gut kenne, war sicher ein Plus.

LAOLA1: Kommen wir zum Sportlichen. Sie sind mit zwei Siegen gestartet. Wie schafft man es, ein verunsichertes Team so schnell aufzurichten?

Fallmann: Durch meine Beobachtungen war ich überzeugt, dass mehr Qualität in der Mannschaft steckt, dass sie konkurrenzfähig ist, sie haben es nur nicht auf den Platz bekommen. Das habe ich versucht den Spielern zu vermitteln. Natürlich habe ich auch etwas im taktischen und personellen Bereich verändert. Wenn man in so einer negativen Spirale ist, dann ist es wichtig, den Spielern einen einfachen Plan und simple Grundprinzipien mitzugeben. Ich bin überzeugt, dass in solchen Situationen der einfache Fußball den größten Erfolg verspricht.

LAOLA1: Die Siege gab es gegen Lafnitz und BW Linz. Das zeigt doch, dass der SKU gut genug für die Liga ist, oder?

Fallmann: Wie gesagt, ich bin überzeugt davon, dass wir genügend Qualität haben für diese 2. Liga. Der Herbst wurde halt leider, wie bei vielen Aufsteigern, total vergeigt. Diese Bürde tragen wir jetzt mit uns mit. Aber ich bin sicher, dass wir die Klasse halten und dann im kommenden Jahr einen Mittelfeldplatz in der Liga anstreben können.

LAOLA1: Zuletzt gab es mit dem 0:2 in Ried eine unglückliche Niederlage. Ein Tor fiel durch einen  Elfmeter und beim 1:0 stand Eler möglicherweise im Abseits. So spielt kein Abstiegskandidat, oder?

Fallmann: Ich habe meiner Mannschaft im Vorfeld vermittelt, dass es wichtig ist mutig aufzutreten. Egal wo, oder gegen wen wir spielen - wir brauchen die Punkte. Das hat die Mannschaft in Ried sehr gut umgesetzt. Deshalb ist es doppelt ärgerlich, dass wir nichts mitgenommen haben.

LAOLA1: Wie meinen Sie, doppelt ärgerlich?

Fallmann:  Einerseits haben wir die Möglichkeiten, die sich uns geboten haben nicht verwertet. Andererseits war das Momentum in den spielentscheidenden Szenen nicht auf unserer Seite. Ich denke, dass man beide Situationen, die vor dem 0:1 und auch die Elfmetersituation genau andersherum entscheiden kann.

So analysierte Fallmann im Winter seinen jetzigen Klub:

Klare Anweisungen als SKU-Coach
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LAOLA1: Trotz des Aufschwungs steht Amstetten noch auf einem Abstiegsplatz. Ist es nicht anstrengend, wenn man trotz Siegen nicht von da unten weg kommt?

Fallmann: Nein, das ist relativ einfach. Ich habe auch meinen Jungs gesagt, dass wir nur auf uns schauen. Wir haben den Blick nur nach vorne gerichtet, schauen nicht, was hinter uns passiert. Beeinflussen können wir sowieso nur unsere eigenen Spiele. Und von denen gibt es noch genügend. Ich will eine Situation schaffen, dass wir entweder am letzten Spieltag schon gerettet sind, oder es in unserer eigenen Hand haben. Es zählen keine Etappenziele, sondern nur das Endziel.

LAOLA1: Es geht noch gegen Steyr, Horn, die Violets, Klagenfurt und die Juniors. Damit hält der SKU sehr viele Trümpfe in der eigenen Hand, oder?

Fallmann: Wir haben jedes Wochenende die Chance etwas an unserer Situation zu verändern. Wie ich bereits gesagt habe, es darf für uns keine Rolle spielen, gegen wen wir antreten, weil wir ganz einfach jeden Punkt dringend brauchen. Aber ich halte es auch für wenig hilfreich, wenn dann von Sechs-Punkte-Spielen oder Zusatzspielen gesprochen wird. Es gibt für einen Sieg gegen Horn ebenso drei Zähler, wie wenn wir gegen Ried oder Wattens spielen.

LAOLA1: Klingt sehr selbstbewusst.

Fallmann: Wenn ich nicht an die Mannschaft glauben würde, hätte ich den Trainerjob nicht angenommen. Mir ist wichtig, dass wir unser Spiel auf den Platz bringen und über 90 Minuten durchziehen. Dann bin ich überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.

LAOLA1: Auch die direkten Konkurrenten wie Austria Klagenfurt feiern reihenweise Siege. Woran liegt das, dass die Teams aus der untern Tabellenregion plötzlich gewinnen und die Klubs an der Spitze wie Wattens, Linz oder Wiener Neustadt ihre Probleme haben?

Fallmann: Da habe ich eine ganz klare Analyse, es steckt also doch noch ein LAOLA1-Experte in mir. Es gab ja bereits im Sommer die Vermutung, dass sich die etablierten Teams die vorderen acht Plätze ausmachen werden, die Neulinge dann dahinter liegen. Die Aufsteiger haben diese Liga schlichtweg unterschätzt, beziehungsweise haben ihnen auch die Erfahrungswerte auf diesem Niveau gefehlt. Natürlich ist das Vollprofitum gegen ein Halbprofitum im Vorteil. Wenn jemand bereits 40 Stunden in der Woche arbeitet, dann ist der zusätzliche Aufwand in der 2. Liga schon enorm, da haben die Erfahrungen gefehlt, wie man das handhabt. Nun im Winter haben viele Aufsteiger alles ein wenig professionalisiert, haben durch die gesammelten Erfahrungen Korrekturen vorgenommen. Dadurch ist die Kluft kleiner geworden.

"Das ist eine interessante Geschichte. Wer die Spiele begleitet, das kann ich ja sowieso nicht beeinflussen."

Fallmann über seinen Vorgänger als Co-Kommentator

LAOLA1: Nun kommt es zum Abstiegskracher gegen Vorwärts Steyr. Worauf wird es für den SKU ankommen?

Fallmann: Der entscheidende Faktor wird sein, dass wir unser Spiel zu 100 Prozent auf den Platz bringen und durchziehen. Dann sind wir stärker als Steyr. Aber natürlich müssen wir uns um die Bedeutung dieser Partie schon bewusst sein, Steyr macht das gut, nur spielen sie zu oft unentschieden. Aber wenn wir voll fokussiert in das Spiel gehen, dann sehe ich gute Chancen, dass wir zuhause Steyr schlagen können.

LAOLA1: Sie haben es angesprochen, Steyr zuletzt mit einem unglücklichen Unentschieden gegen Horn, auch im Nachtrag gegen Kapfenberg nur 1:1. Was sind die Stärken des kommenden Gegners?

Fallmann: Die große Stärke von Vorwärts Steyr ist die ungemeine Kampfkraft und der unbedingte Wille. Sie gehen sehr stark auf den zweiten Ball, da sind sie richtig stark. Außerdem wird Steyr nicht nur zuhause, sondern auch auswärts, immer lautstark von ihren Fans unterstützt, da haben sie wirklich einen 12. Mann. Aber in einem Heimspiel haben wir den sicher auch.

LAOLA1: Zum Abschluss: Haben Sie schon mitbekommen, wer am Wochenende Co-Kommentator bei LAOLA1 sein wir?

Fallmann: Nein, da habe ich nichts mitbekommen. Aber wenn ich so danach gefragt werde, muss es eine spezielle Person sein.

LAOLA1: Es ist ihr Vorgänger Robert Weinstabl. Wie finden Sie es, dass eines ihrer Spiele von ihrem Vorgänger kommentiert wird?

Fallmann: Das ist eine interessante Geschichte. Er kennt ja die Spieler und auch die Liga sehr gut, also wird er sicher auch als Experte bestens geeignet sein. Wer die Spiele begleitet, das kann ich ja sowieso nicht beeinflussen. Für mich zählt nur ein Sieg des SKU Amstetten, darüber wäre Robert Weinstabl sicher auch glücklich. Es steckt ja auch noch sehr viel von ihm im Verein, er hat den Kader zusammen gestellt. Also wäre es auch ein Erfolg für Robert Weinstabl.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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