Jovanovic: Enes Tepecik "ähnlich wie Demir"

Jovanovic: Enes Tepecik Foto: © GEPA
 

Von allen 2. Liga-Vereinen hat der SK Rapid Wien II die mit Abstand längste Vorbereitung hinter sich.

Im ÖFB-Cup sind die jungen Hütteldorfer als Reservemannschaft bekannterweise nicht spielberechtigt, hinzu kam die Absage des Auftaktspiels beim SKN St. Pölten. Damit wird der Saisonauftakt mit dem Heimspiel gegen den FC Juniors OÖ (Freitag, 18:30 Uhr im LIVE-Stream) verspätet eingeläutet.

Dabei nimmt auch, zumindest auf dem Papier, ein neuer Mann auf der Trainerbank Platz. Patrick Jovanovic, seit 2015 Co-Trainer bei Rapid II und selbst jahrelang Spieler bei den Grün-Weißen, wird die Mannschaft in die neue Spielzeit führen. Der bisher offizielle Chefbetreuer Franz Maresch zog sich ins Scouting zurück, Steffen Hofmann agiert weiter als Co-Trainer.

Mit dem Trainer ging auch ein Kaderumbruch einher. Drei Spieler wurden zur Kampfmannschaft hochgezogen, sieben weitere Kicker, die teilweise bereits viel Routine mitbrachten, kehrten den Hütteldorfern den Rücken.

Daher erhalten viele Jung-Profis, die vergangene Saison noch in der Rapid-Akademie für das U18-Team spielten, eine Chance, sich in der Admiral 2. Liga zu beweisen. Einer von ihnen ist der erst 17-Jährige Enes Tepecik, dem Jovanovic im LAOLA1-Gespräch eine große Zukunft attestiert.

Außerdem blickt der 47-Jährige auf seine Trainer-Bestellung zurück, was im Vergleich zur Vorsaison besser klappen soll und warum der SK Rapid II einen einstelligen Tabellenplatz erreichen wird.

LAOLA1: Herr Jovanovic, Sie waren seit 2015 Co-Trainer beim SK Rapid II, nun sind Sie der neue Cheftrainer. Warum?

Patrick Jovanovic: Ich bin eben schon sehr lange bei der zweiten Mannschaft Rapids dabei. Wir haben ein großes Trainer-Team mit Steffen Hofmann und Franz Maresch. Im Sommer hat man mich gefragt, ob ich diese Position übernehmen will. Dieses Angebot habe ich dann dankend angenommen.

LAOLA1: Hat der Verein Gründe für diesen Wechsel genannt?

Jovanovic: Franz Maresch hat diese Position abgegeben, um wieder ins Scouting zurückkehren zu können. Mit Steffen Hofmann haben wir einen Trainer, der Zukunft hat. Ich werde diese Aufgabe an erster Stelle machen, aber auf Augenhöhe mit Steffen agieren. Wer dann die letzten Entscheidungen trifft, werden wir noch im Trainer-Team besprechen. Für uns ist es jedenfalls besser, wenn sich zwei, drei Leute beraten können.

LAOLA1: Die Aufgaben zwischen Ihnen werden also gleichmäßig aufgeteilt.

Foto: © GEPA

Jovanovic: Ja, genau. Ich denke auch, dass sich das so gehört. Es ist für das Trainer-Team definitiv einfacher, dass jeder seinen Aufgabenbereich zugewiesen hat.

LAOLA1: Sie waren früher jahrelang Spieler beim SK Rapid. Wann war klar, dass Sie später eine Trainer-Karriere anstreben wollen?

Jovanovic: Es hat sich in puncto Trainer-Ausbildung so entwickelt, dass ich am Ende meiner Karriere Spielertrainer beim SC Au am Leithagebirge sowie beim SC Kirchberg/Pielach war. Dann hat Rapid bei mir angefragt, ob ich nicht einen Trainer-Job im Klub annehmen möchte. Das habe ich 2015 bei Rapid II gemacht. Die Aufgabe bereitet mir heute noch sehr viel Spaß. Vor allem das Bindeglied zwischen unserer U18 und der Kampfmannschaft zu sein, ist spannend.

LAOLA1: Kam denn jemals in Frage, dass Sie einen Job bei der Profi-Mannschaft von Rapid Wien übernehmen?

Jovanovic: Nein, das kommt für mich nicht in Frage.

LAOLA1: Mit Tamas Szanto ist ein ehemaliger Spieler, der im Sommer seine Karriere beenden musste, neuer Team-Manager von Rapid II. Wie sehen seine Aufgabenbereiche aus?

Jovanovic: Tamas hat leider als Profispieler aufhören müssen, der Verein hat ihm aber die Chance gegeben, dass er bei uns Team-Manager wird. Er macht das bis jetzt sehr gut, ist stets bei der Mannschaft dabei. Er bekommt sowohl von mir als auch von Steffen immer wieder die nötige Hilfe, damit er sich in der neuen Position in Ruhe einleben kann.

LAOLA1: Sie haben bei Ihrer Vorstellung als Trainer von Rapid II gesagt: "Wir wollen dort weitermachen, wo wir vorige Saison aufgehört haben." Was bedeutet das konkret?

Jovanovic: Im vergangenen Herbst hatten wir sehr viele Verletzte, da sind wir schwer in die Gänge gekommen. Im Frühjahr war die Lage um einiges besser, die Spieler haben sich an die 2. Liga gewöhnt. Wir gehen davon aus, dass wir daran anknüpfen können, damit wir schon im Herbst genügend Punkte sammeln.

VIDEO: Enes Tepecik ein "ähnlicher Spielertyp wie Yusuf Demir"

(Interview wird unter dem VIDEO fortgesetzt)


LAOLA1: Im Sommer gab es aber einen Umbruch im Kader. Oliver Strunz und Marko Dijakovic wurden zu den Profis hochgezogen, dazu verließ Marco Fuchshofer den Verein und ging nach Lafnitz. Wer soll die Mannschaft nun anführen?

Jovanovic: Strunz, Dijakovic und Sulzbacher, der ebenfalls zu den Profis hochgezogen wurde, werden trotzdem auch bei uns zu Einsätzen kommen. Dann sind noch einige Spieler da, die bereits in der letzten Saison in der 2. Liga viele Spiele absolviert haben. Wir werden bestimmt eine gute Mischung finden, mit der wir bestehen können.

LAOLA1: Mit dem 24-jährigen Denis Bosnjak gäbe es einen prädestinierten Spieler für die Führungsspieler-Rolle.

Jovanovic: Genau, er wird in der kommenden Saison auch unser Kapitän sein. Nicolas Wunsch und Adrian Hajdari sollen ebenfalls in diese Rolle schlüpfen. Sie sollen die jungen Spieler führen, dazu kommen aus der Profi-Mannschaft ein, zwei Kandidaten hinzu.

LAOLA1: Es gibt aber auch viele neue Spieler, die vorwiegend aus der eigenen U18-Mannschaft kommen. Mit Jan Kirchmayer, der von der AKA St. Pölten kommt, gibt es aber auch einen externen Neuzugang. Was darf man sich von ihm erwarten?

Jovanovic: Jan ist ein sehr dynamischer Spieler, er bringt viel Geschwindigkeit mit. Bei ihm sind gute Ansätze zu erkennen, mal sehen, wo wir ihn einsetzen werden. Er wird Rapid II aber mit großer Sicherheit weiterhelfen können.

LAOLA1: Ist er bereits ein Thema für die Startelf?

"Enes ist ähnlich wie Yusuf Demir"

Jovanovic: Er hat, wie jeder andere Spieler im Kader, die Chance, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Spielzeit wird er bestimmt bekommen, da kommt es aber auch darauf an, welche Formation wir spielen werden und wo wir ihn einsetzen können, damit er uns am meisten hilft.

LAOLA1: Ein weiterer interessanter Spieler ist Enes Tepecik. Was für ein Spielertyp ist er?

Jovanovic: Enes ist ähnlich wie Yusuf Demir. Er ist noch ein sehr junger Spieler, daher hoffe ich, dass er in dieser Saison viel dazulernt. Da geht es vor allem um Schnelligkeit, Robustheit und das Zweikampfverhalten. Fußballspielen kann er jedenfalls.

LAOLA1: Welche Stärken stechen bei ihm hervor?

Jovanovic: Seine Technik, seine Lösungen im Spiel Eins-gegen-Eins. Da ist er sehr stark. Dazu kommt seine Schusstechnik, die kann sich sehen lassen. Er kann mit Tempo auf die letzte Linie zugehen, ist auch des letzten, tödlichen Passes fähig. Er ist sicher ein guter Junge, der aber noch dazu lernen muss.

LAOLA1: Mit welchem Ziel gehen sie in die neue Spielzeit in der Admiral 2. Liga?

Jovanovic: Wir wollen auf jeden Fall nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Letzte Saison schlossen die letzten vier Teams die Meisterschaft mit jeweils 30 Punkten ab. Wir wollen daher schauen, dass wir so schnell wie möglich von dort unten rauskommen, richtig Punkte sammeln und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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