Das war der 13. Juli 2001 in der Welt des Sports

Das war der 13. Juli 2001 in der Welt des Sports Foto: © getty
 

Als am 13. Juli 2001 LAOLA1 unter dem Namen sport1.at online ging, dominierte ein Thema die Schlagzeiten in der Sport-Welt: Die Vergabe der Olympischen Spiele 2008 an Peking.

Die chinesische Hauptstadt setzte sich bei der Vergabe in Moskau gegen Bewerbungen aus Toronto, Paris, Istanbul und Osaka durch.

Doch auch abseits der heftig umstrittenen Vergabe der Spiele der 29. Olympischen Spiele wurden Schlagzeilen geschrieben. LAOLA1 wirft die Zeitmaschine zum 13. Juli 2001 an und ordnet die Geschehnisse rund um den Tag und seine Folgen ein.

VIDEO - Geburtstags-Glückwünsche an LAOLA1:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Bundesliga-Start bereits vollzogen

Der heimische Fußball war kurz vor dem Launch von sport1.at in die neue Saison gestartet. Am 10. Juli eröffnete Meister FC Tirol die neue Spielzeit nach Toren von Roland Kirchler und Patrik Jezek mit einem 2:0-Sieg über den GAK.

Einen Tag später schoss Erik Regtop Schwarz-Weiß Bregenz zu einem 1:0-Sieg gegen die Admira, die am Saisonende den Weg in die damalige Erste Division antreten musste. In Salzburg trennte sich die hiesige Austria 0:0 vom Gegenstück aus Wien. Salzburg-Goalie Szabolcs Safar zog sich bei einem gehaltenen Elfmeter einen Kapsel- und Bänder-Abriss in der rechten Schulter sowie einen Einriss des Bizeps zu. Am 13. Juli 2001 wurde die Operation durchgeführt, der Ungar hatte danach eine lange und erfolgreiche Karriere.

"Wir haben ja schon vor diesem Missgeschick gewusst, dass Szabolcs zu Borussia Mönchengladbach tendiert und haben daher auf der Suche nach Ersatz schon vorgearbeitet", veriet Klub-Manager Werner Schwarz damals. Dieser hatte "25 bis 30 Angebote" per Fax erhalten, Ersatz wurde letztendlich aber nicht verpflichtet.

In Wien-Hütteldorf durfte sich Vizemeister Rapid über einen 3:1-Sieg gegen Sturm Graz freuen. Nach einem Tor vom späteren Rapid-Meisterspieler Ferdinand Feldhofer für die Grazer drehten Gaston Taument und Ex-Sturm-Kicker Roman Wallner die Partie, ehe Günther Neukirchner ein Eigentor unterlief.

Aufsteiger FC Kärnten verlor indes mit 1:2 bei der von Alfred Tatar trainierten SV Ried. Die Tore erzielten Thomas Ambrosius bzw. Zeljko Radovic und Konstantin Wawra. Der Aufstieg des FC Kärnten ins Oberhaus wurde durch Roland Kollmann maßgeblich geprägt.

Roland Kollmanns Missverständnis

Der Villacher erzielte in der 1. Division der Saison 2000/01 28 Tore in 33 Spielen. Seine Treffer waren auch der Grund, dass die Kärntner 2001 als Zweitligist sensationell den ÖFB-Cup gewinnen konnten. Kollmann traf in vier seiner fünf absolvierten Cup-Spiele. Im Halbfinale schoss er die Admira beim 3:2-Sieg nach Verlängerung praktisch im Alleingang ab, im Finale im Ernst-Happel-Stadion gelang Kollmann der Führungstreffer beim 2:1-Sieg nach Verlängerung.

Für diese Heldentaten wurde der damals 24-jährige Kollmann mit einem Wechsel zum FC Twente in die Niederländische Eredivisie belohnt. "Hier setzt man auf totalen Angriff. Außerdem bekomme ich vom Trainer die nötige Zeit um mich einzugewöhnen, schließlich ist das Tempo schon ein anderes. Es läuft jedoch schon weit besser als ich erwarten durfte", sagt Kollmann in einem am 13. Juli von der APA ausgeschickten Bericht.

Kollmann machte sich seinerzeit große Hoffnungen auf einen Stammplatz im 3-4-3 von Trainer John van’t Schip, doch dieser sollte dem Stürmer verwehrt bleiben. In der Eredivisie kam er nur achtmal zum Einsatz, dreifach zu Beginn. Treffer gelang ihm anders als im UEFA-Cup keiner. Im europäischen Bewerb netzte er in der 1. Runde in Hin- und Rückspiel gegen Polonia Warschau. Das Duell am 27. September 2001 war das einzige Spiel für Twente, das Kollmann über 90 Minuten bestreiten durfte.

"Ich wollte beim FC Kärnten bleiben oder vielleicht nach Italien. Dann habe ich jedoch den Anruf aus Enschede erhalten und die Verhandlungen sind sehr gut und schnell verlaufen", wird Kollmann im selben APA-Bericht vom Juli 2001 zitiert. Doch letztendlich stand in der selben Saison noch ein weiterer Wechsel an: Im Jänner 2002 flüchtete Kollmann zum GAK. Was dort geschah, ist hinlänglich bekannt. Der Stürmer schoss den GAK in der Saison 2003/04 unter Förderer Walter Schachner, der schon beim FC Kärnten erfolgreich mit Kollmann zusammenarbeitete, mit 27 Bundesligatoren zur bislang einzigen Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

FAK-Vorbereitung auf die Bayern

Bei der Wiener Austria freute man sich am 13. Juli 2001 anlässlich des 90-Jahr-Jubiläums auf ein zwei Tage später anstehendes Freundschaftsspiel mit dem amtierenden Champions-League-Sieger Bayern München. "Laut dem Vertrag sind die Bayern auch verpflichtet, eine Hälfte mit der stärksten Mannschaft zu spielen", sagte der erst im Jahr 2021 aus dem Amt geschiedene Austria-Manager Markus Kraetschmer seinerzeit.

"Gegen einen starken Gegner anzutreten, ist nie schlecht. Da wird sich zeigen, wo wir wirklich stehen und wo unsere Fehler liegen", sagte der damalige Co-Trainer Ernst Baumeister.

Die Bayern gewannen am 15. Juli 2001 im Horr-Stadion mit 2:1 nach Toren von Ex-Rapidler Carsten Jancker und dem zukünftigen Salzburger Alexander Zickler. Den kurzzeitigen Ausgleich besorgte der Chilene Rodolfo Moya, der für die Veilchen nur zu ingesamt sieben Einsätzen kommen sollte.

Deutlich mehr absolvierten die in der Nachspielzeit eingewechselten Austria-Legenden Toni Pfeffer, Herbert Prohaska und Andreas Ogris. Der damals 45-jährige Prohaska fasste seinen Kurzeinsatz wie folgt zusammen: "Es war ein schöner und endgültiger Abschied. Obwohl ich große Probleme mit der Achillessehne hatte und befürchtet habe, dass sie abreißt, wollte ich mir das Spiel nicht entgehen lassen. Es war eines meiner kürzesten Spiele, aber eine meiner schönsten Feiern."

Unschön waren die Szenen vor und nach dem Spiel: Vor dem Jubiläumsspiel gerieten großteils alkoholisierte Bayern-Fans an Austria-Anhänger, woraufhin eine Massenschlägerei ausbrach. Ein kleiner Teil der Austria-Fans lief zum Bayern-Sektor um die Fans der Deutschen zu provozieren. Die Polizei brachte die Situation mit Hunde-Staffeln unter Kontrolle. Unter dem Strich gab es 42 Festnahmen, die vorwiegend Deutsche betrafen.

"Wir wollten einen schönen Geburtstag feiern, solche Szenen dürfen nicht vorkommen", sagte der damalige Wiener Bürgermeister und Austria-Fan Michael Häupl.

Brasilien jammert

Der österreichische Fußball wartete am 13. Juli 2001 lediglich mit Testspielen auf, da die ersten drei Spieltage der beiden obersten Spielklassen Dienstags und Mittwochs über die Bühne gingen. Während mit dem DSV Leoben ein Zweitligist gegen LUV Graz 3:1 gewann, verlor mit dem LASK ein anderer Zweitligist gegen den schottischen Verein Kilmarnock 1:2. Sturm Graz gewann ein Testspiel gegen Gratkorn nach Toren von Wetl, Vastic und Reinmayr 3:0.

Auch international wurde gekickt: Bei der Copa America 2001 trennten sich Peru und Paraguay in der Nacht auf den 13. Juli 3:3. Vize-Weltmeister Brasilien verlor indes ohne Superstars wie Rivaldo, Cafu, Romario oder Roberto Carlos sein Auftaktspiel gegen Mexiko. Grund genug, um in Brasilien Endzeit-Stimmung auszurufen: "Albtraum ohne Ende", titelte die Zeitung "O Globo" am 13. Juli 2021.

Im Achtelfinale scheiterte die Selecao an Honduras, ein Jahr später wurde der Katzenjammer allerdings durch den WM-Titel beim Turnier in Japan und Südkorea beendet. Dieses Turnier verpasste Ägyten trotz eines 8:2-Sieges in der WM-Qualifikation am 13. Juli 2001 gegen Namibia.

Schett-Aus in Wien, Verpasster Cut in Schottland, Geldstrafe in Silverstone

Beim WTA-Turnier von Wien scheiterte Österreichs damaliges Tennis-Aushängeschild Barbara Schett im Viertelfinale in drei Sätzen gegen die Argentinierin Paola Suarez. In Loch Lomond bei Glasgow konnte die damalige österreichische Golf-Nummer-1 Markus Brier den Cut für die Scottish Golf Open nicht meistern. Etwas mehr als 500 Kilometer entfernt erlebt auch Michael Schumacher einen gebrauchten Tag.

Beim Training für den Formel-1-Grand-Prix von Großbritannien belegte der Deutsche nur Rang vier hinter Mika Häkkinen und David Coulthard in den Boliden von McLaren-Mercedes und Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello. Zu allem Überfluss fasst der damals 32-jährige dreifache Weltmeister eine Geldstrafe in Höhe von 2.500 Dollar aus, da er bevor die Piste offiziell als nass erklärt wurde, Regenreifen benutzt hatte.

Auch Jordan-Pilot Jarno Trulli und BAR-Fahrer Olivier Panis wurden mit derselben Geldbuße belegt. Schumacher wird dieser Zwischenfall wohl spätestens am Saisonende egal gewesen sein. 2001 feierte der Deutsche seine vierte Fahrer-Weltmeisterschaft und prolongierte die Ferrari-Dominanz, die bis 2004 anhalten sollte.

Bei der 88. Tour de France setzte sich der Este Jaan Kirsipuu auf der achten Etappe von Commercy nach Straßburg durch. Das Gelbe Trikot trug zu diesem Zeitpunkt noch der Australier Stuart O'Grady. Letztendlich sollte Lance Armstrong zum dritten Mal nach 1999 und 2000 mit dem Gelben Trikot des Gesamtführenden in Paris einradeln. Zwanzig Jahre später werden die sieben Tour-Titel des Texaners mit anderen Augen gesehen. Im August 2012 wurden Armstrong seine Siege zwischen 1999 und 2005 wegen Dopings rückwirkend aberkannt.

Peking: 20 Jahre enttäuschte Hoffnung?

Die wohl weitreichendste Entscheidung am 13. Juli 2001 fiel aber auf keinem Rasen, Asphalt oder Hartplatz sondern bei der Tagung des Internationalen Olympischen Komitees in Moskau. Dort wurden die Sommerspiele 2008 an die chinesische Hauptstadt Peking vergeben.

Schon im Vorfeld gab es gegen die Bewerbung Pekings teils heftige Proteste. So wurden am Tag der Bekanntgabe zwölf Demonstranten vor dem World Trade Centre in Moskau verhaftet. Peking setzte sich im zweiten Wahlgang souverän durch, die chinesische Hauptstadt vereinte im ersten Wahlgang 44 von 102 Stimmen auf sich, im zweiten erreichte die Hauptstadt Chinas 56 der 105 gültigen Stimmen.

"Wir sehen eine eklatante Diskrepanz zwischen den Idealen der Olympischen Charta und der Menschenrechtssituation", hieß es damals in einer schriftlichen Erklärung von Amnesty International, das eine "deutliche Verbesserung der Menschenrechtssituation" in China forderte.

"Chinas Menschenrechtslage ist schlecht, weit unter internationalen Standards - mit willkürlichen Festnahmen, Folter, Verletzungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung, der Versammlungs-und Religionsfreiheit", beklagte die Menschenrechtsorganisation Human Rights in China (HRiC).

Leo Wallner, der als österreichisches IOC-Mitglied an der Abstimmung beteiligt war, äußerte sich am 13. Juli 2001 wie folgt: "Die Entscheidung ist überraschend schnell gefallen. Es hat sich der Eindruck durchgesetzt, dass ein großes Land, das sich sehr bemüht hat, die Spiele bekommen soll. Wenn man eine teilweise politisch orientierte Entscheidung trifft, hat man aber auch eine stärkere Verantwortung. Der neue IOC-Präsident muss da vorsichtig vorgehen. Man wird jetzt die weitere Entwicklung überprüfen müssen. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen."

"Positive Entscheidung für das IOC"

"Ich halte das für eine sehr positive Entscheidung für das IOC, weil ein Fünftel der Weltbevölkerung, 1,3 Milliarden Chinesen, noch näher an Olympia heran geführt werden. Das ist für die universelle Bedeutung der Spiele sehr wichtig. Es ist gleichzeitig eine Herausforderung für das IOC, denn die Befürworter haben ihre Stimme auch in der Erwartung abgegeben, dass sich in China weiterer liberalisierender Wandel vollzieht. Das ist die Hoffnung, die mit dieser Stimme verbunden ist", sagte der damalige IOC-Vizepräsident Thomas Bach.

Was bleibt heute davon? Thomas Bach ist inzwischen Präsident des IOC, unter seiner Ägide wurden 2015 die Winterspiele 2022 an Peking vergeben. Sonderlich großartig war die Auswahl an Austragungsorten nach dem Rückzug von Lillehammer nicht mehr: Es blieben nur der Ausrichter der Sommerspiele 2008 und die kasachische Stadt Almaty übrig.

Die Wünsche Bachs haben sich fast 20 Jahre später nicht erfüllt. Zwar hat sich China dem Westen gegenüber geöffnet, von hohen Menschenrechtsstandards ist das bevölkerungsreichste Land der Erde aber teilweise noch weit entfernt, wie man in Hongkong, Tibet oder Xinjaing, einer von hauptsächlichen von Uiguren bevölkerten Region, beobachten kann. Vielleicht geht es sich ja in den nächsten 20 Jahren aus...

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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