Daxbachers große Abrechnung mit Wisio

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Karl Daxbacher lässt in der Gerichts-Causa zwischen Tomasz Wisio, Daniel Beichler und dem SKN St. Pölten mit einer Brandrede aufhorchen.

Laut dem Trainer lehnte Wisio ein ganzes Jahresgehalt als Abfindung für seinen bis 2017 laufenden Vertrag ab. Zusätzlich soll der Verteidiger ein Angebot von BW Linz ausgeschlagen haben. „Damit hätte er doppelt verdienen können“, meint Daxbacher.

„Vielleicht ist er das Bauernopfer einer schlechten Beratung. Eigentlich tut er mir leid.“

Die gesamte Abrechnung des Coaches mit seinem ehemaligen Kapitän seht ihr hier:
(Artikel wird darunter fortgesetzt)

 

Daxbacher kann Wisio nicht verstehen

Auf Basis einer einstweiligen Verfügung darf Wisio momentan mit den SKN-Profis mittrainieren. Dazu fährt er täglich mit dem Zug von seiner Heimatstadt Linz in die niederösterreichische Landeshauptstadt.

„Es ist zu hinterfragen, ob es für einen Spieler erstrebenswert ist, dort zu trainieren, wo er weiß, nicht willkommen zu sein. Wer würde sich das wünschen? Da geht es nur um eine Prinzipiensache“, kritisiert Daxbacher.

Grundsätzlich hätte man sich mit den Gegebenheiten mittlerweile arrangiert. „Wir haben kein Problem, er verhält sich korrekt, aber die Situation ist kurios.“

Comeback unmöglich: „Die Tür ist zu“

An taktischen Besprechungen nimmt Wisio genauso wenig Teil wie an Mannschaftsessen. Beichler absolviert sein Reha-Programm nach einer Meniskusoperation momentan sowieso individuell. Beide Spieler werden unter Daxbacher nicht mehr zum Einsatz kommen.

„Wenn ein Spieler den Verein klagt, ist für mich die Tür zu. Nach dieser Situation gibt es kein Zurück mehr“, kündigt der ehemalige Austria-Coach an.

Pikant: Im LAOLA1-Interview gibt Beichler zu Protokoll, dass der Verein vor Gericht noch etwas völlig anderes behauptet habe. Demnach antwortete der Klub auf Nachfrage der Richterin, dass der Mittelfeldspieler bei entsprechenden Leistungen durchaus Chancen auf Bundesliga-Einsätze habe.

SKN-Kapitän mit heftiger Kritik

Neben Daxbacher hagelt es auch von SKN-Kapitän Lukas Thürauer heftige Kritik am Verhalten der beiden in St. Pölten geschassten Profis, die ihre Teilnahme am Training der ersten Mannschaft einklagten.

„Das Urteil kann auch zum Nachteil für uns Spieler werden. Ich stelle mir die Frage, wie das in Zukunft laufen soll. Schließt der Verein jetzt nur noch Einjahres-Verträge ab, weil er Angst hat, dass so etwas wieder passiert?“, fragt der SKN-Kapitän.

„Das ist schon was, wo man den Stolz vielleicht runterschlucken sollte, auch im Hinblick auf jene Generationen, die nach uns kommen.“

St. Pölten will Berufung einlegen

Der SKN St. Pölten will nun prüfen, ob gegen das Urteil des Landesgerichts St. Pölten Berufung eingelegt wird.  

„Man muss hier eine richtungsweisende Entscheidung finden. Sonst passiert das in einem halben Jahr beim nächsten Verein wieder“, meint Präsident Gottfried Tröstl. „Im Sinne des österreichischen Profifußballs sollte das nun ausjudiziert werden.“

Das letzte Wort scheint in dieser Causa also noch nicht gesprochen.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare