Deshalb wird Siebenhandl nicht Sturm-Goalie

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Jörg Siebenhandl wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht der neue Torhüter von Sturm Graz.

"Wir sind weit auseinander. So wie es aussieht, ist die Sache gestorben. Für uns ist es eigentlich erledigt", erklärt Admira-Sportdirektor Ernst Baumeister gegenüber LAOLA1.

"Bei einer gewissen Summe können wir wahrscheinlich nicht nein sagen. Jörg war in der letzten Saison einer der besten Torhüter der Liga, das erste Angebot war jedoch unterirdisch", so der 59-Jährige.

Die Steirer sollen mit Filip Dmitrovic von Austria Klagenfurt bereits einen Nachfolger für Michael Esser gefunden haben. Der 20-Jährige beweist sich aktuell im Probetraining.

Um welche Summen es sich bei Siebenhandl handeln soll, ob Srdjan Spiridonovic die Admira noch verlässt, noch ein neuer Spieler kommt und wie die Nachfolge von GM Alexander Friedl geregelt wird, versucht LAOLA1 zu beantworten:

LAOLA1 brachte nach dem Abgang von Michael Esser den Stein ins Rollen: Siebenhandl soll Top-Kandidat bei Sturm Graz sein. Dies war auch tatsächlich der Fall, es gab bereits Gespräche zwischen dem Torhüter und den Steirern. Zu einer Einigung der Klubs kam es nicht – und wird es ziemlich sicher auch nicht mehr. Das Angebot der „Blackies“ ist viel zu niedrig. „Wir sind weit auseinander. So wie es aussieht, ist die Sache gestorben. Für uns ist es eigentlich erledigt“, winkt Sportdirektor Ernst Baumeister ab. Genaue Zahlen will er keine nennen, laut LAOLA1-Informationen würden die Südstädter aber erst ab einem Betrag um 500.000 Euro schwach werden. Bestätigen will und kann Baumeister dies nicht, gibt aber zu: „Bei einer gewissen Summe können wir wahrscheinlich nicht nein sagen. Jörg war in der letzten Saison einer der besten Torhüter der Liga, das erste Angebot war jedoch unterirdisch.“ Gemunkelt wird, dass Sturm nur einen fünfstelligen Betrag für den 26-Jährigen bot – für einen der stärksten heimischen Torhüter im besten Fußballer-Alter. Keine ernstzunehmende Offerte: „Wir können nicht einen der besten Tormänner der Liga verschenken.“ Wie es aussieht, bleibt Siebenhandl also in Maria Enzersdorf.

Besteht Gefahr, dass er den Verein im nächsten Sommer ablösefrei verlässt? Nein, denn Baumeister hat noch ein Ass im Ärmel: „Da haben wir noch eine Option.“ Somit könnte man den Kontrakt des gebürtigen Wieners also sogar bis 2018 verlängern. Eine Verlängerung soll aber schon vorher zum Thema werden. „Ich habe schon mit ihm gesprochen, dass wir uns in naher Zukunft zusammensetzen und über eine Vertragsverlängerung sprechen. Er ist nicht abgeneigt“, verrät der sportliche Leiter. Frischen Wind sollte in die Causa nicht mehr kommen, zumal Sturm ja inzwischen an Filip Dmitrovic von Austria Klagenfurt dran sein soll. Das sieht auch Baumeister so: „Ich denke nicht mehr darüber nach, weil das Thema für alle abgeschlossen ist.“

Der Kader steht. Eigentlich. Bereits zuletzt wurde gemunkelt, dass Srdjan Spiridonovic ein Thema bei mehreren Klubs sein soll. Dieses Thema ist noch nicht vom Tisch. „So lange Transferzeit ist, besteht immer die Gefahr, dass er weggeht“, zeigt sich Baumeister zugeknöpft. Eines kann die Austria-Legende aber ausschließen. „In Österreich nimmt ihn eh niemand, weil jeder seine Vorgeschichte kennt.“ Doch auch um die angeblichen ausländischen Interessenten wurde es zuletzt leise. Russische Vereine sollen beim „Flügelflitzer“ angeklopft haben. „Bislang ist es ziemlich ruhig“, kann Baumeister ein konkretes Angebot nicht bestätigen. Dennoch wirkt es so, als ob der 22-Jährige die Admira nach nur einer Saison wieder verlassen dürfte. „Unverkäuflich ist er nicht“, deutet Baumeister an, dem ehemaligen Austrianer bei einem entsprechenden Angebot keine Steine in den Weg zu legen. Fragt sich nur, ob so ein Angebot bis zum Ende der Transferzeit tatsächlich im Süden Wiens eingeht.

Innenverteidiger Fabio Strauss ist bislang der einzige Neuzugang. Diesen Titel könnte der 21-Jährige behalten, denn Handlungsbedarf besteht keiner. „Speziell haben wir nichts vor. Wenn einer hineinrutscht und es passt, werden wir nicht nein sagen. Auf der Suche sind wir aber nicht“, erklärt Baumeister. Selbst wenn Spiridonovic doch noch abwandert, wollen die Rot-Schwarzen nichts überstürzen: „Unser Kader ist groß, wir haben in der Offensive genügend Optionen. Zu 99 Prozent steht alles.“ Andere Abgänge erwartet Baumeister nicht. „Die Frage stellt sich nur bei Speedy, sonst bei keinem.“

Baumeister zieht als sportlicher Leiter die Fäden, der bisherige Marketingleiter und Pressesprecher Christoph Lichtnegger übernimmt Friedls Rolle. Er wird allerdings nicht „General Manager“ sondern „Geschäftsführer der Admira Wacker Sportmanagement GmbH“. „Er kennt den Verein in- und auswendig, versteht sich als Teamplayer, zeigt Herzblut und besitzt das nötige Know-how“, begründet Präsident Philip Thonhauser den Schritt. Für Scouting neuer Spieler ist jedoch wie erwartet Baumeister zuständig. „Ich führe die Verhandlungen mit Managern und Spielern. Wenn es am Ende tatsächlich um das Finanzielle geht, bin ich zwar dabei, treffe aber nicht die Letztentscheidung“, gewährt dieser einen Einblick, wie es zukünftig ablaufen wird. Den Abschluss wird er nicht vollziehen, dies sei die Aufgabe von Lichtnegger. „Das soll der Herr Finanzminister machen“, sagt Baumeister mit seinem gewohnten Grinsen im Gesicht. Nur um dann ernst zu werden: „Mit fremdem Geld kann man leicht spielen, das mag ich nicht.“

 

Matthias Nemetz

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