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Vorbild Hämmerle! Eckhart nimmt Paralympics-Medaille ins Visier

Bei seinen Starts in Cross und Banked Slalom gibt er eine Medaille als Ziel aus. Inspiration sind seine Freunde Hämmerle und Dusek.

Vorbild Hämmerle! Eckhart nimmt Paralympics-Medaille ins Visier Foto: © GEPA

Rene Eckhart gehört mit bald 39 Jahren zu den Routiniers im ÖPC-Team für die Paralympischen Winterspiele.

Der unterschenkelamputierte Snowboarder startet in Cortina im Boarder Cross und im Banked Slalom, los geht es am Samstag mit der Cross-Quali. Tipps hat er sich von Olympiasieger Alessandro Hämmerle und dem "Bronzenen" Jakob Dusek geben lassen.

"Das ist schon eine lange Freundschaft. Ich kenne vom 'Izzi' die Familie. Vom Jacky mittlerweile auch", sagte Eckhart.

Der Tiroler - dem bei seiner Geburt der linke Schienbeinknochen fehlte, weswegen eine Teilamputation notwendig war - ist ein Spätberufener. Zwar habe es in seiner Heimat im Kaunertal die Möglichkeit zum Monoskifahren am Gletscher gegeben, das habe er aber abgelehnt, erzählte Eckhart im APA-Gespräch. "Weil ich mir gedacht habe, ich mache mir das gesunde Knie komplett hin."

2014 im Alter von 26 Jahren habe er dann gesehen, dass Snowboard paralympisch ist. "Da habe ich mir gedacht, das wäre doch was. Ich habe mich beim ÖSV gemeldet und ein Sichtungstraining gehabt. Und dann bin ich relativ schnell in den C-Kader gekommen. Zuerst Europacup, dann Weltcup." 2015 wurde er bei seiner ersten WM Cross-Vierter.

"Tiroler Gosch'n"

Talent hat Eckhart aber nicht nur im Para-Snowboarden, sondern auch im Schmähführen. "Mich kennt man. Ich bin halt ein bissl eine blöde Tiroler Gosch'n, sage ich jetzt einmal. Ein bisschen wie der (Manuel) Feller", erklärte der Heeressportler, der sich selbst als "Rampensau" bezeichnet.

So habe er Hämmerle beim Training im Pitztal kennengelernt. "Wir trainieren im Sommer ab und zu Radfahren. Im Winter sind wir am Pitztaler Gletscher und in meiner Heimat." Mit Dusek habe er immer wieder gemeinsame Einheiten im Olympiazentrum in Innsbruck.

Man profitiere voneinander. "Ich lerne von ihnen die Starts. Wie man sich vorbereitet, wie man sich vom Start-Gate rauszieht oder wie man die Kurven carvt. Und sie lernen von mir halt gewisse Übungen. Im Fitnessraum habe ich sie mit einbeinigen Sachen ein bisschen gefordert.

Und dann haben wir so Rumpfgeschichten gemacht - Gruppenrumpfen. Da hat es immer geheißen 'Rumpfen mit dem Stumpf', weil ich habe ja einen Stumpf. Der Schmäh rennt bei uns. Und sie haben höchsten Respekt, wie ich das mit der Prothese manage am Start." Ein Beispiel gelebter Inklusion.

Gänsehautmoment in Livigno

Hämmerles und Duseks Medaillentriumph erlebte Eckhart direkt vor Ort. "Für mich war das der Gänsehautmoment in Livigno. Ich bin mit der "Izzi Family", mit dem Fanklub gewesen - wir haben fast alle geplärrt.

Ich war so richtig emotional. Das war fast schlimmer, als wie wenn ich selber fahre. Das war so geil."

Eckharts Ziel in Cortina ist ebenfalls eine Medaille. "Aber einfach wird es sicher nicht. Ich habe mich jetzt besser vorbereiten können als beim ersten Mal in Peking. Da war ich total nervös." Allerdings verlief der Winter bisher nicht ganz nach Wunsch.

"Top 10 meistens, Top 8. Es war schon nicht ganz schlecht, aber auch nicht ganz gut." Lieber als den Banked Slalom, wo in Steilkurven auf Zeit gefahren wird, ist ihm der Boarder Cross. "Das ist cooler, schneller und mehr Adrenalin. Wenn vier Amputierte auf den Kicker zufahren, da geht es schon ab."

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