Ehepaar Payer: Der Traum vom gemeinsamen Olympia-Auftritt
Nach dem dritten Heim-Weltcup auf Simonhöhe soll endlich der gemeinsame Olympia-Auftritt folgen - Sabine Payer ist nach überstandener Verletzung wieder fit.
Die vorletzte Weltcup-Station der Alpin-Boarder vor den Olympischen Spielen ist für Sabine und Alexander Payer eine besondere.
"Ich habe da Snowboard gelernt, bin da groß geworden", erzählte der 36-Jährige im APA-Gespräch über die Kärntner Simonhöhe. Für seine Frau Sabine sieht es ähnlich aus. Die Familie ist zudem wieder rund um die Wettkampftage mit Einzel- und Team-Riesentorlauf am Freitag und Samstag stark involviert. Der 8. Februar bzw. Olympia steht jedoch über allem.
Das besonders bei der 33-jährigen zweifachen Saisonsiegerin, nachdem sie sich 2018 kurz vor den Spielen in Pyeongchang schwer verletzt hatte und 2022 vor Ort während des Bewerbs wegen einer Corona-Infektion im Quarantäne-Hotel gesessen war.
Vor acht Jahren hatten sie ein Bruch des linken Wadenbeins und komplexe Bänderverletzungen im Sprunggelenk aus dem Rennen geworfen, erlitten in Bansko in Bulgarien. Daher fiel es Payer in der vergangenen Woche leichter, auf den dortigen Weltcup-Stopp zu verzichten und sich auf ihren Heimauftritt besser vorzubereiten.
Sabine Payer: "Es ist schon wieder Panik aufgekommen"
"Ich würde lügen, wenn ich sage, dass das nicht mitgespielt hat", meinte Sabine Payer rückblickend auf die schlimme Situation 2018. Hauptgrund war aber eine erneute, beim Weltcup in Scuol in der Schweiz erlittene Blessur.
"Als ich da das Sprunggelenk angeschaut habe, ist schon wieder Panik aufgekommen", erinnerte sie sich. Letztlich kam sie mit einer Knochenprellung aber relativ glimpflich davon. Der wegen des dichten Kalenders schon vorher ins Auge gefasste Bansko-Verzicht war dann aber bald fix beschlossene Sache.
Im Gegensatz zu den dortigen harten, eisigen Bedingungen kommt der Hang auf der Simonhöhe Sabine Payer viel mehr entgegen, zählt mit Cortina und Rogla zu ihren Lieblingspisten. "Es sind einfach Hänge, die mir fahrerisch liegen. Es ist kein Geheimnis, dass ich das Flache ganz gern habe und es mag, wenn man dazu arbeiten muss, dass man tatsächlich schneller wird."
Das Rennen in Rogla findet nächste Woche statt - also noch zwei sehr gute Möglichkeiten für die zwölffache Gewinnerin von Weltcup-Einzelrennen, sich für die Spiele Selbstvertrauen zu holen.
Gute Ergebnisse würden sie dann auch im Gesamt- wie im Riesentorlauf-Weltcup (PGS) wieder nach vorne bringen, nachdem sie da durch den Bansko-Nuller an Boden verloren hat, aber noch immer Vierte bzw. Dritte ist.
"Der Weltcup war heuer definitiv kein Ziel. Aber ich muss zugeben, es war dann schwierig, die Weltcupführung aufzugeben." Ihre Konzentration liegt nach einem am Mittwoch gut verlaufenen Belastungstest nun jedenfalls auf guten Rennergebnissen. "Da für die Spiele noch ein gutes Gefühl holen, und um den Gesamtweltcup kümmere ich mich im März."
Alexander Payer: "Es einmal gemeinsam bis zum Start schaffen"
Der ist für Alexander Payer wohl kein Thema, ein fünfter Platz ist sein bisher bestes Saisonergebnis. Als Siebenter des Riesentorlauf-Weltcups bzw. da drittbester Österreicher darf er aber mit seiner dritten Olympia-Teilnahme rechnen. Nach den Simonhöhe-Rennen nahe St. Urban wird nominiert.
Alexander Payers drittes Olympia soll für ihn diesmal anders aussehen als bisher, unabhängig von seiner Platzierung mit den Rängen neun (2018) und acht (2022) bisher. "Also mein Ziel wäre jetzt schon, wenn ich ehrlich bin, dass wir es einmal gemeinsam bis zum Start schaffen."
Auf dem Heim-Hang wird das definitiv der Fall sein, die Vorfreude ist groß. "Es ist total besonders, wenn der Simonhöhe-Hang mit den ganzen Tannen und mit den Zäunen und so weiter, wenn sich das in einen Weltcup-Schauplatz verwandelt", schwärmte Sabine Payer.
Bei bisher zwei Auflagen dieses Events holte sie drei Siege. Sie gewann jeweils noch unter ihrem Mädchennamen Schöffmann 2022 mit ihrem Alexander den Teamevent und 2024 sowohl das Einzelrennen als auch erneut den Teambewerb - da mit dem Salzburger Andreas Prommegger.
Ihr Vater Werner Schöffmann ist OK-Chef des Events, die Mutter Rennbüro-Leiterin, Schwiegervater Helmut Payer wiederum betreibt auf der Simonhöhe einen Ski- und Snowboardverleih. "Deshalb bin ich hier auch viel näher am Geschehen dran", sagte Sabine Payer.
Sie wird es am Freitag (13.00 Uhr, live ORF 1) im Übrigen nicht nur u.a mit Italiens Team um Weltcupleaderin Elisa Caffont zu tun bekommen, sondern auch mit Ester Ledecka. Die Tschechin gibt auf dem Brett ihr Saisondebüt, wird auch Olympia-Konkurrentin sein, fährt im Weltcup aktuell sonst aber Ski.