Tschofenigs "Geheimplan": "Zukunft lassen wir etwas offen"
Daniel Tschofenig ist der neue "Mr. Bischofshofen". Am Ort einer seiner größten Erfolge zollt er Tournee-Sieger Domen Prevc Respekt - und lässt aufhorchen.
von Hannah Weinhäupl
Daniel Tschofenig setzt seinen Erfolgslauf an jenem Ort fort, an dem er letztes Jahr den goldenen Adler für die Gesamtwertung der Vierschanzentournee in die Höhe stemmen durfte.
Nach dem ersten Durchgang beim letzten Bewerb in Bischofshofen liegt der 23-Jährige noch auf Rang drei. Im finalen Durchgang springt er mit einer Weite von 140,5 Meter noch zum Sieg. Der Bericht >>>
Über seine Leistung sagt er gegenüber dem ORF: "Die Sprünge waren sehr in Ordnung. Ich glaube, darüber darf ich nicht mehr großartig meckern, wenn ich meinen rechten Ski noch irgendwann unter Kontrolle bekomme, dann freue ich mich. Es war ein absolut genialer Tag."
Weniger Druck als 2025
Dazu ergänzt der Kärntner: "Wir haben über die Tournee sehr viel getestet, sehr viele Sachen probiert, und ich glaube, was wir geschafft haben, ist genial."
Im Vergleich zum Vorjahr, als Tschofenig in einen packenden Dreikampf mit Stefan Kraft und Jan Hörl um den Gesamtsieg verwickelt war, konnte es der amtierende Gesamtweltcup-Sieger diesmal lockerer angehen.
"Es war letztes Jahr Bischofshofen absolut genial, mit allem, was passiert ist. Aber ich habe mir so heuer fast ein bisschen weniger erwartet. Ich habe ein bisschen weniger Druck gehabt. Ich konnte es mehr genießen", gibt Tschofenig nach dem Springen zu verstehen.
"Ein versöhnlicher Abschluss"
In der Gesamtwertung belegt er schlussendlich Rang sieben. Endstand der Vierschanzentournee 2025/26 >>>
Besonders Oberstdorf und Bischofshofen bleiben in positiver Erinnerung. "Ein sehr versöhnlicher Abschluss der Tournee, es war trotzdem sehr cool mit dem Podium am Anfang und am Schluss, da dürfen wir nicht meckern. Die anderen waren konstanter und besser", resümiert er nach vier Wettkämpfen.
Mit Bischofshofen verbindet der Achomitzer viele positive Emotionen, wie er gegenüber LAOLA1 berichtet: "Es ist jedes Jahr wieder genial vor heimischem Publikum zu springen, das genießen wir sehr und haben heute alle unterstrichen."
Damit hat er auch die sehr erfolgreiche Teamleistung beim Finale angesprochen. Gleich fünf Adler landeten unter den Top Ten. Das Ergebnis des Tournee-Finales in Bischofshofen >>>
Prevc knöpft Tschofenig Rekord ab
Die Trophäe durfte Domen Prevc in die Höhe stemmen. Der Slowene löste den Österreicher auch als Rekordhalter der meisten gesammelten Tourneepunkte ab. Der Sieger hatte letzten Endes 1,2 Zähler mehr als Tschofenig im Vorjahr gesammelt.
Den Tagessieger beeindruckt das wenig: "Ich finde, dass Rekorde für die Besten gehören. Das war heuer er und ich glaube, er hat es extrem cool gemacht. Ich habe kein Problem damit", betont er und verliert nur positive Worte über den "Domenator": "Er ist ein cooler Typ, er hat es genial gemacht".
Besonders die Konstanz des 26-Jährigen hebt er hervor: "Wie er es vom ersten Sprung in Obersdorf weg bis jetzt durchgezogen hat, Hut ab. Er hat keinen Sprung dabei gehabt, wo man sich gedacht hat, jetzt lässt er nach, sondern er war ständig auf einem extrem hohen Niveau, auch auf Schanzen, wo er sagt, die mag er vielleicht nicht so", analysiert Tschofenig.
Tschofenig lässt weiteres Vorgehen noch offen
Wie es bei ihm in nächster Zeit weitergeht, lässt er vorerst offen.
"Mal schauen was kommt, die Zukunft lassen wir jetzt ein bisschen offen", sagt er abschließend und will seinen Plan noch "geheim halten".
Für die Olympischen Spiele im Februar hat Österreich vier Startplätze zur Verfügung, schon in zweieinhalb Wochen wartet mit der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf das nächste Highlight.