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"Etwas Großartiges erreicht" - Prevc jubelt über Goldenen Adler

Der "Domenator" krönt sich exakt zehn Jahre nach seinem Bruder Peter zum Tournee-Sieger. Dem Grand Slam trauert der Slowene nicht nach.

"Etwas Großartiges erreicht" - Prevc jubelt über Goldenen Adler Foto: © GEPA

Nach exakt zehn Jahren wandert der goldene Adler wieder zur Familie Prevc.

Nachdem der Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee 2015/16 an Peter Prevc ging, ist es diesmal dessen jüngerer Bruder Domen, der nach vier Springen zum ersten Mal als Gesamtsieger strahlt und von einem "sehr speziellen Moment spricht".

"Ich bin sehr glücklich, dass es so aufgegangen ist. Ich hatte viel Druck vor dem zweiten Sprung. Es ist ein fantastisches Gefühl, den goldenen Adler zu bekommen", sagt er nach dem letzten Bewerb in Bischofshofen.

Dort musste er sich nur Daniel Tschofenig geschlagen geben. Der Bericht >>>

So viele Punkte wie noch kein anderer davor

Seine Konstanz über alle vier Springen war beeindruckend. Prevc steht immer am Podest. In Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen jubelt er von der Spitze, in Innsbruck und Bischofshofen wird er Zweiter.

Damit hält er am Ende bei 1195,6 Punkten und knackt damit den Rekord von Daniel Tschofenig aus dem letzten Jahr um läppische 1,2 Zähler.

Das sagt der ÖSV-Adler dazu >>>

Prevc trauert Grand Slam nicht nach

Nachdem auch Tschofenig und Nikaido je einmal triumphierten, bleibt dem Slowenen der Grand Slam verwehrt.

"Um ehrlich zu sein, bin ich nicht enttäuscht, dass ich den Grand Slam nicht geholt habe", sagt er auf die Thematik angesprochen und ergänzt, dass es noch ein paar Jahre die Möglichkeit geben werde, dies zu ändern.

Feierlichkeiten werden ruhig verlaufen

In Bischofshofen wurde der "Domenator" von zahlreichen slowenischen Fans unterstützt, diese feierten nach dem Springen eine große Party inklusive Livemusik.

Trotz des großen Erfolges wolle der Springer selbst den Abend aber eher ruhig ausklingen lassen. "Ich werde etwas Gutes zum Essen und zu trinken haben", sagt er.

Danach freue er sich aber vorerst auf Erholung, ehe dann schon vorfreudig auf die weitere Olympia-Saison geblickt.

Prevc feiert früh Erfolge

2015 gab der Mann aus Kranj im Alter von 16 Jahren sein Weltcup-Debüt, ehe er mit 17 Jahren in Kuusamo zu seinem ersten Weltcup-Sieg sprang.

2016/17 kam Prevc sogar als Gesamtweltcupführender zum Tournee-Auftakt nach Oberstdorf. Damals musste er sich jedoch insgesamt mit Rang neun begnügen.

Bei der Pressekonferenz nach seinem großen Triumph erwähnt Prevc des Öfteren, dass diese Trophäe der Lohn für die harte Arbeit und Hingabe der letzten Jahre sei.

"Ich werde es wohl erst morgen realisieren, dass ich etwas Großartiges erreicht habe", fügt der ausgebildete Polizist hinzu.

Zu seinen größten Erfolgen bislang zählen eine Goldmedaille im Team bei der WM 2025 in Trondheim inklusive einer Goldmedaille im Einzelspringen auf der Großschanze, zwei WM-Goldmedaillen beim Skifliegen mit dem Team (2022, 2014) und eine Silberne im Team (2018).

2025 segelte er in Planica beim Skifliegen auf 254,5 Meter und hält seither den Weltrekord.

Spezielle Technik

Bereits in frühen Jahren fällt der Slowene durch seine riskante Technik auf. Die Ski hat er nahezu bei den Ohren.

Ex-Skispringer Andreas Goldberger sieht auch in der Beweglichkeit des 26-Jährigen einen Vorteil: "Körperlich muss er wahnsinnig beweglich sein, vor allem bei den Sprunggelenken, damit er so eine Technik springen kann."

Dazu ergänzt er: "Er hat eine Gabe, dass er das so machen kann. Wie eine Gummiwurst. Ein körperliches Talent - aber du musst es auch umsetzen."

Prevc hätte in der Vergangenheit "sehr viel Lehrgeld bezahlt. Er hatte oft Blackouts und viele Ausreißer nach unten", sagt Goldberger. Nun sei der 16-fache Weltcupsieger gefestigt und gereift, springe technisch sauberer.

Damit scheint ihm der Schritt zum konstanten Siegspringer gelungen zu sein. Bei den Olympischen Spielen im Februar könnte bereits die nächste Sternstunde des Tourneesiegers bevorstehen.

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