Hirscher nach Beaver-RTL: "Mehrmals am Limit"

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Der Siegeslauf von Marcel Hirscher im Riesentorlauf ist gestoppt!

Der Salzburger muss sich im RTL von Beaver Creek Stefan Luitz um 0,14 Sekunden geschlagen geben. Der Deutsche gewinnt sein Comeback-Rennen nach Verletzungspause und feiert den 1. Weltcupsieg.

"Das ist echt wie ein kleiner Sieg für mich", freut sich Hirscher, der sich mit Unsicherheiten bei der Materialabstimmung herumgeschlagen hatte.

Die Sensation des Rennens ist Thomas Tumler (SUI), der sich im Finale mit Laufbestzeit von Rang 21 auf Rang 3 verbessert.

Die übrigen Österreicher liegen zurück: Johannes Strolz holt als 23. zum dritten Mal Weltcuppunkte. Philipp Schörghofer landet nach schwerem Fehler im 2. Durchgang nur auf Rang 29. Dominik Raschner scheidet im 2. Lauf aus.

Ergebnis des RTL in Beaver Creek>>>

Luitz macht es besser als vor einem Jahr

Luitz führte in Beaver Creek zunächst wie schon im Vorjahr zur Halbzeit vor Hirscher. Hatte der Österreicher damals in Colorado aber trotz überstandenem Knöchelbruch sogar 0,29 Sekunden und mehr wettgemacht, ließ sich Luitz diesmal auf 2.700 Meter Seehöhe und aggressiver Piste nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.

Und das, obwohl er sich vor einem Jahr zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen hatte und erst vor kurzem in Levi zurückgekehrt ist.

Hirscher führt bei letzter Zwischenzeit

Diesmal waren für Hirscher selbst 0,15 Sekunden Rückstand zu viel. Zwar lag Luitz in der Entscheidung nach einem Patzer im Steilhang schon 24 Hundertstel hinter dem Österreicher, die letzten Tore fuhr der Deutsche auf dem Kurs seines österreichischen Trainers Bernd Brunner aber perfekt.

"Wahnsinn. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das ausgeht", staunte Luitz. "Super, wenn man für seine Arbeit so belohnt wird."

Gratulation an Luitz

Hirscher verzeichnete auf seiner Jagd nach dem 60. Weltcupsieg in der Entscheidung selbst einige Patzer, im Finish auch einige kaum merkbare Rutscher.

"Ich bin zu direkt hin, musste anstellen. Stefan hat das besser gemacht, das war's", erklärte Hirscher und gratulierte Luitz. "Was er durchgemacht hat, ist unglaublich. Ein wirklich verdienter Sieger."

Hirscher: "Ich war mehrmals am Limit heute"

Für Hirscher war es in einem kräfteraubenden Rennen - jeder RTL-Durchgang war länger als die verkürzten Speedrennen davor - am Ende aber doch die erste Riesentorlauf-Niederlage seit einem Jahr. Der Weltmeister und Olympiasieger gab zu, in Nordamerika gewisse Unsicherheiten hinsichtlich der Richtung der Materialentwicklung verspürt zu haben.

"Ich war mehrmals am Limit heute. Deshalb bin ich saufroh, dass es funktioniert hat. Das ist echt wie ein kleiner Sieg fast und ich bin mit den 80 Punkten in der Tasche echt happy", sagte Hirscher. "Ich war schon nervös heute, es waren viele Ungewissheiten da."

Er freue sich deshalb über das Ergebnis, aber nun auch auf die Heimkehr nach Österreich, gestand der Jung-Papa aus Salzburg. Noch am Sonntag ging es per Jet von Eagle nach Denver und vorn dort aus in die Heimat.

Stimmen:

Marcel Hirscher: "Es ist Stefan von Herzen zu vergönnen, weil immer wenn er am Weg war, hat er sich verletzt. Er hat mit den schwersten Weg aller Weltcup-Fahrer gehen müssen. Die Piste war wirklich nicht mehr so gut. Ich hatte im unteren Teil zwei, drei kleine Rutscher und gemerkt, dass da das Tempo fehlt. Aber ich bin dabei, jetzt heißt es dran bleiben. Es ist nicht geschlafen worden im Sommer."

Stefan Luitz: "Ein unglaubliches Gefühl! Ich freu mich so! Vom Start weg hab ich ein paar Fehler gemacht, war am Golden Eagle zu spät, hab versucht den Ski einfach auf Zug zu halten. Zum Fahren war es nicht mehr so schön. Ich versuche jetzt, nach der Verletzung nach und nach Schritte nach vorne zu machen. Wenn man dann gleich im ersten Rennen so belohnt wird, ist das wunderschön."

Probleme für Österreicher im 1. Durchgang

Manuel Feller hat nur einen Kurzauftritt: Der Tiroler rutscht im ersten Durchgang beim vierten Tor weg und scheidet aus.

Stefan Brennsteiner rutscht nach starken Zwischenzeit am Golden-Eagle-Sprung über den Innenski weg und scheidet beim Comeback nach Kreuzbandriss im Februar aus.

Roland Leitinger verpatzt seine Comeback-Fahrt, nach Innenskifehler kann er zwar einen Ausfall verhindern, der Rückstand (+3,97) ist aber zu groß für eine Final-Quali.

Statistik: Alle RTL-Sieger in Beaver Creek>>>


Textquelle: © LAOLA1/APA

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare