Schwarz: "Es geht alles etwas leichter"

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Marco Schwarz ist derzeit in Topform - daran ändern auch die zwei Ausfälle in den Slaloms von Zagreb und Adelboden zuletzt nichts.

Seit Freitag darf sich der Kärntner nach seinem Triumph in der Kombination in Wengen auch Lauberhorn-Sieger nennen. Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken soll es nun auch am Sonntag im Spezial-Slalom endlich mit dem Sieg klappen.

"Das Skifahren passt sehr gut, mit dem Material komme ich sehr gut zurecht. Es geht alles etwas leichter, deshalb kann ich ganz entspannt in die nächsten Rennen gehen. Aber da gibt es 10 bis 15 andere, die ganz vorne mitfahren können", sagt Schwarz.

Am Limit sei der Kombi-Slalom nicht gewesen, er habe schon noch Reserven, sagt Schwarz. "Aber zum Hang-Kennenlernen für Sonntag habe ich das natürlich sehr gut genützt."

Und zugleich hatte er sich auch einen ausreichend großen Vorsprung rausgeholt, um den Tagessieg und zweiten Weltcupsieg der Karriere heimzufahren.

Risiko in der Abfahrt macht sich bezahlt

"Ich habe gestern mit Werner Franz (Coach/Anm.) noch Video geschaut, welche Passagen ich in der Abfahrt noch besser machen kann. Ich habe viel riskiert, das ist mir zum Glück aufgegangen, ich bin megahappy."

Es sei immer Überwindung, wenn man etwas mache, was man nicht so oft mache, wie zum Beispiel die Sprünge. Aber zum Hundschopf beispielsweise sei er schon gelassener bei der Besichtigung hingerutscht als im Vorjahr. "Es ist zwar schnell, aber auch nicht so schwer."

Ein Wunsch für den Spezial-Slalom

Am Samstag legt Schwarz einen Pause-Tag ein. Für den Spezialslalom am Sonntag wünscht er sich nochmals eine Pistenpräparierung, denn am Freitag war es knollig. Zudem brach die Auflage. "Für mich war um die Spur zu wenig Wasser drinnen, es hat nicht ganz so gebunden. Es wäre gut, wenn man nochmals mit dem Balken drübergehen würde." Das bedeutet eine gleichmäßige Wasserpräparierung, die kalten Temperaturen sollten dann das ihre tun.

Schwarz liegt dank u.a. des Sieges im City-Event in Oslo und Platz zwei im Madonna-Slalom in der Disziplinwertung nach sechs Rennen mit 235 Punkten noch an vierter Stelle hinter Kugelverteidiger Marcel Hirscher (436), dem Schweizer Daniel Yule (278) und dem Norweger Henrik Kristoffersen (269).

Ausfälle rasch "abgearbeitet"

Die Ausfälle habe er rasch "abgearbeitet" gehabt. Wenn man um den Sieg mitfahren wolle, müsse man voll ans Limit gehen. "Dann entscheidet halt der Zentimeterbereich. Ich wollte beide Rennen gewinnen, da können Fehler passieren."

Viel gebracht hat ihm eine neue Bindung, bei deren Entwicklung er wie Manuel Feller bereits beim Sommertraining in Neuseeland mitgearbeitet hat. "Sie macht das Timing um einiges leichter." Auch Atomic-Markenkollege Hirscher hat diese schon probiert, berichtete Schwarz.

Schwarz, der fleißige Trainierer

Den Werdegang von Schwarz sieht nicht nur dessen Gruppentrainer Marko Pfeifer positiv ("Er hat jetzt einen super Lernprozess durchgemacht, es läuft in eine super Richtung"), sondern auch Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Er hat sich über die letzten Jahre gut entwickelt, auch wenn es auch den Anschein hatte, dass die letzten zwei Jahre nicht so erfolgreich waren, weil die Podestplätze gefehlt haben. Aber in einer Karriere geht es nicht nur immer nach oben, ab und zu gibt es Stagnationen."

Schwarz bezeichnet er als "fleißigen Trainerer". Die Karriere gehe die richtigen Wege, wenn man überlege, dass er erst 23 sei. "Er hatte als sehr Junger Podestplätze, er musste sich etwas konsolidieren, er hat mit der Kombi und dem Riesentorlauf die zweite und dritte Disziplin dazugebaut." Er sehe eine große Zukunft, sofern sich der Athlet nicht verletze.

Schwarz und Feller "vom Gasgeben" ähnlich

Derweil will Schwarz den Fokus weiter auf den Technikbereich legen, weil es ihm sonst zu viel werde. Speziell für die Kombination hatte er im September aber auch einen Trainingskurs in Saas Fee mit den Abfahrern mitgemacht und Super-G und Gleitkurven trainiert.

Seine ersten zwei Weltcup-Siege in einem City-Event und einer Kombi und damit nicht seiner Spezialdisziplin eingefahren zu haben, kommentierte er gewohnt trocken. "Ich glaube trotzdem, dass ich im Slalom noch am stärkten drauf bin. Ich freue mich auf Sonntag."

Hatte Schwarz seine Ausfälle zuletzt sehr gefasst zur Kenntnis genommen, so reagiert beispielsweise Feller viel emotionaler. Der Tiroler produzierte zuletzt in Adelboden einen Doppelausfall. "Ein Ausfall ärgert schon auch Marco. Aber er trägt es nicht so nach außen wie Manu vielleicht. Vom Rennfahren, vom Gasgeben ist Marco ähnlich wie Manu. Es gibt nur hundert Prozent beim nächsten Start, da gibt es kein Zurückhalten", weiß Puelacher. Auch Michael Matt hat am Sonntag in Wengen nach seiner Nicht-Qualifikation in Adelboden (34.) etwas gutzumachen. Top-Favorit freilich bleibt Hirscher.

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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