"Er ist auch ziemlich am Limit gewesen. Wo er einen kleinen Fehler gemacht hat, war bei der zweiten Ciaslat, dass er vielleicht eine Spur zu weit gesprungen ist. Das wollte ich nicht ganz so machen, den Rest habe ich versucht, gleich zu fahren."
Nicht nur Mayer, vor allem Kilde und Odermatt, die alle vier vorherigen Speedrennen in der Saison unter sich aufgeteilt hatten, würden ihn zu Höchstleistungen treiben.
"Ich bin wirklich bei jedem Sprung ziemlich am Limit gewesen. Ich glaube, ich bin zum Teil über hundert Prozent gefahren", erklärte der 31-Jährige. Seinem Servicemann dankte Kriechmayr für "einen guten Job". Besonders im letzten Abschnitt bis zum Ziel funktionierten seine Ski raketengleich.
Gebrochener Fluch und ein schnelles Bier
"Der Fluch ist gebrochen", rief Mayer im Zielraum nach seinem ersten Podestplatz in Gröden.
"Vinc hat gesagt, er hat sich mich am Start noch angeschaut. Dann hat er sich gedacht, wenn der das kann, kann ich das auch. Das ist ihm gut aufgegangen", erzählte der Kärntner und verwies darauf, dass auch Daniel Hemetsberger eine "ganz gewaltige Fahrt" gehabt hätte, wäre er ins Ziel gekommen.
Den Ruhetag am Mittwoch hatte Mayer übrigens mit einem Gläschen Südtiroler Rotwein beim Verfolgen des Fußball-WM-Halbfinales Frankreich gegen Marokko ausklingen lassen. "Vielleicht war es der Lagrain. Den habe ich bis jetzt noch nicht gehabt", witzelte er über ein mögliches Erfolgsgeheimnis.
Kriechmayr meinte dazu: "Ich habe mir ein Bier gegönnt. Wahrscheinlich war das Bier schneller als der Wein." Odermatts Getränkewahl am Vorabend ist nicht überliefert.
Kriechmayr wandelt auf Klammers Spuren
Der Super-G am Freitag (11:45 Uhr im LIVE-Ticker >>>) firmiert offiziell als 100. Weltcup-Rennen im Grödnertal.
Kriechmayr, der in der Disziplin bereits 2019 gewonnen hatte, könnte mit einem weiteren Sieg zum insgesamt zweiten Österreicher nach Franz Klammer 1976 mit einem Gröden-Double im selben Jahr avancieren.
"Der Super-G ist wieder was anderes", blickte Kriechmayr voraus. Die Devise bleibe aber gleich: "Voll am Limit und keine Fehler machen."
Odermatt lässt zweiten Abfahrt-Start offen
Odermatt sicherte sich disziplinübergreifend seinen zwölften Weltcup-Podestplatz in Serie. Im Gesamtklassement baute der Titelverteidiger seine Vorsprung auf 175 Punkte aus, die zwischen ihm und Kilde liegen. Noch nicht sicher ist, dass der Schweizer auch die Abfahrt am Samstag in Angriff nehmen wird.
"Das werde ich morgen entscheiden nach dem Rennen", sagte er. Aufgrund des stressigen Terminkalenders mit fünf Südtirol-Rennen in fünf Tagen bis Montag lässt er sich einen Ruhetag dazwischen offen.
Über die gesamte Distanz der Saslong jedenfalls würde er sich im oberen Teil "wahrscheinlich auch eine Hypothek einfangen - hoffentlich nicht eine zu große."