Kriechmayr: "Bin der gleiche, kindische Typ"

Kriechmayr: Foto: © GEPA
 

Wohl noch nie zuvor hat ein frisch gekürter Doppelweltmeister so gechillt seinen ersten offiziellen Arbeitstag nach der Krönung an einer Ski-Weltcupstrecke beendet.

Mit den Zuschauern fehlen auch Autogramm- oder Selfiewünsche. Vincent Kriechmayr absolvierte am Mittwoch das erste offizielle Training auf der Schneekristall-Strecke in Saalbach-Hinterglemm, packte seine Taschen, gab ein paar Interviews und spazierte zurück ins Hotel.

Grundsätzlich bevorzugt er ohnehin die Ruhe.

Zeit daheim genossen

Werden Medaillengewinner normalerweise von Event zu Event gereicht, so setzt das Coronavirus auch hier die Grenzen.

"Die Zeit daheim bei den Leuten, die mir wichtig sind, war sehr schön. Aufgrund der Pandemie habe ich eh keine Termine machen können, deswegen war es ziemlich ruhig. Ich habe die Zeit genossen und geschaut, dass ich runterkomme und mich neu auf die Rennen hier fokussiere. Das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen", erzählte Kriechmayr.

"Bin der gleiche, kindische Typ"

Nach Doppel-Gold in Abfahrt und Super-G habe sich genau "nichts" geändert, versicherte der Oberösterreicher.

"Ich bin jetzt zweimal gut gefahren bei der WM und das war es. Natürlich ist es ein schöner Triumph gewesen. Als Leistungssportler wünscht man sich solche Erfolge, auf die trainiert man auch hart hin. Aber nichtsdestotrotz bin ich genau der gleiche, kindische Typ. Ich habe jetzt zwei Medaillen daheim, aber mehr hat sich nicht geändert."

Insgesamt hält er nach Silber und Bronze 2019 in Aare bei nun viermal Edelmetall.

Nicht der Typ für "große Bühnen"

Öffentliche Feiern gehen dem 29-Jährigen ohnehin nicht ab. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich das eher mit meiner Family genießen will. Dass ich keiner bin, der auf einer Bühne stehen will und dem zugejubelt wird."

Was nicht heißen soll, dass er die Anerkennung nicht wertschätzt. "Es ist schön, wenn man einen Empfang kriegt oder wenn viele Leute für einen applaudieren und das honorieren, was man geleistet hat. Aber viel schöner ist ja, wenn man es schafft, mit seinen Leistungen oder seinem Erfolg ein paar Kinder oder Leute zum Skifahren zu animieren. Wenn ich das geschafft habe, bin ich schon sehr zufrieden."

Kampf um Super-G-Kristall

Genau eine Woche gönnte er sich eine Ski-Pause, das anstrengende Programm bis zur und dann bei der WM habe ihn doch ausgelaugt. "Ich habe Kondi trainiert, damit ich wieder auf Vordermann komme."

Es folgten ein paar Tage Skitraining in Saalbach, nun ist er bereit für die neuen Aufgaben. Im Super-G führt er zwei Rennen vor Schluss mit 101 Punkten Vorsprung auf Matthias Mayer, 116 auf den Schweizer Mauro Caviezel und 123 auf dessen Landsmann Marco Odermatt. In der Abfahrt lief es im Kalenderjahr bis zur WM alles andere als rund.

"Kugel ist nicht präsent"

Kraft, Motivation und Können sind vorhanden. Was braucht es noch für die Kugel? "Sehr viel. Erstens muss ich meine Leistung zeigen, das ist nicht selbstverständlich. Und gut Skifahren. Ich werde nicht versuchen, etwas zu verwalten", stellte Kriechmayr klar.

Sein Ziel sei in den vergangenen Jahren immer die Kugel gewesen und er sei gescheitert. "Heuer will ich einfach bei jedem Rennen hundert Prozent geben. Hopp oder dropp, das ist mir bisher ganz gut gelungen. So werde ich weitermachen. Die Kugel ist nicht präsent. Ich bereite mich gut vor und gebe mein Bestes."

Textquelle: © LAOLA1/APA Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..