Tippler rast in Soldeu aufs Super-G-Podest

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Österreichs Speed-Damen beenden die Weltcup-Saison mit einem Podestplatz.

Tamara Tippler fährt im abschließenden Super-G in Soldeu zu Platz zwei. Die Steirerin, die mit Startnummer eins ins Rennen ging, muss sich nur der Deutschen Viktoria Rebensburg um 0,15 Sekunden geschlagen geben. Dritte wird Federica Brignone (+0,34).

Nicole Schmidhofer wird ex aequo mit Mikaela Shiffrin Vierte (+0,44), womit sich die US-Amerikanerin die kleine Kugel im Super-G-Weltcup sichert. Für die Weltmeisterin ist es das erste Kristall im Super-G.

Stephanie Venier belegt nach einem schweren Fehler Rang 13, Ramona Siebenhofer scheidet aus.

Ergebnis des Damen-Super-G in Soldeu>>>

Shiffrin mit nur vier Rennen zur Kugel

Technik-Spezialistin Shiffrin hat nur vier der sechs (zwei wurden abgesagt) Saisonrennen bestritten, die ersten drei aber gewonnen.

Als Führende vor Titelverteidigerin Tina Weirather sowie Schmidhofer nach Andorra gekommen, machte sie in ihrem ersten Rennen als 24-Jährige am Donnerstag den Sack zu. Weirather schied aus, Schmidhofer hätte bei einem vierten Platz Shiffrins einen Sieg benötigt.

Schmidhofer: "Hätte besser fahren müssen"

"Jetzt ist das eingetreten, was ich mir gedacht habe. Wenn die Michaela Vierte würde und ich gewinne, dann wäre es sich ausgegangen. Ich hätte einfach über die Saison ein bisschen besser fahren müssen", sagte Schmidhofer, die sich am Vortag aber selbst erstmals die Kristallkugel in der Abfahrt gesichert hatte.

Die Super-G-Wertung beendete Schmidhofer nach dem Weirather-Out noch als Zweite.

Shiffrin: "Das ist speziell"

Shiffrin sicherte sich mit dem Super-G ihre insgesamt bereist zehnte Kristallkugel.

Die dreifache US-Gesamtsiegerin, die diesen Winter auch die Slalomwertung schon für sich entschieden hat, kann am Sonntag auch im Riesentorlauf noch zuschlagen und damit als dritte Rennfahrerin gleich vier Wertungen in einer Saison gewinnen. Die Kugelgewinne in Slalom und Super-G sind eine Premiere im Weltcup. Die Letzte mit Gesamtsiegen in einer Technik- und einer Speed-Disziplin in einer Saison war Tina Maze (SLO) mit Riesentorlauf und Abfahrt.

"Das ist ganz speziell. Meine erste Speed-Kugel", sagte Shiffrin erfreut. "Ich hätte nie gedacht, dass ich im Super-G schon so weit bin. Aber es sind halt auch einige Rennen abgesagt worden", verwies die Amerikanerin darauf, dass die Bewerbe in St. Anton und Sotschi ausgefallen waren.

Ihr hatte in Soldeu nur deshalb Ungemach gedroht, weil am Vortag ein US-Trainer die Strecke inspiziert und gefilmt hatte. Das Thema war aber rasch wieder vom Tisch.

Tippler: "Mega happy"

Tippler war mit Startnummer eins in ein großteils für die Herren gesetztes Rennen gegangen, das vom ÖSV-Abfahrtscoach Roland Assinger für die Damen adaptiert worden war. Die unterschiedlichen und großteils ungewohnt weiten Torabstände machten einigen Damen Probleme, so auch Stephanie Venier.

Mit starker Zwischenzeit vergab die auf Abfahrtsski gestartete Tirolerin an einer kritischen Stelle ihre Podestchancen, Weirather und Ramona Siebenhofer schieden dort aus.

Durch das Aus von Weirather war der Dreikampf zu einem Zweikampf geworden. Schmidhofer kam als Dritte ins Ziel und führte in der Kugelwertung virtuell, dann machte Shiffrin aber alles klar. "

Ich habe gleich gewusst, dass Mika nicht mehr so weit zurückfallen wird", gestand Schmidhofer. Aber was soll's? Ich bin Erste und Zweite, viel besser geht's nicht", sagte die Steirerin und outete sich dahingehend, dass sie demnächst erstmals an der Speedski-WM in Frankreich teilnehmen wird und dort die 200 km/h knacken möchte.

Tippler führte bis zur mit Nummer 15 fahrenden Rebensburg, die mit einem enorm starken Finish noch zur Bestzeit und ihrem 17. Weltcupsieg raste. "Ich habe oben zu viel hergeschenkt, bin aber trotzdem mega happy", sagte die Steirerin. "Mit Nummer eins war's nicht leicht. Ohne Fehler wird es schon einmal für ganz vorne reichen. Insgesamt war das ein gutes Finale von mir."

Nicole Schmidhofer: "Jetzt geht es schon. Aber es ist das eingetreten, was ich mir gestern gedacht habe - wenn Mikaela nur Vierte wird und ich das gewinnen würde, dann wäre es sich ausgegangen. Ich war im Steilhang zu spät dran, daher bin ich dann unten gestanden. Hätti, wari, tati - aber zumindest bin ich die Kurve auf Zug gefahren und nicht mit einem Schmidi-Drifterl. In Cortina war ich auch schon gut unterwegs, habe was liegen gelassen. Ich hätte über die Saison einfach besser fahren müssen. Viel liegen gelassen habe ich in Lake Louise, da war ich nach den beiden Siegen in der Abfahrt schon müde im Kopf."

Mikaela Shiffrin: "Es ist speziell. Ich habe mr nie gedacht, dass ich im Super-G schon in dieser Position sein könnte. Es wurden aber einige Rennen abgesagt in dieser Saison und ich hatte die Möglichkeit. Ich habe mir am Start gedacht: Mein Skifahren ist schnell genug, um die Kugel zu holen. Aber ich war mir nicht sicher, ob es für den Sieg reichen kann. Ich hatte das Gefühl, ich hätte schneller sein können - aber es hat gereicht. Es ist unglaublich."

Tina Weirather: "Gestern, da habe ich schon etwas dran knabbern müssen. Es wäre der erste Abfahrtssieg gewesen. Knapp vorbei, ist auch daneben. Ich werde weiter dran arbeiten, um es zu schaffen. Meine Saison war gut, nicht sehr gut. Dazu waren zu viele Ausfälle dabei."

Textquelle: © LAOLA1.at

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