Vlhova nach Flachau-Sieg: "Mein bester Tag!"

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Spätestens seit Flachau fährt Petra Vlhova im Slalom auf Augenhöhe mit Mikaela Shiffrin.

"Ich habe so lange darauf hingearbeitet, sie zu schlagen. Das ist der beste Tag meines Lebens", jubelt die Slowakin, nachdem sie zum ersten Mal das hoch dotierte "Nightrace" in Salzburg gewinnen kann.

Seit März 2017 ist es nur der 23-jährigen Vlhova gelungen, Shiffrin in den seither 17 klassischen Slaloms zu besiegen, wenn auch nur vier Mal. Shiffrin meint: "Zweite hinter Petra zu sein ist keine Tragödie."

Shiffrin führt ihre "Niederlage" auf der anstrengenden Salzburger Weichschnee-Piste auch auf ihre Müdigkeit zurück. "Immer wenn ich meine Ski gehen lassen wollte, habe ich kleine Fehler gemacht", sagt die neunfache Saison-Siegerin, dass ihr das dichte Weltcup-Programm mittlerweile zusetzt.

Mikaela Shiffrin klagt über müde Beine

Im Gegensatz zu Vlhova startet Shiffrin ja auch in vielen Speed-Bewerben. "Seit dem Saisonstart heißt es nur push, push, push. Ich wollte mich in Flachau zwar nochmals für 60 Sekunden motivieren, aber ich und meine Beine, die waren irgendwie fertig. Ich war nicht mehr athletisch genug", betont Shiffrin.

Vlhova habe den Sieg aber hochverdient. "Sie und ihr Team arbeiten hart. Sie machen einen sehr guten Job."

Während Shiffrin nun eine einwöchige Pause bis Kronplatz bekommt, war Vlhova nach Flachau das Titel-Thema in praktisch allen slowakischen Medien.

Popularität von Vlhova in der Slowakei steigt

Ihre Fans machen bei Rennen mittlerweile fast so viel Wirbel wie früher die kroatischen wegen Janica Kostelic. Punkto Popularität liegt in der Slowakei nur noch Rad-Star Peter Sagan vor Vlhova.

Die 1,80 Meter große Athletin aus Liptovsky Mikulas ist mit drei Saison-Siegen die Technik-Aufsteigerin des WM-Winters. Dabei hatte sie sich vor Flachau in allen fünf Saison-Slaloms jeweils Shiffrin geschlagen geben müssen. Zuletzt hatte sie die Amerikanerin aber auch im City Event von Oslo bezwungen und davor am Semmering ihren ersten Riesentorlauf gewonnen.

"Die Saison ist unglaublich", freut sich die vom Italiener Livio Magoni gecoachte Vlhova, nachdem man sie zur "Ski Space Salzburg"-Prinzessin samt 70.000-Euro-Siegerscheck gekürt hatte.

"Das bedeutet mir nach den Ausfällen in den zwei Jahren davor sehr viel", hat sie sich nun mit Flachau versöhnt. "Jetzt und noch dazu vor Mikaela hier zu gewinnen, ist großartig."

Vlhovas Vater Igor kümmert sich um die Finanzen

Ihr dritter Saisonsieg war auch der siebente Weltcup-Erfolg Vlhovas insgesamt. Landsfrau Veronika Velez-Zuzulova hat sie damit längst überflügelt. Mit der verbindet sie freilich auch die Distanz zum nationalen Skiverband. Auch bei Vlhova ist mit Vater Igor, einem Industriellen, ein naher Verwandter hauptzuständig fürs Finanzmanagement.

Von der Begeisterung zu Hause bekommt Vlhova - noch - nicht allzu viel mit ("Ich war lange nicht dort"), dafür umso mehr bei den Rennen. "Es waren auch diesmal echt viele Fans da. Sie helfen mir, über meine Limits zu gehen. Es ist ein Riesenunterschied beim Fahren, ob du Fans hast oder nicht."

Die Rivalität im Schnee mit Shiffrin tauge ihr, betonte Vlhova. Es würde den Damenskisport auf ein neues Level heben.

"Viele reden mich auf Mika an. Es ist ein guter Kampf mit ihr. Aber nur auf Ski."

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