ÖSV-Überraschung Resch: "Kämpfen zahlt sich aus"

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Sie war DIE Überraschung aus österreichischer Sicht beim Weltcup-Auftakt der Damen in Sölden: Stephanie Resch.

Die 22-jährige Salzburgerin carvte im Riesentorlauf auf dem anspruchsvollen Hang am Rettenbachferner auf Rang 19 und landete damit unter anderem vor Anna Veith und Bernadette Schild.

"Es ist noch nicht realisierbar", sagt eine bis über beide Ohren grinsende Resch nach dem Rennen.

Dass sie in Sölden, wo sie 2015 ihr Weltcup-Debüt feierte, in die Top 30 fährt, hätten wohl nur die wenigsten erwartet - sie selbst irgendwie schon. "Die Erwartungen waren schon da, aber dass ich es tatsächlich umsetzten kann… perfekt, dass es gelungen ist. Ich bin mega-happy.“

Zuvor stand Resch im Weltcup in ingesamt zehn Rennen am Start, davon neun Mal im RTL und ein Mal im Slalom. Für Punkte reichte es bei zehn Starts nur einmal, beim RTL in Maribor im Jänner 2017 schaffte sie es als 26. in die Top 30.

Resch steckt sich hohe Ziele

Dennoch war die Qualifikation für den 2. Durchgang das Ziel für Sölden. „Man muss mit einem hoch gesteckten Ziel in so ein Rennen gehen“, erklärt Resch. Die 22-Jährige überzeugte bei schwierigen Bedingungen mit einer unbekümmerten Fahrt.

"Gefühlt hat man sich nicht gut, aber kämpfen zahlt sich aus", sagt Resch, die nach Zwischenrang 16 im Finale im Steilhang sensationell fuhr, im Flachteil dann aber viel Zeit liegen ließ und ein noch besseres Ergebnis vergab.

„Ein Platz in den Top Ten wäre drin gewesen“, meint ÖSV-Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum.

Resch kann auch mit Platz 19 sehr gut leben. "Dafür dass ich bis Dienstag noch um einen der letzten zwei Startplätze gekämpft habe, ist es ganz gut gegangen", merkt sie lachend an.

Harte Zeiten nach schwerer Verletzung

Zum Glück kann Resch nach einer harten Zeit wieder lachen. Im Jänner 2017 zog sie sich bei einem Europacup-Rennen einen Kreuzbandriss zu. Auf dem Weg zurück hatte sie immer wieder mit Entzündungen der Beinhaut zu kämpfen.

„Es war ein hartes Jahr, weil ich alle meine FIS-Punkte verloren habe. Ich musste wieder von ganz hinten starten, sich da nach vorne zu kämpfen ist nicht leicht“, erklärt Resch. „Ich habe mich entwickelt, bin erwachsener geworden.“

Ihr Kampfgeist sei es, der die 22-Jährige ausmacht, sagt Kriechbaum. „Sie ist schon eine sehr ehrgeizige, akribische Arbeiterin. Sie hat sich da wirklich nach vorne gearbeitet. Man hat gesehen, der Ski liegt auch bei schwieriger Piste ganz ruhig und fein. Das ist mitunter der Grund dafür, warum sie heuer wesentlich besser unterwegs ist als letztes Jahr.“

Kriechbaum: "Damit sie weiß, wie es ist, auf Sieg zu fahren"

Nun gelte es für Resch, sich im Weltcup nach und nach zu etablieren. „Sie muss sich im Riesentorlauf weiter nach vorne arbeiten und punkten. Darüber hinaus muss man schauen, dass man den Super-G nach und nach dazu nimmt“, gibt Kriechbaum die Richtung vor.

Außerdem wäre der eine oder andere Sieg im Europacup wünschenswert. „Damit sie einfach auch weiß, wie das ist, auf Sieg zu fahren und Rennen zu gewinnen.“

Gelingt das, wird man den Namen Stephanie Resch in Zukunft wohl noch öfter hören.

Textquelle: © LAOLA1.at

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