Liensberger die "beste Slalomfahrerin der Welt"

Liensberger die Foto: © GEPA
 

Zuerst der WM-Titel, dann der erste Weltcupsieg und jetzt die erste Kristallkugel. Katharina Liensberger haben bei der Siegerehrung nach dem Gewinn der Slalom-Kugel in Lenzerheide die Emotionen übermannt.

"Ich habe Freudentränen gehabt. Es ist schon sehr emotional das Ganze, wenn man für etwas so lange arbeitet und oft auch Tiefschläge und Rückschläge kriegt", betont die 23-Jährige.

"Es war für mich nicht immer leicht. Aber doch habe ich nie die Hoffnung aufgegeben und immer daran geglaubt, dass irgendwann alles zurückkommt im Leben", erläutert Liensberger, auf der zu Beginn der Vorsaison der Materialstreit lastete. In den neun Rennen in dieser Saison stand sie achtmal auf dem Podest, einzig in Jasna verpasste sie dieses als Vierte. Viermal musste sie sich mit Platz zwei zufriedengeben. Am Semmering fehlten ihr Ende Dezember elf Hundertstelsekunden auf den Sieg, in Zagreb sogar nur fünf. Die Stats zu Liensbergers Top-Saison >>>

Bei den Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo schlug Liensberger dann zu - und das gleich doppelt: Gold im Slalom und unter kuriosen Umständen im Parallel-Einzel. "Die WM war vielleicht auch ein bisschen überraschend für manche, weil es nur ein einziges Rennen, ein einziger Tag ist", sagt sie. "Oft könnte man meinen, ab und zu gibt es gute Tage, ab und zu gibt es nicht so gute Tage. Aber schlussendlich zeigt die Slalom-Kristallkugel jeden Tag von einer Saison. Das ist das, auf das ich hingearbeitet habe. Dass ich so stark abschließen kann, ist bezaubernd."

Vlhova und Shiffrin verneigen sich Liensberger

Die Kugel spiegle "das große Ganze" wider. "Die Konstanz und die Ausdauer, das Durchhaltevermögen, das zeigt sich auf jeden Fall, weil es einfach über einen längeren Zeitraum ist", meint die Vorarlbergerin in Lenzerheide.

Auch Mikaela Shiffrin, dieses Jahr Zweite im Slalom-Weltcup, unterstreicht dies. "Sie hat eine außergewöhnliche Konstanz und ihr höchstes Level ist das höchste von allen. Es ist unglaublich verdient, dass sie in diesem Jahr die Kugel gewinnt", urteilt die US-Amerikanerin und ergänzt: "Es ist wirklich toll, ihr Skifahren im Moment zu sehen."

"Sie ist die beste Slalomfahrerin der Welt. Ich habe keine Worte", überhäuft auch Gesamtsiegerin Petra Vlhova sie mit Lob.

Mitter: Das ist Liensbergers Erfolgsgeheimnis

Damen-Rennsportleiter Christian Mitter verweist auf die mentale Stärke der Göfnerin. "Das ist schon imponierend, jetzt wieder - ähnlich wie bei der WM - im zweiten Durchgang einen draufzusetzen", sagt der Steirer und hebt dazu die Zielstrebigkeit Liensbergers hervor: "Sie arbeitet immer an sich, sie lernt schnell. Sie möchte keine Zeit an irgendwelche unwichtige Sachen verschwenden, sondern arbeitet an der Essenz des Skifahrens. Das machen viele andere auch, aber sie bringt es halt dann auf den Punkt."

Keine Eile hat Liensberger bei einem anderen, noch größeren Traum: Gesamtweltcup. Um eine reelle Chance zu haben, müsste sie wohl auch Super-G und Abfahrt in ihr Programm aufnehmen, das "soll kommen, wenn der richtige Zeitpunkt ist". Sie wisse, "dass es für Athletinnen, die eine ganze Saison über auch Speedrennen dazunehmen, wirklich eine sehr anstrenge Saison ist".

Eine ausgelaugte Vlhova, die heuer die große Kugel erstmals in die Slowakei brachte, kann das bestätigen. "Ich werde mit meinen Trainern jetzt gut durchbesprechen, was macht Sinn, was macht keinen Sinn", sagt Liensberger.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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