Liensberger: "Es war um die Tore fliegen"

Liensberger: Foto: © GEPA
 

Slaloms der Damen sind längst keine One-Woman-Show mehr und auch kein Fall für zwei!

Die Rennen sind hart umkämpft - und mit Katharina Liensberger mischt erfreulicherweise auch eine Österreicherin an der Spitze mit. Auch beim ersten Slalom in Aare ist die Vorarlbergerin mitten drin. Nach einem Lauf am Limit reicht es allerdings knapp wieder nicht für den ersten Weltcupsieg der Weltmeisterin.

"Es war wirklich um die Tore fliegen sozusagen", meint die 23-Jährige über ihren Finallauf. Sie blieb zwar auf der weichen, spurigen Piste nicht ohne Fehler, doch gerade die machten sie augenscheinlich sogar schneller. "Teilweise bin ich weit weg gewesen, ich habe einfach alles gegeben. Ich wollte den Lauf ins Ziel bringen - ganz egal, was dabei rausschaut."

"Es macht Spaß, sich so matchen zu können"

Rausgeschaut hat am Ende Rang 2 - nur 20 Hundertstel hinter Petra Vlhova. "Petra ist wirklich super gefahren. Gratulation an sie, wirklich starke Leistung", meint Liensberger und genießt es hörbar, an der Weltspitze angekommen zu sein.

"Es macht Spaß, sich mit ihr und der Mika (Shiffrin, Rang 3) so matchen zu können. Jede bringt ihre Leistung auf den Punkt. Es fühlt sich gut an, ich kann meine Leistung bringen."

"Ich komme immer näher", sagte sie hinsichtlich des angepeilten erstens Sieges im Weltcup.

"Es muss halt in zwei Läufen alles passen. Man darf keine Sektion auslassen, damit es zum Sieg reicht", resümierte Damen-Rennsportleiter Christian Mitter. Vlhova "macht sehr wenig Fehler, ist sehr diszipliniert und natürlich mental stark", merkte der Steirer an.

Ergebnis des 1. Slaloms in Aare>>>

Vlhova mit "wichtigem Sieg"

"Jeder Sieg, jedes Podium ist wichtig für mich, weil ich dafür perfektes Skifahren zeigen muss. Heute war es das, bis auf ein paar kleine Fehler vielleicht", sagte Vlhova. "Die Piste war sehr weich, es war ein großer Kampf für mich, aber ich habe es geschafft. Ich bin glücklich heute."

Im Gesamtweltcup führt Vlhova nun 64 Punkte vor der Schweizerin Lara Gut-Behrami, die keine Slaloms bestreitet. "Ich denke derzeit nicht an Punkte, an die Gesamt-Kugel", behauptete die 25-Jährige.

Shiffrin meinte nach einem schweren Fehler im zweiten Lauf: "So habe ich schon lange nicht mehr gekämpft in irgendeiner Disziplin. Ich bin superhappy mit dem Podium."

Gritsch: "So fahren wie als Kind"

Zweitbeste Österreicherin wird Franziska Gritsch als Sechste. Die Tirolerin Gritsch sich nach zuletzt durchwachsenen Wochen mit seltenen Glücksgefühlen über ihr bestes Saisonergebnis. Sechste war sie auch schon im November in Levi gewesen, danach wollte es nicht mehr so recht klappen.

"Ich habe einfach irrsinnig mit mir selber gekämpft, an jeder Kleinigkeit gezweifelt. Mein Umfeld hat das mitgekriegt. Heute habe ich mir gedacht, es sind die letzten Rennen, habe einfach Spaß. Erinnere dich, wie du als Kind gefahren bist", beschrieb Gritsch ihre Herangehensweise.

Sporer: Auf eigene Kosten zurückgekämpft

Auch für Gallhuber war ihre Ausbeute am ersten Wettkampftag in Aare - am Samstag findet ein weiterer Slalom statt - ein Schritt nach vorne. "Ich bin nicht alles auf Zug gefahren, habe aber sicher gute Passagen gezeigt. Ich bin glücklich", betonte die Olympia-Dritte von Pyeongchang 2018.

Sporer hatte im Februar 2020 bereits ihren Rücktritt erklärt, überlegte es sich später aber anders und machte diese Entscheidung rückgängig. Inzwischen war sie aber aus allen ÖSV-Kadern gefallen und musste die Kosten für die Saison großteils selbst aufstellen.

Dazu startete die Zillertalerin auch ein Projekt auf der Crowdfunding-Plattform "I believe in you", über das mehr als 13.000 Euro hereinkamen.

"Ich bin megahappy, dass ich jetzt endlich wieder Weltcup-Punkte gemacht habe und zwei solide Läufe im Ziel habe, aber da ist auf alle Fälle noch Luft nach oben", sagte die 24-Jährige. Morgen wolle sie "wieder das Herz in die Hand nehmen und die Ski gehen lassen. Hoffen wir, dass es morgen wieder so hinhaut." Vorrangiges Ziel ist die erneute Qualifikation für die Entscheidung.

Textquelle: © LAOLA1/APA Zum Seitenanfang »

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