Hundertstel-Trauma? Brunner hofft auf WM

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Ein Wimpernschlag. Nur vier Hundertstel trennen Stephanie Brunner beim Riesentorlauf am Semmering vom Podest.

Von Ärger ist bei der Tirolerin trotz des undankbaren vierten Platzes beim Heimrennen aber keine Spur. „Ich bin trotzdem zufrieden. Es ist noch immer eine Comeback-Saison“, erinnert Brunner an ihren Kreuzbandriss, den sie sich im März zuzog.

Dank eines perfekten Heilungsverlaufs konnte die 24-Jährige schon im September ihr Comeback auf Schnee geben und in Sölden normal in die Saison starten. Dem fünften Platz im RTL auf dem Rettenbachferner folgte Rang drei in Killington - Brunners erster Podestplatz überhaupt.

Beim letzten RTL vor Weihnachten in Courchevel lag Brunner zur Halbzeit ebenfalls auf Podestkurs. Nur acht Hundertstel fehlten ihr und der ex-aequo-platzierten Mikaela Shiffrin auf die Führende Viktoria Rebensburg. Am Ende reicht es „nur“ zu Rang sechs.

Am Semmering wiederholte sich die Geschichte nun fast.

Lediglich zwei Hundertstel trennten Brunner nach dem 1. Durchgang von der Führenden Mikaela Shiffrin, der Podestplatz war ihr aber erneut nicht vergönnt.

"Irgendwann kommen die Hundertstel zurück"

"Vier Hundertstel - es war wieder mal knapp. Aber irgendwann kommen die Hundertstel zurück. Ich hoffe, im Februar“, spielt die Tirolerin mit einem Augenzwinkern auf die WM im schwedischen Are an.

"Ich will im Finale eigentlich immer noch mehr Gas geben als im ersten Durchgang - ich glaube, das ist ein bisschen mein Fehler."

Dass sie erneut im 2. Durchgang zurückgefallen ist, beunruhigt Brunner nicht. Und von einem sich anbahnenden Trauma wollte sie auf Nachfrage eines Journalisten schon gar nichts wissen. „Nein (lacht). Überhaupt nicht. Ich will im Finale eigentlich immer noch mehr Gas geben als im ersten Durchgang - ich glaube, das ist ein bisschen mein Fehler. Dann lege ich die Linie noch gerader an, was im 2. Durchgang durch die Spuren nicht von Vorteil ist“, analysiert Brunner. 

Nach dem 1. Lauf am Zauberberg hatte sie „Vollgas“ als Motto ausgegeben. „Das Rennen startet wieder bei Null.“ So war es dann auch. Von den Top drei nach dem 1. Durchgang - Shiffrin, Brunner und Mowinckel - schaffte es letztlich keine aufs Podest.

"Da brauche ich nicht zu jammern"

„Alles in allem hat es heute trotzdem gut gepasst. Ich war im 1. Lauf trotz Fehlern vorne dabei. Aber bei solchen Schnee-Bedingungen wie im 2. Durchgang tue ich mir extrem schwer“, gibt Brunner zu. „Auf die Verhältnisse muss man sich als Athletin einfach einstellen können, da brauche ich jetzt nicht herumzujammern. Ich habe versucht, den Ski so gut wie möglich laufen zu lassen und noch das Beste rauszuholen. Aber es war nicht einfach zu fahren, sogar Mikaela Shiffrin hat sich im 2. Durchgang schwer getan.“

Shiffrin, die große Favoritin, landete zwei Hundertstel hinter Brunner auf Rang fünf. Stattdessen jubelte sensationell Petra Vlhova vor Rebensburg und Worley über ihren ersten RTL-Sieg (Rennbericht). 

„Die Dichte im Riesentorlauf ist sehr groß. Jetzt haben wir wieder ein neues Siegergesicht. Wenn sieben, acht Athletinnen an der Spitze mitfahren, dann wird man bei zwei, drei kleinen Fehlern gleich mal zurückgereiht“, weiß Brunner. 

Aber: „Das finde ich jetzt nicht tragisch. Es ist cool, dass wir uns ans Limit bewegen müssen, sonst wäre es eh langweilig!“

Brunner nimmt Slalom in Angriff

Langweilig wird es Brunner in den letzten Tages des „alten“ Jahres keinesfalls. Gleich nach dem RTL stand für die 24-Jährige noch Slalom-Training am Programm. Die 24-Jährige wird am Samstag (ab 10:30 Uhr im LIVE-Ticker) am Semmering ihren ersten Slalom seit März in Angriff nehmen. 

Nach lediglich einem halben Trainingstag auf der Reiteralm sind die Erwartungen bei Brunner aber gering. „Mit drei Trainingsfahrten werde ich nicht allzu weit springen, aber man weiß ja nie. Schauen wir mal, wie's geht.“

Auf Hundertstel wird es im Slalom am Semmering bei Brunner also wohl nicht ankommen...

Textquelle: © LAOLA1.at

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