Anna Veith: "Ich muss liefern"

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„Man muss das Vergangene loslassen, um den nächsten Schritt machen zu können.“

Sagt Anna Veith ausgerechnet in Sölden, jenem Ort, an dem sie sich 2015 die schwere Knieverletzung zuzog, die beinahe ihre Karriere beendete.

Am Samstag wird die Salzburgerin erstmals seit ihrem Sieg im RTL 2014 wieder am Rettenbachferner am Start stehen. Damen-RTL ab 10 Uhr im LIVE-Ticker >>>

Gegen den Berg hegt sie keinen Groll, meint Veith, die sich im Vorjahr noch gegen ein Antreten beim Saisonauftakt in Sölden entschied.

Sie habe es „echt gut überwunden“, erklärt die 29-Jährige. Der schwere Sturz, bei dem sich die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin das Kreuz- und Innenband sowie die Patellarsehne im rechten Knie gerissen hat, sei „nicht wirklich präsent im Kopf“.

Hin und wieder komme die Erinnerung an den 21. Oktober 2015 und den folgenschweren Trainingssturz aber doch zurück. "Es gibt positive und negative Seiten. Auf der einen Seite sehe ich, wie gut es mir wieder geht, und dass ich es wieder geschafft habe, das zu machen, was ich gern tue. Auf der anderen Seite war es eine harte Zeit."

Veith: "Das ist ein Herzensprojekt"

Doch Veith blickt lieber nach vorne, als zurück. „Mir geht es körperlich und persönlich gut“, sagt sie vor dem Auftakt in den WM-Winter. „Natürlich kann man immer etwas verbessern, aber ich habe einen Schritt nach vorne gemacht.“

Das Ziel für die neue Saison ist klar: „Gesund bleiben, schnell Skifahren und das Können, das ich in mir habe, rauslassen!“

Die erste Gelegenheit dazu gibt es am Samstag. Der Riesentorlauf in Sölden ist für die Olympia-Silberne im RTL von 2014 mehr als nur eine erste Standortbestimmung.

"Es ist ein schwerer Weg. Ich bin 29. in der Weltrangliste, ich muss liefern, damit es mich nicht wieder zurückhaut. Der Riesentorlauf ist sicher ein Herzensprojekt."

"Es ist ein schwerer Weg. Ich bin 29. in der Weltrangliste, ich muss liefern, damit es mich nicht wieder zurückhaut. Der Riesentorlauf ist sicher ein Herzensprojekt. Ich bin echt gespannt, welche Herausforderungen noch kommen, aber irgendwie reizt mich genau das." 

In der vergangenen Saison reichte es bei fünf RTL-Starts zu den Plätzen 15 und 21 im Weltcup (zweimal zweiten Durchgang verpasst) sowie Rang zwölf bei Olympia.

Der Körper sagt, wo die Grenze ist

Ganz die Alte sei sie im Riesentorlauf noch nicht, gibt Veith zu, aber sie arbeite hart daran. „Im RTL ist einiges weitergegangen. Die Richtung stimmt!“

Und Veith weiß genau, in welche Richtung es gehen soll. Ihr Ziel ist es, wieder so einen Schwung fahren zu können, wie vor ihrer Verletzung. „Ich habe es irgendwie auch noch im Kopf, ich weiß, wie er ausschauen muss. Aber es ist der Körper, der sagt, wo die Grenze ist", sagt die RTL-Weltmeisterin von 2015. 

Sie habe sich seit dem vergangenen Jahr aber um einiges gesteigert und könne wieder größere Umfänge fahren. "Wenn ein schwieriger Untergrund ist, wenn es ganz schlagig und hart ist, dann würde ich mir wünschen, dass ich noch dreißig Prozent mehr fahren könnte. Wenn ich übers Limit gehen würde, würde ich Schmerzen bekommen, das weiß ich aus Erfahrung. Es ist nicht so, dass ich die schwierigen Sachen nicht fahren könnte. Es geht, aber es geht weniger."

Veith: "Dann hätte ich keine Chance"

Während das RTL-Training in der Saisonvorbereitung aufgrund der Schneelage auf den Gletschern noch relativ gut funktionierte, war an Speed-Training fast nicht zu denken. 

"Ich bin nicht unruhig, ich habe die Erfahrung von früher, dass es trotzdem passt. Ich habe früher auch nicht so viele Tage in Speed investiert. Ich habe geschaut, dass ich im Riesentorlauf in Form komme und auch im Super-G wieder einen Schritt weiterkomme. Und dass ich durch die höhere Belastung, die ich gehen kann, auch wieder engere Radien fahren kann“, so die Olympia-Silberne im Super-G von Pyeongchang. 

Auch was das Material betrifft hat sich einiges getan. Veith hat sowohl bei Ski als auch Schuh Änderungen vorgenommen. „Man merkt, es funktioniert“, ist die 29-Jährige zufrieden. 

Das Thema Ski spielt bei Veith in Zukunft eine noch größere Rolle. Abseits des professionellen Skisports baut sie sich mit Ehemann Manuel gerade ein weiteres Standbein auf. Im Dezember eröffnet neben ihrem Hotel und Restaurant in Rohrmoos „Veith Sport“, ein Sportshop samt Skiverleih. 

Auf die Frage, ob sie ihre Rennski als Besitzerin eines Skiverleihs nun selbst präparieren werde, meint Veith schmunzelnd: „Das wäre keine gute Idee. Wenn ich meine Ski selbst wachseln würde, hätte ich keine Chance.“

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