Mikaela Shiffrin: "Dann schlagt mich!"

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Es war eine der größten Enttäuschungen in der Karriere der Mikaela Shiffrin.

Als haushohe Favoritin startete die Weltcup-Dominatorin im Februar 2018 in den Olympia-Slalom in Pyeongchang. Am Ende wurde sie undankbare Vierte – für Shiffrin selbst und die Öffentlichkeit zu wenig.

Ihr "Versagen" brachte die US-Amerikanerin zum Nachdenken. Die Frage, die sich Shiffrin selbst stellte: "Wie gehst du damit um, wenn du alles gewinnen sollst?"

Wie groß der öffentliche Druck auf die Ski-Stars sein kann, macht Shiffrin bei einem Medientermin ihres Ausrüsters Atomic am Beispiel ihres männlichen Pendants im Ski-Weltcup, Marcel Hirscher, deutlich:

"Marcel soll immer alles gewinnen. Er soll im Slalom und RTL mit zwei Sekunden Vorsprung gewinnen. Am besten sollte er auch die Speed-Rennen gewinnen, die er gar nicht fährt."

Hilfe von einer Psychologin

Die 23-Jährige weiß, wovon sie spricht. Nicht nur einmal hatte sie in der Vergangenheit vor Rennen aufgrund von Druck und Nervosität mit körperlichen Problemen zu kämpfen, musste sich sogar übergeben.

Gegenüber AP erklärt Shiffrin, dass diese Reaktionen ihres Körpers auf ein Nervenproblem zurückzuführen sind. Daher suchte sich die Doppel-Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin im Sommer Hilfe von einer Psychologin.

"Wenn ich darüber nachdenke, was alle anderen für Erwartungen haben, zerstöre ich mich selbst."

"Sie versteht mich und kann mich dazu bringen, über die richtigen Dinge nachzudenken. Wenn ich darüber nachdenke, was alle anderen für Erwartungen haben, zerstöre ich mich selbst und das ist einfach dumm. Ich versuche mir eine Minute Zeit zu nehmen und wirklich zu schätzen, was ich im Sport habe ", sagt Shiffrin.

Sie glaubt, mittlerweile einen Weg gefunden zu haben, mit den Drucksituationen umzugehen. "Es bedeutet mir sehr viel, eine der besten Skifahrerinnen der Welt zu sein. Aber es ist mir egal, wenn die Leute erwarten, dass ich mit zwei Sekunden Vorsprung gewinne. Ich will einfach mein Bestes geben."

Roger Federer als Inspiration

Eine Inspiration sei dabei unter anderem Tennis-Ass Roger Federer, den Shiffrin im Sommer bei einem Termin eines gemeinsamen Sponsors kennenlernte. „Er ist noch netter und hat noch mehr Klasse, als es im Fernsehen scheint. Das Treffen war unglaublich“, schwärmt Shiffrin. „Solche Athleten inspirieren mich. Sie arbeiten so hart, um konstant gut zu sein und bleiben dabei aber auf dem Boden.“

"Wenn ihr bemerkt, dass ich mich verändere, dann schlagt mich! Und sagt mir, dass ich ein Trottel bin."

Das sei auch das Ziel von Shiffrin. Trotz der großen Erfolge in ihrer noch jungen Karriere habe sie sich als Mensch nicht verändert, meint die 23-Jährige. "Ich hoffe nicht. Wenn ihr bemerkt, dass ich mich verändere, dann schlagt mich! Und sagt mir, dass ich ein Trottel bin", fordert sie die Journalisten beim Atomic-Medientermin mit einem Augenzwinkern auf.

Die US-Amerikanerin wirkt kurz vor Saisonbeginn generell locker, von Anspannung keine Spur. "Ich habe alles unter Kontrolle. Ich fühle mich gut, stark und bin bereit", erklärt Shiffrin und hält mit Nachdruck fest: "Ich bin glücklich, dass ich in dieser Position sein darf. Ich bin motiviert, weiter hart zu arbeiten, um in dieser Position zu bleiben. Ich bin dankbar, dass ich den Sport ausüben kann, den ich liebe."

"Die Arbeit hört nie auf"

Nach zwei Gesamtweltcup-Siegen in Folge ist Shiffrin auch im kommenden Winter die große Gejagte. Die Erfolge der vergangenen Saison zu wiederholen, wird aber selbst für die Seriensiegerin schwer.

2017/18 feierte sie insgesamt zwölf Saisonsiege und holte sich damit die große Kristallkugel sowie die beiden kleinen für Slalom und RTL. Zur Krönung gab es Olympia-Gold im RTL und –Silber in der Kombination.

"Es gibt immer Verbesserungspotenzial", sagt Shiffrin und spricht das Material und die Technik an. "Die Ski müssen perfekt sein, damit ich den Schwung fahren kann, den ich will. Es gibt immer einen schnelleren Schwung. Die Arbeit hört nie auf."

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