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ÖSV in Kitzbühel: Zwei Mal Hui, ein Mal Pfui

Die Hahnenkamm-Woche endete für den ÖSV mit einer rauschenden Sieges-Party. In der Abfahrt gab es zwei Wochen vor Olympia einen gnadenlosen Realitäts-Check - aber keinen Alarmismus.

ÖSV in Kitzbühel: Zwei Mal Hui, ein Mal Pfui Foto: © GEPA

"It's time to shine", sagte ÖSV-Alpin-Chef Christian Mitter vor dem Rennwochenende in Kitzbühel.

Gesagt, getan – zumindest im Fall von Manuel Feller und Stefan Babinsky, die sich beim Heimspektakel ins Rampenlicht fuhren. Die übrigen ÖSV-Athleten blieben überwiegend unscheinbar, das gilt vor allem für die Abfahrer.

Statt Selbstvertrauen für die Olympischen Spiele zu sammeln, gab es zwei Wochen vor Beginn des Saison-Höhepunkts einen gnadenlosen Realitäts-Check.

Kriechmayr nimmt sich selbst aus dem Olympia-Rennen

Während es im Super-G mit Platz drei von Babinsky und insgesamt drei Athleten in den Top sieben erwartet gut gelaufen ist, setzte es für den ÖSV in der Abfahrt auf der Streif ein historisches Debakel.

Kein Österreicher in den Top Ten, Vincent Kriechmayr als 13. bester heimischer Abfahrer, insgesamt gar nur drei Läufer in den Punkterängen.

Am Hahnenkamm wurde wieder einmal deutlich: Wenn Kriechmayr auslässt, sieht es in der Abfahrt aus rot-weiß-roter Sicht düster aus. Ähnlich wie bei den Frauen im Riesentorlauf nach Julia Scheibs Ausscheiden in Spindlermühle.  

Kriechmayr verzichtet wie auch Raphael Haaser als Konsequenz auf das Kitzbühel-Ergebnis auf die Rennen in Crans Montana am kommenden Wochenende, um sich gezielt auf die Olympischen Spiele vorzubereiten, für die er sich übrigens gleich selbst aus der Mitfavoritenrolle genommen hat.  

Feller muss es alleine richten

Den erhofften Befreiungsschlag gab es statt in der Abfahrt im Slalom. Manuel Feller beendete mit seinem Sieg am Ganslernhang nicht nur seine persönliche Jagd nach der Goldenen Gams, sondern auch die lange Durststrecke von Österreichs Torläufern im Weltcup seit Februar 2024.

Aber auch im Slalom gilt: In der Breite fehlt es im ÖSV-Team weiter an Konstanz, und so muss es Feller in Italien wohl alleine richten. Zweitbester Österreicher war Fabio Gstrein als Elfter – für ihn persönlich nach völlig verkorksten letzten Wochen ein dringend nötiges Erfolgserlebnis und wohl das Olympia-Ticket.

Noch am Sonntag wurde das endgültige Aufgebot für die Spiele fixiert, am Montag wird es offiziell bekanntgegeben.

Nur kein Alarmismus vor Olympia

Grundsätzlich zähle bei Olympia nur das Podium, betonte die ÖSV-Führungsriege in Kitzbühel. Man müsse "schon schauen, dass man Leute mitnimmt, die wirklich Medaillen machen können", sagte Alpin-Chef Christian Mitter.

Dass es davon im ÖSV-Männer-Team in Abfahrt und Slalom aktuell nicht viele gibt, hat das Hahnenkamm-Wochenende einmal mehr vor Augen geführt.

Das Fazit von ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher lautete nicht umsonst sehr treffend: Zwei Tage Hui, ein Tag Pfui.

Das schöne sei jedoch, dass man um die Fehler wisse und daran arbeiten kann. Man wolle die Krise als Chance nutzen, um zu zeigen, aus welchem Holz das ÖSV-Team geschnitzt ist. Beim heimischen Skiverband war man in Kitzbühel in Hinblick auf die Olympischen Spiele um Optimismus statt Alarmismus bemüht.

Schließlich heißt es in zwei Wochen wieder: "It’s time to shine"

Kitzbühel-Slalom: Bilder der Siegerehrung mit Manuel Feller

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