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"Das ist ein Rekord - viel Spaß beim Aufholen"

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Noch will Marcel Hirscher den 5. Sieg im Gesamtweltcup nicht ganz glauben.

"Fix ist es für mich, wenn ich den Pokal in Händen halten kann", so der Salzburger in Kranjska Gora. Obwohl er den Gesamtsieg im Gegensatz zu den letzten Jahren vor dem Finale fixieren konnte, sei der Druck groß gewesen: "Wenn ich die Schlagzeilen gelesen habe, das setzt so unter Druck, weil ich nur verlieren kann."

Über die Bedeutung des Erfolgs: "Das ist ein Rekord - viel Spaß beim Aufholen. Oder beim Einstellen."

Das Interview nach dem Sieg in Kranjska Gora:

Frage: Da die noch verbliebenen Konkurrenten Henrik Kristoffersen und Alexis Pinturault ihr Restprogramm bekanntgegeben haben, ist der fünfte Gesamtweltcupsieg fixiert. Wie fühlt sich das an?

Hirscher: "Mathematisch ist es möglich, dass Henrik mich überholt, aber er sagte uns, dass er keinen Super-G fährt. Aber scherzt er nur, oder sagt er uns die Wahrheit? Hoffentlich sagt er die Wahrheit! Es ist ein bisschen komisch für mich. Es ist schwierig. Ich kann den Pokal noch nicht in meinen Händen halten. Aber wenn ich den Worten meiner Kollegen Alexis und Henrik glauben darf, dann ist es mehr oder weniger im Kasten. Was ist heute für ein Tag? Noch zwei Wochen zu warten..."

Frage: Pinturault und Kristoffersen haben garantiert, dass sie nicht mehr Rennen fahren werden als angekündigt. Also herzlichen Glückwünsch.

Hirscher: "Es ist voll zäh für mich... Ich freue mich riesig, ich habe einfach heute richtig zusammengekniffen und probiert, alles rauszuholen. Ich wusste, heute oder - das klingt so blöd -, aber ich wusste, ich kann heute hundert Punkte machen. Ich gehe das Risiko ein. Auch, dass ich ausfallen kann, ich habe eh noch mehrere Chancen, wo ich Punkte sammeln kann. Und auch im Riesentorlauf-Weltcup zu wissen, wenn ich heute gewinne, kann ich das einmal fixieren, das ist ganz, ganz viel wert."

Frage: Die Emotion im Ziel galt also der Riesentorlaufkugel?

Hirscher: "Nein, es war der Gesamtweltcup, der einfach präsent ist bei mir. Es war das große Ziel, mehr als dreihundert Punkte vor Henrik zu sein nach heute. Und das ist mir geglückt."

Frage: Obwohl es in den vergangenen Jahren knapper herging, wirken Sie heuer angespannter. Warum?

Hirscher: "Die Anspannung war nicht größer, aber anders. Ich glaube, wenn man was zum Greifen nah hat, fällt es noch schwerer, weil man unter Anführungszeichen eh nur normal tun muss. Wenn man Außergewöhnliches leisten muss, muss man eh über seinen Schatten springen und dementsprechend ans Limit gehen. Man hat eine Möglichkeit und eine Chance, das zu versuchen. Wenn ich jetzt teilweise die Schlagzeilen gelesen habe, das setzt so unter Druck, da kann ich nur verlieren. Ich selbst habe gemerkt, dass ich am Limit bin. Und merke, dass es nicht in jedem Rennen selbstverständlich ist. Der Druck für mich war schon hoch, weil es etwas Historisches sein kann, wird. Das ist ein Rekord, wenn er dann wirklich Tatsache ist, viel Spaß beim Aufholen! Oder beim Einstellen!"

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