Nach zwölf Jahren: Wiener vertritt Österreich im Short Track
Zwölf Jahre nach der Steirerin Veronika Windisch wird ein Wiener Österreich im Short Track vertreten.
Erstmals seit Sotschi 2014 und damit seit zwölf Jahren ist Österreichs Short Track bei Olympischen Winterspielen mit einem Aktiven vertreten.
Damals war es die Steirerin Veronika Windisch, nun Nicolas Andermann. Der Wiener hat keine Staffel im Rücken, die Qualifikation für die Bewerbe in Mailand/Cortina war für ihn daher hart - aber erfolgreich. Nun tritt er am Samstag über 1.500 m und am Montag über 500 m an, wobei da die Medaillen erst am Mittwoch vergeben werden.
Olympia-Kalender und Zeitplan>>>
Für Andermann ist das Ambiente Neuland, aber nicht das Land und die Stadt. "Mailand kenne ich sehr gut, da ich viel in Italien wohne und trainiere", sprach er eine Kooperation mit Italiens Nationalteam an.
"Mein Trainingsstützpunkt ist Bormio, da muss ich über Mailand fahren. Ich spreche auch schon ein bisschen Italienisch", berichtete der Kufenflitzer. Ganz so schnell wie gewohnt geht es in der 11.500 Zuschauer fassenden Milano Ice Skating Arena aber nicht zu, denn das Eis ist brüchig.
Bewerbe auf zu weichem Eis der Eiskunstläufer
"Es ist sehr weich, das ist leider nicht so gut", erzählte Andermann. Grund dafür ist, dass sich die Short Tracker die Arena mit den Bewerben im Eiskunstlauf teilen. "Sie haben lieber ein weiches Eis. Es gleitet weniger, ist langsamer und es kommen viele Stürze zustande", verwies er auf die in seiner Sparte bereits absolvierten Bewerbe.
"Ich bin nicht so ein Fan davon, habe es lieber härter." Er wollte sich darüber aber nicht zu viele Gedanken machen: "Einfach an den Start gehen und sein Ding abziehen."
Ziel: Eine Runde überstehen
Als Endprodukt stellt sich der 26-Jährige auf beiden Distanzen das Überstehen einer Runde darunter vor. "Über 500 sind die Chancen ein bisschen besser. Da muss ich einfach nur Gas geben, vom Anfang bis zum Ende."
Über 1.500 m werde ein wenig taktischer gelaufen. "Da werde ich es eher nicht auf Position eins angehen." Jedoch gebe es nicht nur einen Plan A, da man immer auf die Entwicklung im Rennen reagieren müsse. "Es gibt auch einen Plan B und einen Plan C."
Die Weltcup-Saison und damit auch die Olympia-Qualifikation war im November und also sehr früh zu Ende. Danach stand hartes Training und als Zwischenwettkampf Mitte Jänner die EM auf dem Programm. Danach ging es vorerst wieder nach Bormio und schließlich nach Mailand. Mit dem Steirer Tobias Wolf hat sich ein zweiter Athlet um einen ÖOC-Quotenplatz bemüht, die besseren Leistungen Andermanns machten die Entscheidung für ihn schließlich aber klar.
Wiener kam durch Zufall zu seinem Sport
International im Short Track war auch Bruder Dominic Andermann aktiv gewesen, vor zwei Jahren erfolgte für den Älteren der beiden das Karriereende. Zum Sport waren sie eher zufällig gekommen.
"Meine Mutter hat uns zu Eislaufkursen in die Albert-Schultz-Halle geschickt. Dann gab es die Kurse aber nicht mehr, doch diesen Short-Track-Kurs", erläuterte Dominic Andermann. Seit der Arbeit mit Nationaltrainer Iwan Pandow vor knapp einem Jahrzehnt trainiere er nun professioneller.
Das Interesse Andermanns war schon bei der nach 1998 gesamt zweiten WM in Wien 2009 gegeben. "Da habe ich im Ferry-Dusika-Stadion zugeschaut. An Andre Pulec kann ich mich von da noch am meisten erinnern", erwähnte er einen damaligen Teamkollegen von Windisch.
"Der Sport an sich hat mich immer interessiert, ich fand es immer spektakulär." Nun habe er seinen "Karriere-Höhepunkt" erreicht und hofft auf Nachwuchs: "Wir haben einige Leute, aber es ist doch noch ein weiter Weg."