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Beierl hofft auf saubere Fahrt mit gebrochenem Fuß

Die Niederösterreicherin startet im Monobob trotz Fußbruch in der unmittelbaren Vorbereitung.

Beierl hofft auf saubere Fahrt mit gebrochenem Fuß Foto: © GEPA

Als Außenseiterin und in der Vorbereitung gehandicapt geht Katrin Beierl in ihre dritten Olympischen Spiele.

Zweieinhalb Wochen nach der Operation eines Mittelfußknochenbruchs startet die niederösterreichische Bobpilotin am Sonntag (10:00 Uhr/1. und 2. Lauf) und Montag (19:00 Uhr/3. und 4. Lauf) in Cortina d'Ampezzo im Monobob, mit dem sie in diesem Winter ihre bisher beste Saison gefahren ist.

Olympia Zeitplan und Kalender

Beierl verletzte sich Ende Jänner im Training, absolvierte aber schon eine Woche nach der Operation das zweitägige Training auf der Bahn Eugenio Monti - allerdings mit sitzendem Start. Nach der Vorbereitung in der Heimat macht sie seit Donnerstag das Training in Cortina voll mit. Es sind "fünf richtig harte Tage mit dem Monobob", weiß die 32-Jährige. 168 Kilo hat ihr Schlitten, "den alleine zu schieben, ist extrem anstrengend".

Anschieben im Training ohne Probleme

Nach den ersten Trainings war Beierl aber erleichtert, wie sie am Freitagnachmittag berichtete. "Mir geht's super, ich habe schon zwei Trainings fahren können. Ich war gestern sehr nervös. Der erste Start war sehr verhalten, aber da habe ich gemerkt, dass es ganz gut geht, und ich habe im zweiten mehr angedrückt und überraschenderweise ist es super gegangen, und ich bin mega motiviert für den Sonntag."

Im Dezember in Lillehammer fuhr Beierl mit Rang zwei erstmals auf Stockerl- und das ausgerechnet vor den Augen ihres Vaters, der kurzfristig als Betreuer eingesprungen ist. In Sigulda und St. Moritz folgten im Jänner zwei dritte Plätze im Monobob, mit dem sie bis vor kurzem resultatsmäßig noch hinter ihren Zweier-Leistungen lag. "Ich habe nichts geändert", sagt Beierl nach ihrem neuen Erfolgsgeheimnis gefragt.

Nach schwierigen Kurven wird's lässig

Der Unterschied zum Zweier ist leichter erklärt. "Zum Anschieben ist es deutlich anstrengender und mir fehlt das Gewicht an der Hinterachse. Er ist ganz anders zu fahren, viel nervöser", gab sie Einblick. Man müsse "sauber fahren", denn "Fehler kosten viel mehr".

So wie ihr das beim Weltcup Ende November passiert ist, als sie bei der Olympia-Generalprobe in Cortina im Monobob nur auf Rang zwölf fuhr.

"Ich weiß, warum ich langsam war, weil ich oben in den Kurven eins, zwei eingestochen bin. Die Kurven eins bis vier sind eine der schwierigsten Bereiche auf der Welt. Danach wird es lässig. Wenn du aus der vier rausdriftest und du weißt, dass oben alles richtig gegangen ist, was Besseres gibt es nicht, wenn das bei Olympia passiert. Und ich hoffe, dass mir das so oft wie möglich passiert", sagte Beierl, die in Peking 2022 Platz 14 belegt hat.

Comeback nach Schlaganfall

Wenige Monate später stand ihre Karriere nach einem Schlaganfall auf der Kippe. Die Niederösterreicherin kämpfte sich zurück an die Weltspitze, die Fußverletzung warf sie in der Olympia-Vorbereitung aber zurück.

In Cortina muss daher alles passen, um erstmals seit 34 Jahren, seit Gold von Ingo Appelt/Harald Winkler/Gerhard Haidacher/Thomas Schroll im Vierer 1992 in Albertville, wieder eine Bobmedaille nach Österreich zu bringen.

Australierin Walker fordert die Top-Nationen

Als Favoritinnen gehen die deutsche Weltcup-Führende Laura Nolte, die dreifache Saisonsiegerin Bree Walker aus Australien und die US-Amerikanerinnen Elana Meyers Taylor und Kaysha Love in den Bewerb. Nicht zu vergessen ist Kaillie Humphries, die den Weltcup-Abschluss in Altenberg gewann.

Die 40-jährige Mutter eines eineinhalbjährigen Sohnes fährt um ihr viertes Olympia-Gold, nachdem sie 2010 und 2014 noch für ihr Heimatland Kanada im Zweier triumphiert und nach ihrem Verbandswechsel in Peking 2022 die Olympia-Premiere im Monobob gewonnen hatte.

Von den bisher vergebenen 21 Olympia-Medaillen im Frauen-Bob sind 20 an die USA, Deutschland oder Kanada gegangen. Die Ausnahme war Bronze für Italien 2006.

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