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Olympia: 50 Millionen Euro für die Sicherheit

Neben dem Schutz der Austragungsstätten gilt ein Augenmerk der Behörden auch angekündigten Protesten gegen ICE.

Olympia: 50 Millionen Euro für die Sicherheit Foto: © GETTY

Das italienische Innenministerium plant angesichts angekündigter Protestaktionen in Mailand anlässlich der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele von Mailand-Cortina am 6. Februar strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Gerechnet wird mit Demonstrationen linker und pro-palästinensischer Gruppen vor dem Opernhaus Teatro alla Scala. Die Aktivisten wollen unter anderem gegen die Präsenz von Agenten der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE bei den Winterspielen protestieren.

Protest am Tag der Eröffnungsfeier

"Von Minneapolis nach Mailand" lautet der Slogan dieses Protests, wie italienische Medien am Donnerstag berichteten. Zu der Kundgebung wird auch der Anti-ICE-Aktivist Chris Smalls erwartet. Das Datum gilt als bewusst gewählt: Am selben Tag nehmen US-Vizepräsident James Vance und Außenminister Marco Rubio an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Mailänder San-Siro-Stadion teil.

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Begleitet werden sie von Beamten von ICE, die in den USA und international unter anderem wegen der Tötung zweier US-Amerikaner bei Einsätzen gegen Aktivisten in Minneapolis in der Kritik steht.

200 ICE-Beamte begleiten US-Delegation

Das Sicherheitsteam zur Begleitung der US-Delegation soll aus etwa 200 Personen bestehen. Vertreter der Homeland Security Investigations, zu der auch ICE gehört, sollen ohne operative Befugnisse eingesetzt werden und lediglich unterstützende Aufgaben sowie Datenbankabfragen übernehmen. Auf italienischem Staatsgebiet verfügen sie über keine polizeilichen Eingriffsrechte.

Anders verhält es sich mit Personal des Auslandsgeheimdienstes CIA und von Bundespolizei-Inlandsgeheimdienst FBI, das wie üblich mit den italienischen Sicherheits- und Geheimdiensten kooperieren soll.

6.000 Einsatzkräfte im Einsatz

Das Innenministerium in Rom beobachtet die Lage nach eigenen Angaben aufmerksam. Insgesamt werden rund 6.000 Einsatzkräfte für die Sicherheit der Olympischen Winterspiele eingesetzt. Die italienischen Behörden arbeiten zudem mit Sicherheitsdiensten der Delegationen aus den insgesamt 92 teilnehmenden Ländern zusammen.

Die Sicherheitsvorkehrungen gelten als außergewöhnlich umfangreich. Allein für den Bereich Sicherheit wurden nach Behördenangaben rund 50 Millionen Euro veranschlagt. Zum Einsatz kommen unter anderem Drohnen, Roboter und eine flächendeckende Videoüberwachung. Ergänzt wird das Konzept durch Antisabotageeinheiten, Scharfschützen und spezialisierte Einsatzkräfte im alpinen Gelände.

Cybersecurity und Hochsicherheitsbereiche

In der kommenden Woche soll zudem eine rund um die Uhr besetzte Leitstelle mit Experten für Cybersicherheit in Betrieb gehen, die ausschließlich dem Schutz kritischer, mit den Spielen verbundener Infrastrukturen dient. Ab Montag bis zum 22. Februar gilt über fünf sogenannten roten Zonen ein Flugverbot.

Betroffen sind in Mailand das Olympische Dorf, das Unipol Forum in Assago, die Ice Skating Arena, die Ice Hockey Arena sowie der Ice Park in Rho.

In diesen Hochsicherheitsbereichen sind Identitätskontrollen vorgesehen; Personen mit Vorstrafen können umgehend verwiesen werden.

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