Mit 33 Siegen, fünf WM-Goldmedaillen und zehn Gesamtweltcup-Titeln zählt Markus Prock zu den erfolgreichsten Rennrodlern aller Zeiten – doch ein Olympiasieg blieb ihm verwehrt.
Insgesamt trat er sechs Mal bei Olympischen Spielen an und sorgte international vor allem durch seine packende Dauerrivalität mit dem Deutschen Georg Hackl für Schlagzeilen.
Bei den Winterspielen behielt jedoch Hackl stets die Oberhand: 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer sicherte sich Prock jeweils Silber hinter Hackl, zum Abschluss seiner langen Karriere holte er 2002 in Salt Lake City Bronze.
Karl Schranz (Ski Alpin)
Medaillen: 1x Silber (1964)
Karl Schranz war der beste Skifahrer Österreichs in den 1960ern und frühen 1970er-Jahren - mit den Olympischen Spielen verbinden ihn jedoch einige bittere Momente.
1964 bei den Heimspielen in Innsbruck ging er mit Grippesymptomen und 39 Grad Fieber an den Start, konnte aber dennoch Silber im Riesentorlauf gewinnen - das sollte auch seine einzige Medaille bleiben.
1968 in Grenoble sah der Tiroler im Slalom zwar bereits wie der sichere Olympiasieger aus, wurde jedoch nachträglich disqualifiziert.
Kurios: Schranz brach seinen zweiten Durchgang bei starkem Nebel mitten im Lauf ab, weil ein Pistenarbeiter in der Strecke stand. Im zweiten Versuch fuhr er schließlich zur Bestzeit. Doch die Jury entschied sich nach eingehender Prüfung um: Da Schranz vor seinem Stopp bereits einen Torfehler begangen habe, wird er aus der Wertung genommen. Der französische Lokalmatador Jean-Claude Killy profitiert und erbt stattdessen Gold. Verbale Entgleisungen sowohl in österreichischen als auch französischen Medien waren die Folge.
1972 wurde Schranz noch vor dem Start der Spiele disqualifiziert, weil er gegen das damalige Amateurgesetz verstoßen hatte. Bei einem Benefiz-Fußballspiel trug er ein Jersey mit Kaffeewerbung, was nicht erlaubt war. Bei seiner Heimkehr nach Österreich wurde der Tiroler wie ein Nationalheld empfangen.
Renate Götschl (Ski Alpin)
Medaillen: 1x Silber (2002), 1x Bronze (2002)
Renate Götschl ist eine der besten Speed-Läuferinnen der Geschichte. Fünf Mal gewann sie den Abfahrtsweltcup, drei Mal den Super-G-Weltcup, ihre 46 Weltcupsiege sind die sechstmeisten der Geschichte. Hinzukommen drei WM-Goldmedaillen sowie der Gewinn des Gesamtweltcups 1999/2000.
Bei Olympia blieb der große Wurf jedoch aus. 1998 fuhr sie als Mitfavoritin nach Nagano, schied allerdings in der Abfahrt und in der Kombination aus. Im Super-G sah nur Endrang fünf heraus.
In Salt Lake City 2002 konnte sie mit Silber in der Kombination und Bronze in der Abfahrt immerhin zwei Medaillen einfahren. 2006 in Turin verpasste sie Bronze in der Abfahrt um sieben Hundertstel Sekunden.
Daniela Iraschko-Stolz (Skispringen)
Medaillen: 1x Silber (2014)
Daniela Iraschko-Stolz gilt als große Pionierin und Vorantreiberin der Professionalisierung des Frauen-Skispringens.
Die Tirolerin war die beste Skispringerin der Welt und amtierende Weltmeisterin, als die Frauen 2011 ihre Weltcup-Premiere feierten. Auch bei der Olympia-Premiere 2014 war sie live mit dabei, musste sich im Einzel auf der Normalschanze jedoch hinter der Deutschen Carina Vogt mit Silber begnügen.
2018 belegte die Gesamtweltcupsiegerin der Saison 2014/15 den sechsten Platz auf der Normalschanze, 2022 stand sie trotz einer Knieverletzung am Start und sprang folglich nicht um die Spitzenplätze mit. Im Einzel wurde sie Zwölfte, im Mixed-Bewerb hüpfte sie mit ihren Kollegen auf Platz fünf.
Marita Kramer (Skispringen)
Medaillen: -
2022 wäre eigentlich alles angerichtet gewesen für Sara Marita Kramer - eigentlich.
Die damals 20-Jährige dominierte den Skisprung-Weltcup in jener Saison und wäre auch in Peking die haushohe Gold-Favoritin gewesen - jedoch kam es nie zu einer Abreise nach China.
Aufgrund eines positiven Corona-Tests wurde der großen Gold-Hoffnung die Einreise nach China verwehrt, woran die Salzburgerin lange zu hadern hatte:
"Ich hatte immer diesen großen Traum, eine olympische Medaille zu gewinnen. Das war mein täglicher Antrieb. Und als es 2022 nicht geklappt hat, hat mich das härter getroffen, als ich gedacht hätte."
Kramer fiel daraufhin in ein sportliches Loch, wovon sie sich schließlich nicht mehr erholen sollte. Im Sommer 2025 verkündete sie mit lediglich 24 Jahren ihr Karriereende.
Marlies Raich (Ski Alpin)
Medaillen: 3x Silber (2006, 2010, 2014), 1x Bronze (2006)
Marlies Schild (seit 2015 Marlies Raich) beendete ihre Karriere 2014 als die erfolgreichste Slalom-Läuferin der Weltcup-Geschichte.
Ihre 35 Slalom-Siege waren zu diesem Zeitpunkt unerreicht - bis Mikaela Shiffrin diese Marke einige Jahre später zerschmettern sollte.
Bei Großereignissen hatte sie jedoch ihre liebe Müh mit dem Erreichen der ersehnten Goldmedaille im Slalom - ehe es 2011 bei der WM in Garmisch-Partenkirchen dann doch soweit war.
Anders ihre Olympische Bilanz: 2006 gewann sie in Turin Silber in der Kombination und Bronze im Slalom. Vor den Spielen 2010 in Vancouver wurde Schild durch einen Trümmerbruch im Schien- und Wadenbein ausgebremst, holte wenige Wochen nach ihrem Comeback dennoch Slalom-Silber.
Bei ihrem letzten Olympia-Slalom 2014 in Sotschi lag die Favoritenrolle bereits bei Mikaela Shiffrin. Am Ende holte Schild hinter der US-Amerikanerin Silber.
Nicole Hosp (Ski Alpin)
Medaillen: 2x Silber (2006, 2014), 1x Bronze (2014)
Nicole Hosp war bei ihren ersten Olympischen Spielen 2006 bereits Medaillen-Kandidatin in mehreren Disziplinen. Geworden ist es immerhin Silber im Slalom. Auf Olympiasiegerin Anja Pärson fehlten letztlich 29 Hundertstel.
Ihre stärkste Saison erlebte die Tirolerin 2006/07 mit dem Gewinn des Gesamtweltcups und WM-Gold im Riesentorlauf. Die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver verpasste Hosp jedoch aufgrund eines Kreuzbandrisses.
2014 in Sotschi war Hosp aber wieder am Start und zeigte mit Bronze im Super-G und Silber in der Kombination ihre Klasse. Die Goldmedaille von Maria Höfl-Riesch war 40 Hundertstel entfernt.
Alexandra Meissnitzer (Ski Alpin)
Medaillen: 1x Silber (1998), 2x Bronze (1998, 2006)
Kurz vor der Jahrtausendwende war Alexandra Meissnitzer die beste Skifahrerin der Welt. Zwei Mal Gold bei der Ski-WM 1999 sowie der Gesamtweltcupsieg 1998/99 sind der beste Beweis - der große Gold-Traum bei Olympia ging jedoch nicht auf.
In Nagano 1998 befand sich Meissnitzer noch nicht am Höhepunkt ihrer Karriere, dennoch fuhr sie in Japan im Riesentorlauf zu Silber und im Super-G zu Bronze.
Eineinhalb Jahre später kam der Salzburgerin eine langwierige Kreuzbandverletzung in die Quere. Dennoch war sie 2002 in Salt Lake City zwei Mal knapp an Edelmetall dran, fuhr im Super-G und im Riesenslalom als Vierte knapp am Podest vorbei.
Bei ihren letzten Spielen 2006 in Turin holte Meissnitzer mit 33 Jahren immerhin nochmal Bronze im Super-G.
Klaus Sulzenbacher (Nordische Kombination)
Medaillen: 1x Silber (1988), 3x Bronze (1988, 1992 x2)
Klaus Sulzenbacher zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Nordischen Kombinierern aller Zeiten, wurde zwei Mal Gesamtweltcupsieger und wird oft als Wegbereiter der späteren Erfolge von Mario Stecher und Felix Gottwald bezeichnet.
Die Karriere des Kitzbühelers umfasst insgesamt drei Olympische Winterspiele (1984, 1988 und 1992). Während er bei seinem Olympia-Debüt noch ohne Medaille blieb, ging er bei den Spielen in Calgary 1988 als amtierender Gesamtweltcupsieger mit ganz anderen Erwartungen an den Start. Im Einzelbewerb sollte es Silber werden, in der Staffel holte er gemeinsam mit Hansjörg Aschenwald und Günter Csar Bronze.
Vier Jahre später durfte er sich in Albertville sowohl im Einzel als auch mit der Staffel – diesmal an der Seite von Klaus Ofner und Stefan Kreiner – zwei Bronze-Medaillen abholen.
Anderl Molterer (Ski Alpin)
Medaillen: 1x Silber (1956), 1x Bronze (1956)
Der "Weiße Blitz aus Kitz" war einer der besten Skifahrer der 1950er-Jahre und ist bis heute mit neun ersten Plätzen Hahnenkamm-Rekordsieger in Kitzbühel.
Bei den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina d'Ampezzo stand er jedoch klar im Schatten seines Teamkollegen Toni Sailer, der Gold in allen drei Ski-Bewerben holte. Molterer konnte immerhin Silber im Riesentorlauf und Bronze in der Abfahrt gewinnen, gegen Sailer war in jenem Jahr jedoch kein Kraut gewachsen.
1960 in Squaw Valley war er zwar ein weiteres Mal bei Olympia am Start, allerdings ohne nennenswerte Erfolge. 2023 verstarb der Tiroler im Alter von 92 Jahren.
Andreas Goldberger (Skispringen)
Medaillen: 2x Bronze (beide 1994)
Goldberger zählte in den frühen 1990ern zu den besten Skispringern der Welt. Zwischen 1993 und 1996 gewann "Goldi" drei Mal den Gesamtweltcup.
In dieser Zeitspanne war Goldberger einzig 1993/94 nicht der beste Skispringer der Welt - genau in jenem Jahr fanden die Olympischen Spiele in Lillehammer statt. Dort gewann der Oberösterreicher immerhin Bronze auf der Großschanze sowie Bronze im Teambewerb.
1997 wurde Goldberger wegen Drogenmissbrauchs zunächst gesperrt, schaffte es aber dennoch zu den Olympischen Spielen 1998 in Nagano, wo er jedoch nur ein Mal am Start stand und auf der Normalschanze nicht über Rang 22 hinauskam.
Zu den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City kam der damals 30-Jährige zwar als Ersatzmann mit, reiste jedoch ohne Einsatz zurück.
Michael Walchhofer (Ski Alpin)
Medaillen: 1x Silber (2006)
Michael Walchhofer zählt zu den besten Abfahrern aller Zeiten, gewann WM-Gold 2003 sowie drei kleine Kristallkugeln - bei Olympia blieb der große Wurf jedoch aus.
Dabei ging der Salzburger 2006 als großer Favorit in die Olympia-Abfahrt - und sah in dieser auch bereits wie der sichere Sieger aus, ehe ihn der Franzose Antoine Deneriaz mit der hohen Startnummer 30 doch noch vom Siegertreppen stieß und es statt Gold am Ende doch "nur" Silber wurde.
Auch 2010 in Vancouver war Walchhofer in den Speedbewerben zum engsten Favoritenkreis zu zählen, wurde jedoch bloß Zehnter in der Abfahrt und 21. im Super-G.
Armin Kogler (Skispringen)
Medaillen: -
Armin Koglers erste Olympia-Erfahrung war eine schmerzhafte: Bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck durfte er als Vorspringer antreten, stürzte jedoch derart schwer, dass er operiert werden musste.
Den großen Durchbruch erlebte der Tiroler 1979, als er mit 19 Jahren Skiflug-Weltmeister wurde. Bei den folgenden Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid verpasste Kogler als Fünfter auf der Großschanze nur knapp eine Medaille.
Zwischen 1981 und 1982 etablierte er sich mit zwei Gesamtweltcupsiegen und WM-Gold am Holmenkollen endgültig als der weltbeste Skispringer. Vor Olympia 1984 brach Koglers Form jedoch vollkommen ein. Auf der Normalschanze wurde er gar nur 52., auf der Großschanze immerhin Sechster.
1985 beendete er im Alter von nur 25 Jahren seine Karriere.
Andreas Felder (Skispringen)
Medaillen: 1x Silber (1992)
Andreas Felder war bei seinem Olympia-Debüt 1984 in Sarajevo bereits knapp dran an der Medaille, am Ende blieb ihm auf der Normalschanze jedoch nur Platz sechs.
Erst danach etablierte sich der Tiroler so richtig an der Weltspitze, wurde unter anderem Skiflug-Weltmeister 1986 und Skisprung-Weltmeister 1987. Bei Olympia 1988 in Calgary verpasste er die Medaille auf der Großschanze aber erneut knapp und belegte lediglich Rang sechs.
1991 krönte Felder seine Karriere mit dem Gewinn des Gesamtweltcups, bei Olympia 1992 blieb ihm allerdings der sechste Platz treu. Auf der Normalschanze verpasste er Edelmetall abermals knapp. Dafür gewann er im Teambewerb gemeinsam mit Martin Höllwarth, Heinz Kuttin und Ernst Vettori Silber.
Dominik Landertinger (Biathlon)
Medaillen: 3x Silber (2010, 2014 x2), 1x Bronze (2018)
Dominik Landertinger ist neben Wolfgang Rottmann der einzige österreichische Mann, der sich im Biathlon zum Weltmeister krönen durfte. 2009 in Pyeongchang schlug im Massenstart die große Stunde des damals 20-Jährigen.
Ein Jahr später durfte er sich in Vancouver auch über seine erste Olympia-Medaille freuen. In der Staffel holte er gemeinsam mit Simon Eder, Daniel Mesotitsch und Christoph Sumann Silber.
2014 in Sotschi war Landertinger drauf und dran, auch der erste österreichische Olympiasieger im Biathlon zu werden - am Ende fehlten ihm im Sprint läppische 1,3 Sekunden auf die Goldmedaillen-Zeit von Ole Einar Björndalen.
Näher sollte er nicht mehr an Olympia-Gold rankommen. Mit Staffel-Silber 2014 und Einzel-Bronze 2018 gesellten sich aber noch zwei weitere Olympia-Medaillen in "Landis" Sammlung.
Christoph Sumann (Biathlon)
Medaillen: 3x Silber (2010 x2, 2014), 1x Bronze (2010)
Christoph Sumann ist einer der erfolgreichsten österreichischen Biathleten aller Zeiten, wurde 2009/10 hauchdünn hinter Emil Hegle Svendsen Zweiter im Gesamtweltcup und gewann mehrere Medaillen bei Großereignissen - allerdings nie Gold.
2010 kam Sumann in Hochform zu den Olympischen Spielen in Vancouver und durfte mit Silber in der Verfolgung und Silber in der Staffel auch über seine ersten Olympia-Medaillen jubeln. Später wurde ihm auch aufgrund eines Dopingfalls von Evgeny Ustyugov Bronze im Massenstart nachgereicht. Der erhoffte Gold-Coup wollte jedoch nicht klappen.
2014 war bereits klar, dass es Sumanns letzte Spiele werden würden. Mit der Staffel durfte er sich noch einmal Bronze abholen, in den anderen Bewerben war er allerdings weit von einer Medaille entfernt.
Emmerich Danzer (Eiskunstlauf)
Medaillen: -
Emmerich Danzer war in den späten 1960ern der beste Eiskunstläufer der Welt, gewann zwischen 1966 und 1968 drei Mal in Folge WM-Gold sowie zwischen 1965 und 1968 vier Mal in Serie EM-Gold.
Dank dieser Erfolge wurde er 1966 und 1967 nicht nur als Österreichs Sportler des Jahres ausgezeichnet, sondern reiste auch als absoluter Topfavorit zu den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble.
Dort beendete der Wiener die Pflicht nach einem Patzer aber nur auf Rang vier. Zwar lief er die beste Kür, seinen Gesamtrang konnte er jedoch nicht mehr verbessern - ganz zum Unmut des Publikums vor Ort. Olympiasieger wurde letztlich sein Landsmann Wolfgang Schwarz.