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Freeski-Star Eileen Gu: Modeln, Quantenphysik und Mission Gold

Eileen Gu bei Olympia: Zwischen Quantenphysik, Model-Karriere und Freestyle-Thron. Warum die 23-Millionen-Dollar-Frau der schillerndste Star in Mailand ist.

Freeski-Star Eileen Gu: Modeln, Quantenphysik und Mission Gold Foto: © GETTY

Eileen Gu ist längst mehr als eine Skifahrerin sie ist ein globales Ereignis.

Die 22-jährige Freeskierin jongliert mit einem Erwartungsdruck, der andere zerbrechen ließe. Doch nach ihrem historischen Gold-Double von Peking ist klar: Diese Frau funktioniert am besten, wenn die ganze Welt zusieht.

In Mailand/Cortina schickt sich der Superstar nun an, sein eigenes Denkmal zu vergoldet, während hunderte Millionen Menschen an den Bildschirmen hängen.

Mehr als ein Sportstar

Zählt man ihre Follower in den chinesischen Social-Media-Plattformen hinzu, übertrifft Eileen Gu auch Lindsey Vonn an globaler Reichweite. Die in San Francisco geborene Tochter eines Amerikaners und einer Chinesin ist eine der schillerndsten Figuren dieser Spiele.

Laut Forbes gehört sie 2025 mit einem jährlichen Salär von 23,1 Millionen Dollar zu den am besten bezahlten Sportlerinnen der Welt - hinter drei Tennisspielerinnen.

Modeln und Studium als Trainingsbremsen

Die 22-Jährige - die in China als Gu Ailing firmiert - steht auch als Model im Rampenlicht. An der renommierten Universität von Stanford belegte sie Kurse in Quantenphysik und internationaler Entwicklung.

An Ehrgeiz mangelt es nicht. Sie wolle überall ihr Bestes geben, gab sie schon vor Jahren zu Protokoll. Die Vorbereitung auf die Spiele in Norditalien verlief auch deshalb nicht optimal.

Neben Verletzungen grenzte auch das Studium die Trainingszeiten ein, wie Gu vor wenigen Tagen auf Instagram schrieb. Sie sei aber nun hier, "um möglichst viel Spaß zu haben und diese Erfahrung voll und ganz zu genießen".

Der Weg zu Gold führt wohl nur über die Chinesin. Vor vier Jahren kam zu Doppel-Gold im Big Air und der Halpipe noch Silber im Slopestyle hinzu. Gu wurde damit zur ersten Freeskierin, die drei Medaillen in einem Olympia-Event gewann und zur jüngsten Freestyle-Olympiasiegerin überhaupt.

Selbstvertrauen holte sie sich damals im Stubaital. Im Vorfeld der Spiele landete Gu dort als erste Frau der Geschichte einen "Double Cork 1440", einen Sprung mit zwei Saltos samt vier Drehungen um die eigene Achse.

ÖSV-Ass Lara Wolf: "Frage mich, wie sie das mental macht"

Im Weltcup tritt Gu nur sporadisch auf. Zuletzt musste sie in Laax antreten, um sich überhaupt für den olympischen Slopestyle-Bewerb zu qualifizieren. "Den hat sie schnell gewonnen", berichtete Lara Wolf, Österreichs Solokämpferin bei den Freeski-Frauen.

"Oft frage ich mich schon, wie sie das mental macht, und welche Strategien sie hat. Sie ist im Kopf einfach unfassbar stark und zeigt Tricks, für die man viel Überwindung braucht."

Diskussion um Nationenwechsel

Dass sich die gebürtige Kalifornierin nach ihrer Ausbildung in den USA im Jahr 2019 für ein Antreten für China entschied, sorgte für Diskussionen, die auch Jahre danach anhalten. Gu selbst gab stets an, sich als Vermittlerin zwischen den beiden sich wenig wohlgesinnten Großmächten zu sehen.

"Niemand kann leugnen, dass ich Amerikanerin bin. Niemand kann leugnen, dass ich Chinesin bin", sagte sie 2022. Oder auch: "In den USA bin ich Amerikanerin, in China bin ich Chinesin."

Um ihren Nationenstatus herrscht Rätselraten. Doppelstaatsbürgerschaften sind in China offiziell nicht zulässig. Ob sie jemals ihre US-Staatsbürgerschaft zurückgelegt hat, darauf ist Gu nie richtig eingegangen.

"Es ist bedauerlich, dass die Leute mehr auf meine Nationalität fixiert sind als auf meine Leistung", gab sie zu Protokoll.

In Livigno angekommen, schrieb sie, dass ihre Mission immer die gleiche bleibe. Sie wolle mehr junge Menschen (insbesondere Mädchen) für das Freeskiing begeistern, den Frauen-Skisport fördern und ihn auf der Weltbühne würdig vertreten.

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