Snowboarderin Sabine Payer will den Olympia-Fluch brechen
Nach der Verletzung 2018 und dem Corona-Aus 2022 will die Kärntnerin endlich den "Olympic Spirit fühlen".
Dabei sein ist alles. Auf Snowboarderin Sabine Payer trifft dieses in Zusammenhang mit Olympia viel zitierte Motto mehr zu als auf viele andere.
2018 musste sie mit einem gebrochenen Bein verletzt zusehen, 2022 saß sie dann mit einem positiven Corona-Befund eingesperrt in einem chinesischen Hotelzimmer.
In Italien will die 33-Jährige endlich ihre Olympia-Premiere geben und am besten mit Übergepäck die kurze Heimreise nach Kärnten antreten. Sie gehört zum Favoritenkreis.
Knöchelprellung in der Vorbereitung
"Für mich ist wichtig, dass ich dieses Thema Olympia, das für jeden Sportler und jede Sportlerin das größte aller Dinge ist, endlich mit etwas Positivem verbinden kann. Ich habe genug Negatives erlebt", sagte Payer im APA-Gespräch. "Jetzt möchte ich einmal diesen Olympic Spirit fühlen und im besten Fall schaut auch eine Medaille heraus."
Ganz ohne "Schock" verlief die Vorbereitung der zwölffachen Siegerin von Weltcup-Einzelrennen allerdings wieder nicht. Im Jänner verletzte sie sich beim Weltcup in Scuol am Knöchel, kam mit einer Prellung allerdings glimpflich davon.
Seitdem machte Payer laut Eigenaussage "nur noch Wohlfühlsachen". Vorsicht sei überall geboten. Selbst die Anreise nach Livigno mit dem Auto spielte in ihren Gedanken eine Rolle.
Anspannung steigt
Zwar habe sie mit der teils traumatischen Vergangenheit abgeschlossen ("es war einfach Pech"). Das Olympia-Projekt noch einmal mit Verve anzugehen, fiel ihr allerdings nicht einfach. "Irgendwann ist der Moment gekommen, dass die Motivation dafür größer geworden war als die Angst vor der Enttäuschung." Als sie im September wieder auf das Board gestiegen ist, "war ich bereit dafür", sagte Payer.
Die Anspannung vor dem Rennen werde angesichts der speziellen Historie aber doch eine andere sein, vermutet die Kärntnerin. "Ich bin eine routinierte Athletin, aber ich habe die Nacht vor einem Olympiaeinsatz nie gehabt. Ich bin eher ein nervöser Typ." Das bekomme am Tag X ihr Umfeld samt dem ebenfalls bei Olympia antretenden Ehemann Alexander zu spüren. "Ich bin zwar dann nicht so umgänglich, aber für die Piste schadet es nicht."
Die Form dürfte passen. Bei der Generalprobe in Rogla scheiterte Payer im Halbfinale und wurde Vierte. Dass sie beide Saisonsiege in Italien (Cortina und Carezza) feiern durfte, nimmt sie als gutes Omen für den olympischen Parallel-Riesentorlauf, ihre einzige Medaillenchance, mit.