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Snowboard-Crosser wollen in Livigno glänzen

Der Olympiasieger Hämmerle kann in Italien befreit antreten, Ex-Weltmeister Dusek startet mit dem Selbstvertrauen eines Weltcupsieges bei der Generalprobe.

Snowboard-Crosser wollen in Livigno glänzen Foto: © GEPA

Mit den goldenen Erinnerungen an den Olympiasieg vor vier Jahren und damit deutlich befreiter geht Snowboard-Crosser Alessandro Hämmerle bei den Winterspielen in Italien an den Start.

Gemeinsam mit dem Niederösterreicher Jakob Dusek bildet der Vorarlberger in Livigno ein schlagkräftiges Duo, das am Donnerstag (13.45 Uhr, Live Infos>>>) die Medaillen ins Visier nimmt. Bei der Weltcup-Generalprobe sammelten Ex-Weltmeister Dusek mit einem Sieg und Hämmerle (2.) reichlich Selbstvertrauen.

"Ich bin als Olympiasieger hergekommen und werde auch als Olympiasieger wieder gehen. Das nimmt mir eine große Last von den Schultern", sagte Hämmerle, der in der Vorwoche mit einer Erkältung zu kämpfen hatte.

Von Snowboard-Kollegen beflügelt

Beflügelt von den erfolgreichen Alpin-Snowboard-Kollegen Benjamin Karl (Gold) und Sabine Payer (Silber) wollen sich Hämmerle und Dusek im Livigno Snow Park ebenfalls Glänzendes umhängen. Besonders freute sich Hämmerle mit seiner engeren Landsfrau Ariane Rädler, die sich zur überraschenden Olympiasiegerin in der Ski-Teamkombination gekrönte. "Ariane bringt etwas heim nach Vorarlberg, das ist auch eine Erleichterung."

Am Donnerstag geht es in der Qualifikation um 10.00 Uhr erstmals zur Sache für das rot-weiß-rote Quartett, dem auch noch Lukas Pachner und David Pickl angehören. Dusek und Hämmerle sich gegenseitig die Latte hoch. "Wenn man den besten Snowboard-Crosser der letzten Jahre im Team hat, kann man sich da nur selbst pushen", sagte Dusek über "Izzi" Hämmerle.

Dusek verletzte sich beim Mountainbiken schwer

Dass Dusek in Italien zum Favoritenkreis zählt, war im Herbst allerdings nicht abzusehen. Denn ausgerechnet in Livigno, beim Lokalaugenschein im Olympia-Ort, zog sich der 29-Jährige beim Mountainbiken in der Freizeit eine Teilruptur des vorderen Kreuzbandes und eine Knochenprellung im Knie sowie Sprunggelenk zu.

"Das ist leider bei einem Sprung passiert", erzählte der leidenschaftliche Mountainbiker. Für den Olympia-Traum verzichtete Dusek auf eine Operation - mit Erfolg. Im Herbst habe er aber dennoch "sehr viele" Trainingstage verpasst.

Ob der Unfall ausgerechnet am Olympia-Schauplatz ein schlechtes Omen sei? "Sommer und Winter muss man schon trennen", bekräftigte Dusek. Er sei auch bezüglich Schmerzen und Einschränkungen im Alltag weitgehend verschont geblieben.

Die lange Zwangspause bewältigte der Herzogenburger mit einem mentalen Kniff. "Ich habe Videos von den Teamkollegen geschaut und bin im Kopf 20, 30 Läufe durchgegangen. Für mich hat es sich nicht so arg angefühlt."

Dusek: Kanadier Grondin "großer Favorit"

Mit Blick auf den Weltcup-Auftakt entwickelte sich ein Wettkampf gegen die Zeit. Erst Anfang Dezember, kurz vor dem ersten von nur drei Rennen vor Olympia, stieg Dusek wieder ins Training ein. Fünf Tage auf Schnee hatte er beim Saisonstart zu Buche stehen. In Cervinia kam bereits früh das Aus, Mitte Jänner in Dongbeiya/China lächelte der Weltmeister von 2023 bei seinem fünften Weltcupsieg aber wieder vom obersten Stockerl.

"Mit dem Sieg habe ich jetzt die Bestätigung, dass wirklich alles drinnen ist und dass ich auch bereit bin", betonte Dusek vor seiner zweiten Olympia-Teilnahme. "Das ist extrem befreiend."

Mit Olympia hat Dusek noch eine Rechnung offen, in Peking schied er bei seinem Debüt unter den fünf Ringen im Achtelfinale aus. "Vor vier Jahren haben die Nerven mehr geflattert. Jetzt habe ich ein bissl die Nervosität abgelegt, weil ich alles schon mal durchlaufen habe können", sagte er.

Zu den größten Konkurrenten um die Medaillen zählen der Australier Adam Lambert, die französischen Brüder Jonas und Aidan Chollet sowie Eliot Grondin, in Peking Zweiter hinter Hämmerle. "Der ist heiß", prophezeite Dusek nach guten Trainingsleistungen des Kanadiers. "Er ist für mich der große Favorit."

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