NEWS

Tschofenig: "Eine Achterbahn ist ein Scheiß dagegen"

Daniel Tschofenig wurde auf der Großschanze disqualifiziert. Die falsche Schuhwahl wurde ihm zum Verhängnis. Stefan Kraft wurmten seine schlechten Leistungen.

Tschofenig: "Eine Achterbahn ist ein Scheiß dagegen" Foto: © GEPA

Der Großschanzen-Bewerb ist für die zwei hoch dekorierten Skispringer Stefan Kraft und Daniel Tschofenig zum Debakel geraten.

Das Ergebnis >>>

Der dreimalige Einzelweltmeister Kraft kam am Samstag in Predazzo als 36. nicht einmal ins Finale. Tschofenig wurde als Achter des ersten Durchgangs wegen regelwidriger Schuhe disqualifiziert. Alle Infos >>>

Für Kraft gingen damit die nächsten Winterspiele ohne Einzelmedaille zu Ende, auch Tschofenig hat wenig Aussicht auf eine Nominierung für den Super-Team-Bewerb.

"Ich war leider so naiv"

Tschofenig verwendete ausgerechnet im Olympia-Wettkampf neue Schuhe, deren exakte Größe nicht wie üblich zuvor von ihm selbst nachgemessen wurde.

"Das ist extrem bitter, weil es wäre ein guter Sprungtag gewesen. Aber Regeln sind Regeln, deswegen kann ich auf keinen anderen angefressen sein, als auf mich selber. Ich war leider so naiv und habe nicht nachgemessen", sagte der Gesamtweltcup-Sieger.

Er habe nach einem Test in einem der freien Trainings zum neuen Modell gegriffen, um seine Probleme in der Anfahrt in den Griff zu bekommen.

"Ich habe mir erwartet, dass ich mit dem Schuh einen besseren Stand in der Anfahrt habe. Ich habe gedacht, ich probiere es mit was anderem", sagte der Kärntner und betonte, dass ein um wenige Millimeter größerer Schuh keinerlei Vorteil bringen würde.

Pünktlich zum Wettkampf besser zurecht gefunden

Besonders bitter ist die Disqualifikation angesichts der Tatsache, dass Tschofenig nach einem völlig verkorksten Training im Probedurchgang unmittelbar vor dem Wettkampf etwas besser mit der tückischen Schanze in Predazzo zurechtkam.

Auch im Bewerb hatte der 23-Jährige einen soliden Sprung gezeigt und keine schlechte Ausgangsposition für das Finale um Gold, Silber und Bronze.

Doch dann folgte das Aus bei der Materialkontrolle. "Eine Achterbahn ist ein Scheiß dagegen", bewies Tschofenig Galgenhumor.

Tschofenig mit schlechten Karten für Teambewerb

Die Disqualifikation kostete Tschofenig wohl auch die Teilnahme am neuen Zweier-Teambewerb am Montag (19 Uhr im LIVE-Ticker >>>). Dafür ist der fünftplatzierte Jan Hörl Fixstarter, und der auf Rang sieben gekommene Stephan Embacher hat bessere Karten als Tschofenig.

"Ich wäre ihnen nicht böse, wenn ich nicht aufgestellt bin", sagte Tschofenig, der sich nach dem Rückschlag neu sammeln will und im Weltcup wieder aufzeigen möchte.

"Ich kann, so blöd es klingt, aus dem Wettkampf auch positiv rausgehen, weil ich einen Schritt gemacht habe und auf was draufgekommen bin. Ich hoffe, dass das in den nächsten Bewerben so weitergeht, und der Schuh passt."

Schlechte Leistungen wurmen Kraft

Der auch schon auf der Normalschanze als 27. enttäuschende Kraft fand auch auf der großen Anlage kein Rezept, die Anlaufspur bereitete dem Salzburger große Probleme.

"Es hat nicht hingehaut. Ich bin hier nie in einen Flow reingekommen. Ich fühle mich in der Spur einfach unwohl und bin damit nicht zurechtgekommen. Ich habe kein Konzept gefunden", bedauerte Kraft.

Trotz des unguten Gefühls habe er seinen Sprung voll durchgezogen, das sei leider nach hinten losgegangen. "Einen Rückzieher oder einen braven Sprung, das kann ich nicht und will ich nicht. Es war dann ein bisschen zu viel."

Der Sieger von 46 Weltcup-Bewerben will bis zum Heim-Weltcup-Fliegen am Kulm in zwei Wochen wieder in die Spur finden. Sein Wille sei ungebrochen.

"Das wurmt mich schon brutal, ich möchte unbedingt wieder zurückschlagen und hart trainieren, viel auf der Schanze sein, dass das Selbstvertrauen wieder wächst", kündigte Kraft an, bevor er sich von seiner Familie trösten ließ.

Das Ergebnis des Olympia-Springens auf der Großschanze:

Kommentare