Simon Eder: "Antholz ist für uns wie Kitzbühel"
Der ÖSV-Routinier geht mit großer Vorfreude in seine fünften und letzten Spiele. Leise Hoffnung auf Edelmetall darf man sich in Person von Lisa Hauser machen.
Die Biathlon-Bewerbe am traditionsreichen Weltcup-Schauplatz Antholz werden die Stimmung betreffend wohl einer der Höhepunkte der Winterspiele in Italien.
Die Anlage in den Südtiroler Bergen ist bei vielen wegen der einzigartigen Atmosphäre beliebt, aufgrund der Höhenlage von 1.600 m von einigen aber auch gefürchtet. Österreichs größte Hoffnungsträgerin Lisa Hauser zählt Antholz zu ihren Lieblingsorten. Das erste von elf Rennen ist am Sonntag die Mixedstaffel.
"Antholz ist für uns wie Kitzbühel: volle Tribünen, eine Strecke, die jeder kennt, und die Höhenlage als zusätzliche Herausforderung. Genau diese Mischung macht es speziell", betonte Team-Oldie Simon Eder vor seinen bereits fünften Winterspielen. Zu den Medaillenanwärtern gehört der 42-jährige Salzburger mittlerweile nicht mehr.
Auch seine männlichen Mitstreiter Fabian Müllauer, Patrick Jakob und der unter dem Eindruck des positiven Dopingtests seiner italienischen Partnerin Rebecca Passler stehende Dominic Unterweger zählen nicht dazu.
Hauser hofft auf Konstanz und Spitzenplätze
Sehr wohl aber die ehemalige Weltmeisterin Lisa Hauser. Die Tirolerin feierte in Antholz 2021 unmittelbar vor ihrem WM-Massenstarttitel ihren ersten Weltcupsieg.
Ihr sechster und erster seit drei Jahren gelang ihr im vergangenen Dezember, seither waren achte Plätze ihre Topergebnisse. Dennoch ist der 32-jährigen Sprint-Olympiavierten von 2022 bei Olympia viel zuzutrauen. "Ich habe in jedem Rennen die Chance auf ein gutes Ergebnis. Der Faktor Konstanz ist wichtig. Das Ziel ist, den Druck zu verteilen und einfach gute Rennen zu machen", sagte Hauser.
An der Unterstützung von den Rängen im mit 19.000 Plätzen größten Stadion der Winterspiele werde es sicher nicht scheitern. "Es kommen viele Fans aus Österreich, das macht die Atmosphäre für uns alle noch spezieller", sagte Hauser, die sich zuletzt mit dem Team im Martell auf ähnlicher Höhenlage vorbereitet hat.
Positiver Dopingtest von Untwerweger-Partnerin Passler
In Südtirol hat sie vier Chancen in Einzelrennen, los geht es aber mit der gemischten Staffel. Das rot-weiß-rote Quartett mit Startläufer Unterweger, Eder, Anna Gandler und Hauser ist in der seit 2014 im Olympiaprogramm stehenden Disziplin Außenseiter.
Aus dieser Position heraus gelang jedoch schon einmal ein großer Coup. Bei der WM 2021 jubelten Hauser, Eder und Co. über Silber. Wie stark Unterweger der Testbefund der vorläufig suspendierten und von den Winterspielen ausgeschlossenen Passler beeinträchtigt, wird sich zeigen.
Ein herber Dämpfer für das gesamte Biathlonlager mit den hoch gehandelten Lokalhelden um Tommaso Giacomel und Dorothea Wierer ist der Fall aber allemal.