Ulbing: Mit Genuss zu Silber
Bereits zuvor hatte sich Daniela Ulbing erst im Großen Finale der tschechischen Favoritin Ester Ledecka beugen müssen. Die 23-jährige Kärntnerin holte also Silber.
"Ich habe wirklich versucht, den Tag einfach zu genießen, weil es nicht selbstverständlich ist, dass man da am Start stehen kann", freute sich Ulbing. "Das ist mir dann ganz gut gelungen." Olympia sei ein Event, der nur alle vier Jahre passiere. "Das ist wirklich was Besonderes. Überhaupt da zu sein und in Zeiten wie diesen am Start zu stehen", dachte sie auch ihre Teamkollegin Sabine Schöffmann, die wegen Corona kurzfristig ausgefallen war. "Es bedeutet sehr viel, dass ich da sechs Läufe fahren habe dürfen und am Podest stehe." An Schöffmann habe sie mehrmals gedacht. "Ich hoffe, dass sie das gut verkraftet."
Im Finale gegen Ledecka hat die Kärntnerin "noch einmal Vollgas" gegeben. "Es ist immer wieder cool, gegen sie zu fahren, aber es ist sich leider nicht ausgegangen. Es ist einfach wirklich unglaublich schön, weil die letzten Tage waren sehr herausfordernd", freute sich Ulbing, die es fast ihrem schon zum dritten Mal vergoldeten Kärntner Landsmann Mayer nachgemacht hätte. Sie jubelte auch mit Karl: "Der Benji ist natürlich ein Wahnsinn."
Dujmovits geht trotz Viertelfinale-Aus "mit riesengroßen Lächeln"
Karl, der mit der Tochter des Ex-Alpin-Skiläufers Werner Grissmann, Nina, verheiratet ist, hatte sich im Viertelfinale gegen seinen Landsmann Alexander Payer (wurde 8.) durchgesetzt, während sich Andreas Prommegger dem Italiener Roland Fischnaller beugen musste. Karl rächte Prommegger, der schließlich Sechster wurde, und schlug auch Fischnaller. Die Qualifikation als einziger des ÖSV-Sextetts nicht geschafft hatte Lukas Mathies als 23.
Bei den Frauen hatte Ulbing mit einem Viertelfinalsieg über die deutsche Favoritin Ramona Hofmeister mit 0,14 Sekunden Vorsprung den Grundstein zur Medaille gelegt. Ulbing setzte sich in der Folge gegen die später mit Bronze belohnte Slowenin Gloria Kotnik durch und musste sich dann im Kampf um Gold der nunmehr schon dreifachen Olympiasiegerin Ledecka geschlagen geben.
Für Österreichs Olympiasiegerin Julia Dujmovits kam im Viertelfinale das Aus. Sie stürzte im oberen Teil ihres Viertelfinal-Laufs gegen die Niederländerin Michelle Dekker und wurde Sechste. "Bei Olympia muss man attackieren. Ich bin sehr gut reingekommen und war vielleicht bei einem Tor zu direkt, wo ich die Schläge erwischt habe. Die waren unmöglich zu stehen", bezog sie sich auf ihren Sturz. Sie nahm aber nur Positives mit: "Grundsätzlich war es ein richtig cooler Tag und eines der schönsten Rennen, die ich jemals gefahren bin. Ich gehe mit einem riesengroßen Lächeln von diesem Rennen weg."
Schnellste der Qualifikation waren der Südkoreaner Lee Sang-ho bzw. Titelverteidigerin Ledecka gewesen. Die Tschechin hatte 2018 in Pyeongchang auch bei den Alpin-Skifahrerinnen den Super-G gewonnen. Männer-Favorit Lee scheiterte überraschend im Halbfinale an Victor Wild (ROC), der am Ende Bronze holte.