Kriechmayr mit Bestzeit im Abschlusstraining

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Im Abschlusstraining für die Olympia-Abfahrt in Pyeongchang hat ein Österreicher die Nase vorne.

Vincent Kriechmayr erzielt im 3. Training die Bestzeit. Der Oberösterreicher lässt die Norweger Kjetil Jansrud (+0,12 Sek) und Aksel Lund Svindal (+0,35) hinter sich.

Mit Max Franz (+0,61) landet ein weiterer Österreicher als Fünfter im Spitzenfeld. Matthias Mayer belegt mit 1,54 Sekunden Rückstand Rang 22, Hannes Reichelt (+2,57) belegt Rang 36.

"Ich hab es gut erwischt. Aber die anderen haben gescheit geblufft", will Kriechmayr seine Bestzeit nicht überbewertet. "So eine Blufferei habe ich noch nicht erlebt."

Einer der angesprochenen Bluffer ist Beat Feuz. Der Schweizer liegt bei der letzten Zwischenzeit voran, bremst dann aber stark ab und schwingt mit 3,19 Sekunden Rückstand auf Rang 45 ab.

Kombinierer Marco Schwarz schlägt sich mit 3,15 Sekunden Rückstand und Rang 43 neuerlich gut. Marcel Hirscher hat als 49. 3,66 Sekunden Rückstand.

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Svindal: "Ein bisschen Gefühl"

Jansrud und Svindal nutzten das letzte Training im Gegensatz zu vielen anderen Favoriten für eine Fahrt in Renntempo. "Es war wichtig, oben nochmals alles zu probieren. Man darf hier nicht zu hart fahren, besser alles mit ein bisschen Gefühl", erklärte Svindal, der aufgrund von Rückenwind im letzten Training durchaus Probleme hatte.

Das Wetter präsentierte sich einen Tag vor der Abfahrt deutlich wärmer. Zuvor hatten die wegen der enormen Kälte sehr aggressiven Schneekristalle die Ski der Rennläufer förmlich "ausgebrannt". Vermutlich hat man am Renntag auch Wetterglück, denn der angekündigte Wind soll sich am Sonntag zurückhalten.

Feuz gewinnt Erkenntnis

Weltmeister Feuz testete im oberen Teil noch Ski und Linie und meinte danach: "Ich weiß zu 99 Prozent, was ich im Rennen fahren werde. Nämlich nicht den Ski von heute", erklärte der in Tirol lebende Schweizer. Er wollte vor allem im oberen Teil "noch etwas probieren. Das hat im ersten Training nicht so gut funktioniert. Die Trainer waren informiert, dass ich dann unten nicht mehr voll fahren werde."

Er sei froh zu den Favoriten zu gehören. "Großer Favorit klingt für mich immer sehr übertrieben. Aber da sind aber viele andere, die schnell fahren können. Speziell die Norweger. Auch die Österreicher haben ein starkes Team."

Kriechmayr kein "Gleitwunder"

Kriechmayr blieb trotz eher unerwarteter Bestzeit unaufgeregt. "Nach dem ersten Training habe ich mich heute am Limit bewegen müssen", sagte der Oberösterreicher, der eher technisch anspruchsvolle Pisten liebt.

"Natürlich ist das hier nicht Kitzbühel oder Wengen und ich bin kein Gleitwunder. Aber endlich habe ich alle Passagen einmal halbwegs erwischt, oben aber auch viel Zeit verloren", sagte "Vince". Sein Blick auf die Konkurrenz führte zur Erkenntnis: "Ich habe selten so eine Blufferei gesehen."

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Mayer: "Habe noch etwas im Köcher"

Mayer, der im unteren Teil ebenfalls abstellt, war eher kurz angebunden. "Was ich vorhatte, hat gut gepasst. Es ging darum, nochmals ein bissl das Material zu spüren. Ich habe sicher noch was im Köcher, denn das Material stimmt, wenn es so ist wie heute", sagte der Kärntner. "Es hat gut gepasst, dass wir nochmal von oben gefahren sind."

Hannes Reichelt beendet den letzten Test ebenfalls verhalten und als 36. "Ich bin ein bisserl danebengestanden von der Linie. Gott sei Dank ist das bei der Generalprobe passiert, hoffen wir auf eine gute Aufführung", sagte der 37-jährige Salzburger. "Man kann auf jeden Fall sagen, dass Feuz der Topfavorit ist."

Hirscher: "Viel zu kleine Schritte"

Hirscher nutzte den für ihn vorletzten Test für die Kombiabfahrt, fuhr aggressiv und rammte die Tore weg wie im Riesentorlauf. Trotzdem hatte er als 49. fast eine Sekunde Rückstand auf seinen voraussichtlichen Kombi-Hauptkonkurrenten Alexis Pinturault (38.).

"Das Herantasten geht in viel zu kleinen Schritten. Favorits in der Kombi sind andere, sie kommen hier besser zurecht", sagte der Salzburger seufzend und sprach auch Marco Schwarz an.

Schwarz im Favoritenkreis?

Auch sein Landsmann aus Kärnten war als 43. wieder schneller als Hirscher. "Marco hat sich in den Favoritenkreis für die Kombi geschoben", ist Hirscher überzeugt.

Der Kärntner winkte ab. "Da sind genug andere." Schwarz gab aber auch zu: "Man muss Vollgas geben, dann kann sich was ausgehen." Aber auch Wengen-Sieger Viktor Muffat-Jeandet oder einen Luca Aerni dürfe man nicht vergessen.

Rang Läufer Zeit
Vincent Kriechmayr (AUT) 1:40,76 Min
Kjetil Jansrud (NOR) +0,12
Aksel Lund Svindal (NOR) 0,35
Brice Roger (FRA) 0,56
Max Franz (AUT) 0,61
Dominik Paris (ITA) 0,70
Thomas Dreßen (GER) 0,75 
Jared Goldberg (USA) 0,81
Bryce Bennett (USA) 0,85
. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 0,85
Weiter:
Matthias Mayer (AUT) 1,54
Hannes Reichelt (AUT) 2,57 
Marco Schwarz (AUT) 3,15
Beat Feuz (SUI) 3,19
Marcel Hirscher (AUT) 3,66
Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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