Matt: "Ich dachte, ich drehe durch"

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"Ausgehen tut sich da nix mehr." Michael Matt hatte nach seinem zweiten Lauf im Slalom mit Olympia bereits abgeschlossen - und sollte Unrecht haben.

Der Tiroler machte Platz für Platz gut und schaffte nach dem Ausfall von Halbzeit-Leader Henrik Kristoffersen doch noch den Sprung aufs Podest. "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Diese Warterei im Ziel, da habe ich gedacht, ich drehe durch. Umso schöner ist jetzt diese Bronzemedaille."

Möglich geworden war diese auch, weil er vor dem Finale nochmals alles auf eine Karte gesetzt hat.

Matt: "Ich wusste, Dritter oder Zweiter ist möglich"

In der Halbzeitpause des Rennens fuhr Matt deshalb noch auf einen von den Trainern gesteckten Kurs. "Wir hatten so noch einmal die Chance, etwas zu probieren. Wir haben die Einstellung vom Schuh geändert, die Kantenschärfe, da gibt es leider Gottes tausend verschiedene Sachen, die man machen kann. Das im zweiten war wieder Skifahren." Wegen eines Fehlers im Mittelteil sei er sich aber ziemlich sicher gewesen, dass es sich für eine Medaille nicht ausgehe. Es war am Ende Laufbestzeit.

"Indirekt hatte ich abgeschlossen gehabt, aber natürlich hofft man." Aber man wisse ja ungefähr, wofür etwas reichen könne. Er habe schon gezeigt, dass er von weit hinten nach vorne fahren könne. Die Devise für den zweiten Durchgang lautete "voll angreifen, aber mit Hirn fahren", denn sinnlos fahren und bis dahin schnell sein und rausfliegen, bringe auch niemanden etwas. "Ich wusste, mit einem sehr guten Lauf ist der dritte oder zweite Platz möglich."

Telefonat mit Bruder Mario

Michael setzte die Tradition im Hause Matt fort, bei Olympischen Spielen eine Medaille zu gewinnen. Andreas holte 2010 in Vancouver Silber im Ski Cross, Mario 2014 in Sotschi Gold im Slalom. "Gleich bei den ersten Spielen zuzuschlagen, das ist schon saucool", sagte der Gewinner eines Weltcuprennens (Kranjska Gora 2017) und WM-Achte von 2017. In St. Moritz war es nach Halbzeitrang drei in die andere Richtung gegangen.

"Das ist kein gutes Zeichen, wenn er nach dem ersten Lauf anruft. Denn dann bin ich meistens langsam."

Michi Matt über seinen Bruder Mario

Zwischen den Durchgängen habe er mit Mario telefoniert, erzählte Michael. "Das ist kein gutes Zeichen, wenn er nach dem ersten Lauf anruft. Denn dann bin ich meistens langsam. Er kennt sich sehr gut aus, sieht das Ganze nicht am Hang, sondern distanzierter. Ich habe meine vier, fünf Leute, wo ich Wert drauf lege, was die denken, was man ändern kann."

Nach Pause wieder Freude am Skifahren

Michael Matt war in den beiden letzten Spezialslaloms vor Olympia in Kitzbühel und Schladming ausgeschieden, hatte danach zweimal viertägige Ski-Pausen eingelegt. "Ich habe das für mich gebraucht, dass ich einmal ein bisschen Abstand bekomme, damit ich wieder mehr Freude am Skifahren habe. Dass ich hier sechs, sieben Tage durchfahren kann, dass ich die volle Energie habe."

Zur Geschichte der Brüder Matt gehört nicht nur dazu, dass Mario Pferde züchtet und Andreas Hochlandrinder, sondern auch, dass der jüngste Spross als Bub beim Skifahren unter eine Lawine kam und erst nach einer Viertelstunde bewusstlos geborgen wurde. "Ich habe danach lange gebraucht, bis ich das Ganze wirklich verarbeitet habe", hatte Michael im November 2016 nach seinem ersten Weltcup-Podestrang als Slalom-Zweiter in Levi gesagt.

Marcel Hirschers Traum vom Gold-Hattrick platzt im Slalom früh. Die besten Bilder:

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Olympia: Bronze für Matt im Slalom

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