"So ein geiler Tag": ÖSV-Kombinierer jubeln nach Doppelsieg
Johannes Lamparter feierte in Seefeld seinen fünften Saisonsieg und verhinderte damit die Premiere von Teamkollege Stefan Rettenegger.
Österreichs nordische Kombinierer haben zum Auftakt des Seefeld-Triples einen Doppelsieg gelandet!
Im Massenstartbewerb setzte sich am Freitag Johannes Lamparter nach dem 10-km-Langlauf und einem Sprung mit 0,5 Punkten vor Stefan Rettenegger durch. Dritter wurde 4,4 Zähler zurück der Norweger Andreas Skoglund.
"So ein geiler Tag in Seefeld", jubelte der im Weltcup nun noch weiter voranliegende Lamparter nach seinem Satz auf 105 m im "ORF"-Interview.
Rekord von Gottwald wackelt
Als Fünfter des Langlaufs hatte er sich in eine gute Position gebracht. "Es ist so etwas Spezielles, vor Heimpublikum am Start zu stehen und die österreichische Bundeshymne zu hören. Ich habe gewusst, es braucht im Massenstart einen richtig guten Sprung. Es ist ein richtig cooler Tag. Gemeinsam mit Steff auf dem Podest zu stehen, das taugt mir besonders."
Es ist Lamparters fünfter Saisonsieg sowie sein insgesamt 22. Damit ist er noch einen Erfolg vom von Felix Gottwald gehaltenen ÖSV-Rekord entfernt. Den könnte der Tiroler mit einem Erfolg am Samstag im Kompakt-Bewerb oder am Sonntag in der Gundersen-Konkurrenz einstellen, im Fall von zwei weiteren Siegen sogar übertreffen.
Lamparter: "Ich habe einmal einen Sieg auf der Habenseite, daher werde ich das einmal genießen. Im Kompakt ist dann das Langlaufrennen das Entscheidendere."
Rettenegger hauchdünn an erstem Weltcupsieg vorbei
Der jüngere der Rettenegger-Brüder war Langlauf-Sechster geworden, war nach einem Sprung auf ebenso 105 m nur hauchdünn von seinem ersten Weltcupsieg entfernt.
"Es war knapp mit Jo - ein Telemark noch, dann wäre es sich ausgegangen." Der Salzburger freute sich aber über seine stark gesteigerte Sprungleistung: "Das war wieder einmal ein richtiger Treffer. Schöner als heute geht es nicht. Seefeld hat sich von seiner besten Seite präsentiert - frisch angezuckert und Sonne."
"Auf der Loipe bin ich nicht weit weg"
Während der norwegische Langlauf-Sieger Jens Luraas Oftebro auf der Schanze hinter den Deutschen Vinzenz Geiger auf Rang fünf zurückfiel, verbesserte sich mit Thomas Rettenegger der dritte für die Olympischen Winterspiele nominierte Österreicher mit einem 103-m-Satz von Platz 24 auf Position acht.
Ganz zufrieden war der beste Springer im Feld damit freilich nicht: "Ich habe etwas liegengelassen, habe aber doch eine Konstanz drinnen. Und auf der Loipe bin ich nicht weit weg."
Der Tiroler Lukas Greiderer verpasste als Elfter knapp die Top Ten, Martin Fritz wurde 16., Paul Walcher 20. und der in der Loipe auf Rang vier gekommene Fabio Obermeyr lediglich 21.
Der trotz zweier Saison-Podestplätze nicht für Olympia nominierte Steirer Franz-Josef Rehrl bestätigte mit Rang 24 quasi diese Entscheidung. Der Salzburger Mario Seidl kam bei seinem letzten Karriere-Stopp auf Platz 41. "Es gibt keinen schöneren Abschied", meinte er in Bezug auf die Heimkulisse.
Hirner mit Seitenstrang-Angina out
Bei den Frauen musste Lisa Hirner wegen einer Seitenstrang-Angina auf ein Seefeld-Antreten verzichten, im Vorjahr hatte sie nach dem Massenstart aus dem Triple aussteigen müssen.
Für die für das Olympia-Team im Spezialspringen nominierte Steirerin sollten die Spiele laut ÖSV-Kombinations-Chefcoach Florian Schabereiter aber nicht in Gefahr sein. "Ihre Teilnahme ist zu 100 Prozent fix. Die Erkrankung ist für die Ausdauer und das Langlaufen schlecht, nicht aber für das Skispringen."
Brabec beendete die über sieben Bewerbe gegangene Siegesserie von der auf Rang drei gekommenen Ida Marie Hagen, die Norwegerin hatte standesgemäß den Langlauf gewonnen.
Zweite wurde die Slowenin Ema Volavsek. Gruber verbesserte sich mit einem Sprung auf 95,5 m vom 17. Langlauf-Rang gerade noch in die Top Ten. "Ganz zufrieden bin ich nicht, ich habe die Landung ein bisschen verhaut", sagte die Oberösterreicherin. "Aber es ist wichtig, dass ich die Top Ten geschafft habe."