Kiefer Sherwood wurde Mitte Jänner an die San Jose Sharks freigegeben (und erhielt dort einen schönen 5-Jahres-Deal um fast 30 Millionen Dollar), dann ging es knapp vor der Trade Deadline weiter: Routinier Tyler Myers verzichtete auf seine No-Move-Clause, wurde nach Dallas abgegeben, wobei die Canucks 50 % seines Gehaltes weiterbezahlen.
Es folgte Conor Garland nach Columbus, sein neuer 6-Jahres-Deal hätte erst im Sommer begonnen! Am Trade Deadline-Tag folgten dann noch David Kämpf (Washington) und Lukas Reichel (Boston). Für Leute wie Evander Kane oder Teddy Bluegers fanden sich keine Abnehmer, Filip Chytil war nach seiner xten Kopfverletzung ohnehin keine Thema. Elias Pettersson und Brock Boeser mit ihren überdotierten Verträgen blieben auch. Jett Woo ging im Tausch für Jack Thompson nach San Jose, ein reiner AHL-Deal. Mit Curtis Douglas – einst im Farmteam der Black Wings Linz – kam ein baumlanger Fighter via Waivers aus Tampa Bay.
Die Canucks haben damit in den letzten Wochen und Monaten neun Draft Picks (bis 2028 aufgeteilt) erhalten, bis 2028 verfügen sie über 28 Picks – Kapital, das dann am oder vor dem Drafttag eingelöst oder gegen etablierte Spieler getauscht werden kann. Der Kader ist natürlich noch einmal um ein Eck schwächer geworden (auch wenn Garland seit 23 Spielen kein Tor erzielt hatte), es geht aber ohnehin nur mehr darum, die Saison runterzubiegen. Der letzte Platz im Gesamtklassement, der den Canucks nicht mehr zu nehmen sein wird, bedeutet im schlechtesten Fall Pick Nr. 3 beim nächsten Draft,
Was bedeuten die Deals für Marco Rossi?
So gut wie gar nichts, er bleibt weiter Center # 2 hinter Pettersson. Mit Kämpf und Reichel gingen zwar zwei weitere Mittelstürmer, Kämpf ist jedoch ein Bottom-6-Center, Reichel wurde nur in der AHL eingesetzt. Wie all seinen Teammates würden Rossi bessere persönliche Statistiken in den nächsten Wochen guttun, viele Siege werden nicht mehr herausspringen.
Montreal Canadiens
Der See ruhte still
Es kam nicht überraschend, dass GM Kent Hughes die Trade Deadline und die Tage davor nicht aktiv wurde, er feilte nicht einmal an den Kaderrändern. Sein Team – das jüngste der NHL – hat heuer ohnehin schon überperformt, der Playoff-Einzug ist zwar noch nicht gesichert, aber in Griffweite. Hughes hatte kein Interesse, junge Spieler gehen zu lassen und kleine Deals hätten auch keine große Wirkung gehabt.
Wären die Canadiens schon einige Jahre weiter, hätte Hughes sicher einige Schwachstellen neu besetzt, jetzt kann er diese noch beobachten. Die vielleicht interessanteste Frage: Wer von seinen drei Goalies (Samuel Montembeault, Jakub Dobes und die große Hoffnung Jacob Fowler) trägt das Team in höhere Sphären? Montembeault und Dobes zeigen immer wieder gute Spiele, bevor ein Rücksetzer kommt. Und haben die Canadiens genug Grit und Jam im Kader, um in den Playoffs zu bestehen? Hughes muss darauf hoffen, dass er heuer schon die ersten Antworten bekommt.
Die Deadline ging also an den Canadiens spurlos vorbei, Hughes sprach seinem bisherigen Kader das Vertrauen aus und ließ lose anklingen, bereits einen größeren Deal für die Offseason angeleiert zu haben.
Was bedeutet das Ausbleiben der Deals für David Reinbacher und Vinzenz Rohrer?
Die sieben Defender im NHL Kader sind seit Saisonbeginn gegeben: Noah Dobson, Lane Hutson, Mike Matheson, Kaiden Guhle, Alexandre Carrier, Jayden Struble und Arber Xhekaj. Der Schwede Adam Engström war der erste Nachrücker und brachte es bei Guhles Verletzung auf elf Spiele. Reinbacher wird wohl bis Saisonende beim Farmteam in Laval bleiben, so es zu keiner Verletzungsserie kommt. Er soll dort Spielpraxis sammeln und vor allem gesund bleiben. Allerdings sind nur Carrier und Dobson Rechtsschützen unter den ersten acht Defendern.
Laval (derzeit Erster der North Division) wird eine längere Post Season als Montreal zugetraut. Sollte Vinzenz Rohrers Saison mit dem ZSC früher beendet sein, säße er wohl schon am nächsten Tag im Flieger, um zu den Rockets zu stoßen. Durch den laufenden Vertrag hätte Rohrer bezüglich der WM heuer keine Entscheidungsgewalt.
Detroit Red Wings
Verstärkung kam am letzten Drücker
Die Red Wings-Fans hatten schon die Heugabeln ausgepackt: Blieb GM Steve Yzerman zur Deadline wieder untätig? Mit David Perron stand zwar ein Heimkehrer (spielte bereits 2022 – 24 in Detroit) relativ früh fest, doch der 37-jährige war zuletzt mit einer Leistenverletzung out und wird noch einige Zeit fehlen.
Die Uhr tickte bereits, als Yzerman doch noch handelte: Mit Justin Faulk kam ein Verteidiger-Routinier aus St. Louis. Für ihn ging der ziemliche schwache Defender Justin Holl, Prospect Dmitri Buchelnikov (noch in der KHL tätig) sowie Erst- und Dritt-Runden-Picks im nächsten Draft.
Der 33-jährige Faulk (Vertrag läuft noch bis 2027) soll das Top-Paar um Moritz Seider und Simon Edvinsson entlasten und sich an der Seite von Ben Chiarot an beiden Seiten des Eises einbringen. Axel Sandin-Pelikka fiel nach gutem Start zuletzt etwas zurück, könnte eventuell ins Farmteam nach Grand Rapids geschickt werden.
Im Angriff tat sich bis auf den Zugang von Perron wenig, mit Elmer Söderblöm ließ Yzerman einen baumlangen, aber langsamen Forward ziehen. Er hätte am Fragezeichen, ob die Red Wings genug Muskel vor und in den Playoffs mitbringen können, auch nichts geändert.
Was bedeuten diese Deals für Marco Kasper?
Vorläufig nicht viel, Perron dürfte eben noch etwas Zeit brauchen. Als Winger ist er kein direkter Konkurrent für den Österreicher, könnte sich sogar an seiner Seite wiederfinden. Als Scharfschütze dürfte Perron aber ein Anwärter für das Powerplay werden.
Vorläufig gilt es jedenfalls, den Playoff-Rang abzusichern, nach dem 1:3 gegen die Panthers folgen jetzt vier Auswärtsspiele am Stück.