Licht und Schatten bei U18-Auswahl des ÖEHV

Licht und Schatten bei U18-Auswahl des ÖEHV Foto: © GEPA
 

Ein von Covid geprägtes Spieljahr ging doch noch mit einem Auswahlturnier für den männlichen Eishockey-Nachwuchs zu Ende. Österreichs U18-Team holte sich bei einem Vier-Nationen-Turnier in St. Pölten gegen Ungarn, Slowenien und Polen noch ein wenig Spielpraxis, die Ergebnisse waren etwas untergeordnet.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller hat einen kurzen Rückblick auf die drei Partien parat. Darüberhinaus wirft der Experte einen Blick auf die U20-WM und die weitere Zukunft der eingesetzen Jahrgänge.

Mäßige Ergebnisse

Von den Resultaten her konnte das Turnier nicht gerade als Erfolgsnachweis dienen. 3:6 gegen Ungarn, 5:6 nach Penalty-Schießen gegen Slowenien, einzig im Abschlussspiel gelang gegen Polen (die aber mit einem U17-Team antraten) ein 4:2-Sieg.

Das von Roger Öhman und Alexander Mellitzer gecoachte Team fasste zwei Jahrgänge zu gleichen Teilen zusammen. Die 03er, denen Covid beide U18-Weltmeisterschaften kostete. Und die 04er, die nächste Saison die U18 stellen.

Bei den 03ern waren mit Defender Lucas Necesany (Red Bull Akademie) und den Angreifern Finn Van Ee (KAC) und Mathias Böhm (Vienna Capitals) drei Spieler dabei, die zum Jahreswechsel bei der U20-WM im Einsatz waren. KAC-Defender Christoph Tialler musste mit einer Knieverletzung passen, ist aber ebenso ein Kandidat für die nächste U20-WM wie sein Vereinskollege Lorenz Lindner, der in St. Pölten mit dabei war.

Da die 02er – nächstes Jahr der Hauptjahrgang in der U20 – in der Defensive sehr dünn aufgestellt sind, könnten auch weitere 03er Defender aus St. Pölten wie Tobias Sablattnig, Maxi Preiml (beide KAC) oder Lucas Hörl (Salzburg) mit von der Partie sein, dazu kommt noch Moritz Mölls aus der Okanagan-Academy. Sie alle bringen zumindest die für eine A-WM unablässige Mindestgröße mit.

Im Offensivbereich ist der 02er-Jahrgang besser aufgestellt, Lucas Thaler und Leon Wallner sind ja gerade sogar beim Senioren-Nationalteam mit dabei. Die in St. Pölten eingesetzten 03er Forwards – Daniel Aschauer, Nils Granitz (beide Vienna Capitals), Stefan Klassek (KAC), Maximilian Mackner (Salzburg) und der für den verletzten Maximilian Theirich nachnominierte Luca Potocnik (VSV) – schlugen keine großen Wellen, Mackner bringt aber guten Speed mit.

Center-Tiefe mit Seltenheitswert

Wie die Ergebnisse gegen Ungarn und Slowenien zeigten: Am Toreschießen haperte es nicht, aber neben einer zu oft entblößten Defensive waren die Goalieleistungen der beiden 03er Thomas Pfarrmaier (Salzburg) und Ralf Kropiunig (KAC) auch ausbaufähig. Sebastian Wraneschitz wird bei der U20 ohnehin als Nr. 1 gesetzt sein, es geht lediglich um die Backup-Jobs.

Den Trip nach St. Pölten waren aber vor allem die 04er wert. Dort zeichnet sich nämlich ein toller Center-Jahrgang ab: Zu Capo Marco Kasper (derzeit bei Rögle als Reserve unabkömmlich) kommen Vinzenz Rohrer (GCK Lions), Luca Auer (Salzburg), Jonas Dobnig (KAC) und Johannes Tschurnig (VSV). Schon in St. Pölten mussten Auer und zeitweise Tschurnig auf den Flügel ausweichen, eine derartige Center-Tiefe in einem Jahrgang ist eine absolute Seltenheit in Österreich. Alle bringen Skills und auch brauchbare Größe mit.

Rohrer ist zwar klein, aber drahtig, macht fehlende Zentimeter durch starken Speed und gute Technik wett. Dazu käme eigentlich noch Timo Sticha, der in Feldkirch zeitweise schon in der AlpsHL mitmacht. Mit Auers stetem Linienkollegen David Cernik gibt es noch einen starken Flügel, das ergibt in Bestbesetzung Tiefe für mehr als zwei Angriffslinien.

Goalie Lukas Heuberger (Akademie OÖ) war der dritte Goalie und gegen Polen im Einsatz. Die Torhüterposition in diesem Jahrgang ist aber derzeit eher noch ein Fragezeichen, genauso wie die in der Defensive. Der heuer aus Übersee zurückgekehrte Luca Erne (Feldkirch) bringt Größe und eine gewisse Ruhe mit. Ebenfalls in St. Pölten mit von der Partie: Leo Raab (KAC) und Stephan Rossmann (Capitals).

Von diesen 04ern könnte der eine oder andere Stürmer neben Kasper auch bei der nächsten U20-WM mit dabei sein. In späterer Folge werden die 03er eher die Defensive, die 04er mehr die Offensive einbringen müssen. Im 05er-Bereich (allerdings aufgrund von Covid schwer zu scouten) zeichnen sich mit Maximilian Kirchebner (Red Bull Akademie) und Josef Flick (Capitals) zumindest zwei stabile Defender ab.

Bleibt nur zu hoffen, dass nächste Saison der in Österreich eh nie breit aufgestellte Nachwuchs wieder im vollen Trainings- und Spielbetrieb steht. Das abermalige Antreten bei der U20-A-WM wird sowieso ein schwieriges Unterfangen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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