Rudimentäres ÖEHV-Frauen-Team als Warnung an den Verband?
Mit zahlreichen Fehlenden geht es in der Slowakei in die heiße Phase. Die Gewerkschaft fordert Verbindlichkeiten, der ÖEHV hofft auf baldigen Dialog.
Während zwischen dem ÖEHV und einem großen Teil seiner Frauen-Nationalmannschaft weiterhin ein Konflikt schwelt, sind jene 21 Spielerinnen, die nicht abgesagt haben, für ein Vorbereitungsturnier in die Slowakei gereist.
Dort steht von Donnerstag bis Samstag in Bardejov ein Vier-Nationen-Turnier mit Spielen gegen den Gastgeber, die Niederlande und Italien an.
Nicht mit dabei sind etwa Theresa Schafzahl (Bild), Anna Meixner, Antonia Matzka, Charlotte Wittich, Annika Fazokas, Anja Trummer, Emma Pfeffer, Emma Mörtl und Selma Luggin.
Torfrau Luggin wurde etwa gar nicht erst nominiert, obwohl im neuen Trainerstab mit Pierre Groulx auch ein neuer Goalie-Coach beim Turnier dabei ist.
Gegenüber der "younion" schildert sie: "Nachdem ich Cheftrainer Alexander Bröms tagelang nicht erreicht habe, um zu fragen, warum ich nicht einberufen wurde, wurde meinen Kolleginnen am Wochenende erklärt, dass man meine Qualitäten ohnehin kennt und daher anderen Torfrauen mal die Chance geben will. Drei Monate von der A-WM, bei einem Camp mit neuem Goalie-Coach und nachdem Joey Vollmer zuvor ohne Begründung gehen musste."
Bröms selbst verpasst den Start des Camps aufgrund eines privaten Schicksalsschlags, möchte aber nachreisen.
Unterstützung von Marco Rossi
Die Spielergewerkschaft "younion", in der aktuellen Causa um die Trainings- und Spielbedingungen für die ÖEHV-Frauen die stellvertretende Institution, nutzt den Auftakt in die heiße Phase auf die A-Weltmeisterschaft im November, um den Stillstand in der Auseinandersetzung zu beklagen.
Der Vorsitzende Sascha Tomanek hält fest: "Es gab wieder zahlreiche Gespräche, Rechtfertigungen und Überzeugungsversuche. Auf konkrete schriftliche Zusagen oder Vorschläge warten die Spielerinnen aber weiterhin. Was bei der Verlässlichkeit, die Geschäftsführer Helwig, Vizepräsidentin Stepina und Generalmanager Kogler in den letzten Monaten gezeigt haben, nun auch keine Überraschung mehr ist. Selbst der mediale Aufschrei ist ihnen egal."
Weiters meint er: "Ein unvollständiger Kader bei einem A-Nationalteam-Trainingslager muss doch ein Zeichen für die Verantwortlichen sein. Es gibt mit Martin Kogler einen General Manager Frauen- und Para-Eishockey, der davon lebt, dass Frauen Eishockey spielen. Seine Aufgabe ist es, dass diese Spielerinnen beste Bedingungen haben. Und das schafft er halt leider nicht. Oder warum sind die Spielerinnen auch jetzt wieder auf zwei Hotels aufgeteilt? Was hätten sie gemacht, wenn der komplette Kader gekommen wäre. Hätten sie dann ein drittes Hotel gebucht?"
Unterstützung für den Protest der ÖEHV-Spielerinnen gibt es indes auch von Marco Rossi: "Wer unser Land vertritt und alles für diesen Sport gibt, verdient Respekt, Wertschätzung und die bestmögliche Unterstützung – unabhängig davon, ob bei den Frauen, Männern oder im Nachwuchs. Gerade für die nächste Generation müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass sich das österreichische Eishockey in die richtige Richtung entwickelt. Ihr habt meine volle Unterstützung!"
ÖEHV hofft auf Dialog in der Slowakei
Kurz nach der aktuellen Aussendung der "younion" hofft der ÖEHV in seinem aktuellen Schreiben, dass der Lehrgang in der Slowakei "auch eine wertvolle Gelegenheit" darstellen kann, "in Person und auf Augenhöhe den Dialog für eine sachliche und respektvolle Klärung fortzuführen."
"Der Verband betont sein großes Interesse, trotz der angespannten Lage die Zusammenarbeit an der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Frauen-Eishockeys fortzusetzen. Zuspitzung ist in dieser Situation nicht sachdienlich. Es gilt zu bedenken, dass es bei einem Sachverhalt mit mehreren Akteuren immer zwei Seiten mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Zugängen gibt. Dem ÖEHV liegt nicht an einer Eskalation, sondern an konstruktiven Gesprächen und Lösungen im Sinne des österreichischen Eishockeysports", heißt es weiter.
Und: "Diese anhaltende Gesprächsbereitschaft richtet sich explizit nicht nur an die Nationalteamspielerinnen, die gerade in der Slowakei sind, sondern auch an jene, die beim aktuellen Lehrgang nicht mit dabei sind."