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Teamspielerinnen drohen mit WM-Boykott! So reagiert der ÖEHV

Das Vertrauen zwischen Spielerinnen und der Führung sei nicht mehr da, heißt es. Die Gewerkschaft fordert das Sportministerium zur Prüfung des ÖEHV auf.

Teamspielerinnen drohen mit WM-Boykott! So reagiert der ÖEHV Foto: © GEPA
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Österreichs Nationalteamspielerinnen üben scharfe Kritik am Eishockeyverband (ÖEHV).

Leistungsträgerinnen wie Anna Meixner erwägen nun sogar einen WM-Boykott. Sie vermissen Respekt und fühlen sich teilweise sogar schikaniert. "Genug ist genug. Unter dieser Führung und diesen Bedingungen werden wir nicht mehr für Österreich spielen", erklärte Meixner in einer Aussendung der younion-Gewerkschaft. Der Verband erklärte, dass man die Anliegen der Spielerinnen "sehr ernst" nehme.

Nächstes Camp ohne wichtige Stützen

Die Spielerinnen fordern faire und professionelle Rahmenbedingungen für das Frauen-Nationalteam. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Auszahlung eines Taggeldes für Trainingscamps und Turniere - eine Abgeltung, die es im Männer-Nationalteam gibt.

Sportlich hat sich Österreichs Frauen-Team mit dem erstmaligen Aufstieg in die Top-Division (der zehn besten Nationen) für die A-WM in Dänemark im November qualifiziert. Doch diese geht nun möglicherweise ohne rot-weiß-rote Leistungsträgerinnen über die Bühne. Wenn am 17. August das nächste Vorbereitungscamp startet, werden zentrale Spielerinnen fehlen.

Betreuer-Aus als weiterer Kritikpunkt

"Ich bin von der Art und Weise, wie die Verantwortlichen mit unserem Staff und unseren Spielerinnen umgehen, maßlos enttäuscht und will mich mit diesen Werten nicht identifizieren", wurde Kapitänin Meixner auch von der Kronenzeitung zitiert, "wenn nichts hilft und die Verantwortlichen nur so zur Vernunft zu bringen sind, bin ich bereit, auf die A-WM zu verzichten. Damit es der nächsten Generation besser geht".

Laut Spielerinnen-Angaben wurden langjährige Betreuer vom Verband aus dem Team entfernt. Verteidigerin Antonia Matzka zufolge handelt es sich um drei Personen, "zu denen wir das beste Verhältnis haben".

Gewerkschaft fordert: Ministerium muss Verband prüfen

Matzka zählte in einem Krone-Bericht weitere Mängel auf. "Wir mussten in Unterkünften teilweise in Stockbetten schlafen, uns im Jänner in einer Hütte ohne Heizung umziehen, bekommen als Team-Wear die Restbestände der Männer, die uns natürlich nicht gut passen. Und erfahren trotz privater Verpflichtungen wie Beruf, Studium oder Schule oft sehr kurzfristig von Einberufungen." Es gehe nicht nur ums Geld, sondern um Gleichbehandlung. Matzka: "Das Vertrauen zwischen Spielerinnen und der Führung ist nicht mehr da."

"Neun Verbesserungsvorschläge haben wir Anfang März schriftlich übergeben. Davon wurde bislang kein einziger schriftlich bestätigt", berichtete Gewerkschafter Sascha Tomanek. Die younion forderte das Sportministerium dazu auf, die Vorgänge im ÖEHV und insbesondere den Umgang mit den Spielerinnen des Frauen-Nationalteams zu prüfen.

ÖEHV: Nehmen Spielerinnen-Anliegen sehr ernst

"Der Österreichische Eishockeyverband nimmt die Anliegen der Spielerinnen sehr ernst und arbeitet seit Monaten mit Nachdruck an nachhaltigen Lösungen", teilte der ÖEHV der APA in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Ab 2027 trete ein neues Vergütungs- und Entschädigungsmodell für alle drei Senioren-Nationalteams in Kraft, das den Spielerinnen bereits kommuniziert worden sei.

"Zu einzelnen Personal- und Kaderentscheidungen sowie zu internen Gesprächen äußert sich der ÖEHV nicht öffentlich. Eine sachliche und respektvolle Klärung ist dem Verband wichtiger als eine über die Medien ausgetragene Debatte. Das große gemeinsame Ziel ist und bleibt eine erfolgreiche Teilnahme an der A-WM im November und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des österreichischen Frauen-Eishockeys", hieß es vom Verband.

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